Baustelle ohne Lärm?: Fazit zum Pilotprojekt in Rangendingen liegt vor

Die Baustellenfahrzeuge sind komplett elektrisch. (Archivfoto)
Kapitel-StietzelElektro statt Diesel: Typische Tiefbauarbeiten sind meist von lautem Knattern des Baggers und dem Brummen des LKWs und weiteren Geräten geprägt.
Die Netze BW hat mit ihrer Pilotbaustelle in Rangendingen für mehrere Monate getestet, wie mit Hilfe elektrisch betriebener Baumaschinen und Fahrzeuge das Bauen nachhaltiger und geräuschärmer aussehen kann.
Ein weiteres Pilotvorhaben dieser Art wurde in Bönnigheim im Landkreis Ludwigsburg realisiert.
E-Mobilität auf dem Vormarsch
„Die Elektromobilität ist auf Deutschlands Straßen nicht mehr zu übersehen. Doch während der Umstieg auf E-Autos im privaten Sektor an Fahrt gewinnt, stellen sich für Bau- und Handwerksbetriebe komplexere Fragen“, so Manfred Haug, Bürgermeister von Rangendingen. „Dass die Gemeinde als Pilotkommune ausgewählt wurde, um die Frage nach der Alltagstauglichkeit zu klären, freut uns sehr. Mit der Unterstützung des Pilotprojektes setzen wir ein klares Zeichen für den Klimaschutz und zeigen, dass Innovation und Umweltschutz Hand in Hand gehen können.“
Keine lokalen Emissionen
Beim Einsatz von vollelektrischen Baumaschinen entstehen keine lokalen Emissionen, heißt es im Abschlussbericht des Projekts. Selbst unter Berücksichtigung der Vorkette, also Emissionen, die bei der Produktion, der Aufbereitung, dem Transport und der Speicherung des Brennstoffs beziehungsweise Stroms entstehen, würden elektrische Maschinen deutlich besser abscheiden als konventionelle Geräte.
Mit dem aktuellen Strommix werden über 50 Prozent der klimarelevanten Luftschadstoffemissionen eingespart, mit Grünstrom sogar bis zu 96 Prozent, heißt es in dem Bericht weiter. Auch andere Schadstoffe wie Feinstaub seien deutlich reduziert.
Weniger Lärm
Zudem sei auf beiden Baustellen eine signifikante Reduktion der Lärmemissionen erreicht worden, was der von Netze BW beauftragte TÜV Süd bestätigt worden sei. Insbesondere bei Geräten mit erheblichen Motorgeräuschen und häufigem Betrieb im Leerlauf sei eine deutliche Senkung der Geräuschpegel nachgewiesen worden: Beim elektrischen Bagger um etwa 40 Prozent und beim E-LKW sogar um 99,9 Prozent im Vergleich zu konventionellen Geräten derselben Leistungsklasse.
Weniger Geräusche
Besonders hervorzuheben sei, dass die Anwohner bedeutend weniger Baugeräusche wahrgenommen haben, was diese in einer Umfrage angegeben haben sollen. Auch für das Baupersonal habe sich eine angenehmere, schadstoff- und geräuschärmere Arbeitsumgebung ergeben. „Begrenzte Verfügbarkeit, teilweise zu geringe Batteriekapazität und hohe Mehrkosten sind Herausforderungen, die es Stand heute noch zu meistern gilt“, erklärt Nadine Eisinger, Leiterin des Projekts.
Projekt steckt noch in den Kinderschuhen
„Die vollständig elektrifizierte Baustelle ist noch Zukunftsmusik. Gemeinsam mit Partnerfirmen prüft Netze BW allerdings, wie der flächendeckende Einsatz elektrischer Baumaschinen langfristig umgesetzt werden kann. Hierfür werden klare politische Rahmenbedingungen, wie Förderungen und Vorschriften zum nachhaltigen Bauen, benötigt.“
Weitere Informationen unter www.netze-bw.de/unsernetz/netzinnovatio-nen/netzbaustelle-der-zukunft