Abitur in Haigerloch: Die letzte große Fete für gut zwei Jahre

Der Haigerlocher Abitursjahrgang 2025.
Thomas KostDie Jungs in perfekt sitzenden Anzügen, die Mädels in eleganten Kleidern: top gestylt versammelten sich die aktuellen Abiturienten vor ihrer Feier zum letzten gemeinsamen Gruppenfoto.
Eltern und Verwandte sowie die Lehrerschaft versammelten sich derweil in der Witthauhalle zu einer stilvollen Abschiedsfeier unter dem Motto: „A little party never killed an Abi“. Nur eine fehlte: Schulleiterin Karin Kriesell. Sie ist derzeit im Krankenhaus und wurde von Ellen Oßwald vertreten.
Eröffnet wurde der Abend mit Begrüßungsworten von den zwei lässig-coolen Moderatoren Luis Schmidt und Darian Albiez und dann war auch schon Bürgermeister Heiko Lebherz an der Reihe.
Bürgermeister Lebherz will für Erhalt des Gymnasiums kämpfen
„Diese vielen Jahre Schule in unserer Stadt werden euch für immer miteinander verbinden“ gratulierte er den 40 Absolventinnen und Absolventen zum bestandenen Abitur. Und dann wandte er sich mit einer ironischen Bitte an den Abitursjahrgang, Nach den Sommerferien würden zwar die Sanierung der Witthauhalle beginnen und sie sei dann für vermutlich zwei Jahre lang nicht mehr für Abifeiern nutzbar, das sei aber kein Grund sie jetzt schon mit einer Party abzureißen. „Bitte lasst sie stehen“, flehte der Bürgermeister die Abiturienten mit einem Augenzwinkern an.
Lebherz sprach aber auch andere bemerkenswerte Sätze. Auch wenn das Haigerlocher Gymnasium klein und die Abitursjahrgänge überschaubar seien, so der Bürgermeister, werde er sich bis hinauf in die Landespolitik dafür einsetzen, dass die Schule erhalten bleibe. Dafür bekam er viel Applaus. Schulleiterin Kriesell wünschte er beste Genesung von ihrer Krankheit.
Ellen Oßwald vertritt die erkrankte Schulleiterin
Danach betrat Ellen Oßwald das Rednerpult und verlas die von Schulleiterin Kriesell verfasste und sehr bewegende Rede. Am Gymnasium gehe es nicht nur darum, Bildung zu vermitteln, sondern um viel mehr: nämlich jungen Menschen dabei zu helfen, sich als Persönlichkeiten zu entwickeln und sie auf ihren weiteren Lebensweg vorzubereiten. Stolz war Oswald darauf, dass eine Schülerin und elf Schüler eine eins vor dem Komma im Abizeugnis stehen haben. Zum Schluss richtete sie einen geradezu flammenden Appell an die jungen Schulabgänger. Oßwald: „Helft mit, dass Wertebegriffe wie Zivilcourage, Rücksichtnahme, Solidarität und Nachhaltigkeit keine leeren Worthülsen sind. Setzt alles daran, den Lauf der menschlichen Geschichte so mitzugestalten dass diese Erde auch noch euren Kindern eine Perspektive bieten kann.“
Zeugnisausgabe und Preisvergaben
Danach war die Vergabe der Abschlusszeugnisse und der Sonderpreise durch die Tutorinnen Kerstin Gotthardt, Ulrike Steiner und Simone Langenbach. Die Lehrer Simon Schlitz und Sandra Zopf ehrten zudem diejenigen Schüler und Schülerinnen, die in der SMV aktiv waren.
Scheffelpreisträgerin Lydia Kurnaz hielt am Ende des offiziellen Teils eine Rede in der es darum ging, dass einzelne Worte oft eine viel größere Kraft entfalten können als ganze Sätze.