Die ersten aufregenden Tage liegen bereits hinter ihr, aber Karin Kriesell ist sich sicher, dass noch ein paar weitere dazukommen werden: Die neue Leiterin des Haigerlocher Gymnasiums hat am vergangenen Montag ihre Arbeit aufgenommen. Foto: Kost Foto: Schwarzwälder-Bote

Jetzt wird’s ernst für Karin Kriesell: Neue Chefin des Haigerlocher Gymnasiums hat ihre Arbeit aufgenommen

Von Thomas Kost

Haigerloch. Ein kleiner Trost vorweg: Wenn für die neuen Fünftklässler am Gymnasium nächsten Montag die Glocke zum ersten Unterricht rasselt, wird eine ihrer Lehrerinnen mindestens genauso aufgeregt sein wie sie selbst. Es ist Karin Kriesell, die neue Leiterin des Gymnasiums.

Die Nachfolgerin von Helmut Opferkuch wird nämlich die neuen Fünfer in Deutsch und die Klasse sechs in Geschichte unterrichten.

Nachdem Karin Kriesell am 1. August im Regierungspräsidium Tübingen offiziell in das Amt der Schulleiterin am Gymnasium Haigerloch eingeführt worden ist, begann für sie der eigentliche Start in einen neuen Abschnitt ihres Berufslebens am vergangenen Montag. Da bezog sie das leer geräumte Büro ihres Vorgängers im Haigerlocher Schulzentrum. Dort sieht es im Moment zwar immer noch etwas karg aus, aber immerhin steht der Schreibtisch und der PC ist auch angeschlossen.

Die erste Woche war für Kriesell die Phase des Reinschnupperns, Kennenlernens und der Gespräche. Das alles ist für sie sehr positiv verlaufen, sie fühlt sich schon als Teil der Haigerlocher Schulgemeinschaft. Kriesell: "Die Kollegen haben mich sehr offen empfangen und mir auch dann noch nett geantwortet, wenn ich zum 20. Mal am Tag etwas gefragt habe." Am morgigen Freitag wird sie dann in der Gesamtlehrerkonferenz den Rest der fast 60-köpfigen Mannschaft kennenlernen. Unter diesen ist sie nicht die einzige Neue: Für vier anderen Lehrerinnen beginnt dann ebenfalls das Leben am Haigerlocher Gymnasium.

Karin Kriesell wurde 1971 in brandenburgischen Elsterwerda geboren. Studiert hat sie von 1989 bis 1995 an der Pädagogischen Hochschule/Technischen Universität in Dresden und zwar Lehramt in Deutsch und Geschichte. Zu Beginn ihrer Laufbahn hat sie einige Schulen von innen gesehen. "Ich war jedes Jahr woanders, meist waren es Krankheitsvertretungen", erzählt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie war ebenso an einer Gesamtschule in Cottbus, wie an Schulen in Bautzen und Finsterwalde. Zur Jahrtausendwende wechselt sie an eine Privatschule für Hochbegabte in Ehringerfeld in der Nähe von Lippstadt in Nordrhein-Westfalen. Danach ging’s ans Gymnasium in Rietberg, ebenfalls bei Lippstadt und schließlich bewarb sie sich am Gymnasium in Ebingen, wo sie seit 2005 unterrichtet.

Dort fiel schließlich die Entscheidung, den nächsten Schritt zu machen. Und nachdem in Haigerloch die Schulleiterstelle mit dem Ruhestand von Helmut Opferkuch frei wurde und sie sich über alles informiert hatte, kam sie zu der Überzeugung: "Das pädagogische Profil der Schule passt zu mir."

Schulleben und pädagogische Konzepte müssen stets weiterentwickelt werden, dessen ist sich Karin Kriesell bewusst. Zunächst einmal ist es ihr aber wichtig, dass das Gymnasium in seiner jetzigen Form attraktiv bleibt. "Wir müssen Eltern und Kinder unterstützen und ihnen vermitteln, dass ein G8-Gymnasium nicht zwangsläufig zum Stress werden muss." Wichtig ist ihr auch, dass man am offenen Ganztageskonzept mit vielseitigen Angeboten festhält.

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