Aktionstag in Hechingen
: Gegen die Wegwerf-Gesellschaft wird erfolgreich getauscht

Beim Warentauschtag in Hechingen am Samstag hat wieder enormer Andrang geherrscht. Mehr als 100 Helfer packten an.
Von
Klaus Stopper
Oberndorf
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Was gibt’s zum Tausch? Zahlreiche Besucher griffen in Hechingen zu.

Stopper

Zum 18. Mal veranstalteten AK Asyl, Bunte Liste, SPD-Ortsverein und Caritas Zollernalb dieses Großereignis. Mehr als 100 Helfer, im Kern ein bereits eingespieltes Team mit Erfahrung und Spaß an der Sache, hatten dazu bereits am Freitagabend in der Hechinger Stadthalle Tische aufgebaut und erste Waren verteilt.

Kinderspielzeug, Haushaltsgeschirr, Kleidung – das waren die Kategorien, für die die Dinge für den Warentauschtag sortiert wurden.

Am Samstagmorgen bildeten sich vor der Hallentür wieder lange Schlangen von Leuten, die kartonweise Sachen zum Tauschtag bringen wollten. Außerdem kamen all jene, die hofften, hier etwas für sich Brauchbares finden zu können. Innerhalb von Minuten war kaum mehr ein Durchkommen in der Halle.

Auch der Textilstand lockt viele

Durch Routine und Disziplin der Helfer war es möglich, halbwegs Ordnung zu halten. Das fing schon vor der Halle an, wo anliefernde Autos nur mit Mühe in Zaum gehalten werden konnten, ging beim Hineintragen in die Halle weiter, wo die Wartenden schon während des Transports versuchten, sich etwas aus den Kartons zu fischen.

Im Foyer bewirteten unterdessen „Kinder brauchen Frieden“ und Ukrainerinnen.

Die Helfer waren erstaunt, was alles über die Theken ging. Ein Teil davon waren Nachlässe oder eben das, was weg muss, wenn ein Senior seine Wohnung verlassen muss. Suppenschüsseln mit Goldrand, die sicher einst bei Weihnachtsfeiern zum Festtagsgeschirr gehörten. „Ich bin neu nach Hechingen gezogen und habe gar keine Einrichtung“, berichtete eine junge Warentauschtag-Kundin. Und den Gesichtsausdruck des achtjährigen Jungen, der sich eine Carrera-Rennbahn sicherte, kann man sich vorstellen.

Flohmarkthändler decken sich ein

Auch am Textilstand, wo auch Schuhe und Taschen in Riesenauswahl bereitlagen, herrschte Gedränge. Manche mit geringem Einkommen sind froh über dieses kostenlose Angebot. Auch Leute mit Second-Hand-Läden oder Flohmarkthändler, die Nachschub suchten, standen an den Tischen.

Säckeweise wurden Dinge aus der Halle geschleppt. Und dass hier vieles vor der Mülltonne bewahrt wurde, dass der Wegwerf-Gesellschaft zumindest ein kleines Schnippchen geschlagen wurde, machte die Helfer ebenso zufrieden wie das Gefühl, dass Leute, die darauf angewiesen sind, sich an diesem Tag mit Dingen eindecken konnten, die sie dringend brauchen.

Die Suppenschüssel mit dem Goldrand hatte übrigens nur wenige Minuten auf dem Tisch gestanden. „Die erinnert mich an meine Eltern, die Schüssel werde ich in Ehren halten“, sagte eine Frau, die eigentlich nur Kindersachen für ihren Nachwuchs gesucht hatte.

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