„Alwines Lädle“ in Gruol
: Neue Einkaufsmöglichkeit feiert Premiere

Auf diesen Tag hatte man in Gruol mit Spannung gewartet. Die Schwestern Elisa, Emilia und Julia Siedler eröffneten jetzt eine nach ihrer verstorbenen Oma benannte Nahversorgung.
Von
Thomas Kost
Oberndorf
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Start für „Alwines Lädle“: Die drei Schwestern Emilia, Elisa und Julia Siedler (von links) freuen sich über die positive Resonanz, die sie bei der Eröffnung der Nahversorgung erfahren haben.

Thomas Kost

Der optisch ansprechend im dunklen Braun gestaltete Container nennt sich „Alwines Lädle“ – eine Hommage an die 2023 verstorbene und in Gruol sehr beliebte Alwine Siedler. Sie war die Frau des bereits 2019 verstorbenen Metzgermeisters Erich Siedler und schmiss im wahrsten Sinne des Wortes den Metzgerladen in der Schweizerlandstraße – als es diesen noch gab.

Doch das ist schon einige Zeit her und, nachdem auch die Bäckerei bei der Kirche ihre Türen schloss, im knapp 1600 Einwohner zählenden und damit zweitgrößten Stadtteil von Haigerloch gibt es keine Möglichkeit mehr zur Versorgung mit Lebensmitteln für den täglichen Bedarf.

Dass im „Dorf einfach was fehlt“ haben auch die drei Schwestern Julia (33) Elisa (31) und Emilia (23) gespürt und sich deshalb Gedanken gemacht, wie man die Situation für ältere Menschen, Familien und Berufstätige verbessern könnte.

Projekt innerhalb weniger Monate realisiert

Der Platz für eine örtliche Nahversorgung war auch rasch gefunden. Zwischen der ehemaligen Metzgerei und dem Gasthaus Hirsch besitzt die Metzgerfamilie eine ausreichend große Fläche für einen Verkaufscontainer sowie etwa 300 Quadratmeter Parkfläche für an- und abfahrende Autos.

Wochen haben sich die drei Schwestern zum ersten Mal mit einem nahezu voll automatisierten Angebots- und Verkaufskonzept in dem drei Meter tiefen und sieben Meter breiten Container befasst. Ende Juni präsentierten sie zusammen mit ihrem Vater Alexander Siedler das Konzept im Gruoler Ortschaftsrat, parallel dazu wurde bei Stadt- und Landratsamt das Baugesuch eingereicht.

Angebot besteht aus 300 Produkten

Nachdem das grüne Licht für das Vorhaben da war, konnte der Container aufgestellt und mit Waren bestückt werden. „Alwines Lädle“ besteht aus vier Kühlschränken mit Doppeltüren aus Glas, einem Tiefkühlschrank sowie zwei Regalwänden an beiden Seiten des Container. Dazu kommt ein Getränkekühlschrank mit einem umfangreichen Getränkesortiment.

Insgesamt besteht das Angebotssortiment aus 300 Produkten. Es gibt natürlich viel Fleisch und Wurstwaren, aber auch Tiefkühlgemüse, Süßwaren, Eis, Aufbackwaren oder Nonfood-Dinge des täglichen Bedarfs (zum Beispiel Shampoo). Einbezogen in das Projekt haben Elisa, Emilia und Julia Siedler auch regionale Lieferanten: Der Honig kommt zum Beispiel vom Gruoler Imker Alfred Wiest, Fisch von der Gruoler Fischzucht Belser und Eier vom Bio-Eichenhof bei Grosselfingen.

„Alwines Lädle“ ist fast voll automatisiert

Zugänglich ist das „Lädle“ rund um die Uhr; 24 Stunden täglich, sieben Tage in der Woche. Betreten kann man das kleine Geschäft, indem man an das Lesegeräte am Eingang eine vorher angefertigte Kundenkarte oder den Zugangs-QR-Code hält, den man sich auf einer App aufs Handy laden kann. Dann öffnet sich automatisch die Tür.

Auf die selbe Weise setzt man das Kassensystem in Gang. Mit Karte oder QR-Code wird man als Einkäufer registriert und dann brauch man nur noch die Bar-Codes der Waren am Scanner einzulesen. Es wird alles aufaddiert und am Schluss werden die Waren per EC- oder Kreditkarte oder mit dem Handy bargeldlos bezahlt. Eine Bezahlung mit Bargeld ist nicht möglich.

Großes Interesse bei der Eröffnung

Das Interesse an „Alwines Lädle“ am Samstag war sehr groß, die Familie Siedler hatte die Eröffnung des Ladens mit einem kleinen Hoffest verbunden, bei dem es Getränke, heiße Rote oder auch vegane Würste vom Grill gab. Der Hof füllte sich in null Komma nichts. Nicht nur aus Gruol stammte das neugierige Publikum – sogar aus dem Empfingen und und Rangendingen waren Leute nach Gruol gekommen, um sich die neue Einkaufsmöglichkeit anzusehen.

Viel Publikum kam zur Eröffnung von „Alwines Lädle“.

Foto: Thomas Kost

„Wir haben viel positives Feedback auf unser Projekt bekommen“, freute sich Elisa Siedler. Das schlug sich auch in Zahlen nieder: Mathias Flaiz hatte am Laptop alle Hände voll zu tun. Am frühen Nachmittag hatte er schon 300 Kundenkarten ausgestellt.

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