Windkraft in Alpirsbach: Zweckverband sorgt sich um die Wasserversorgung Kleine Kinzig

In der Nähe des Trinkwasserstausees der WKK werden derzeit vier Windenergieanlagen geplant. (Symbolfoto)
dpa/Daniel MaurerDie Planungen von Windenergieanlagen im Einzugsgebiet der Trinkwassertalsperre Kleine Kinzig werden von den drei Vorsitzenden des Zweckverbands Wasserversorgung Kleine Kinzig (WKK), Schiltachs Bürgermeister Thomas Haas, Freudenstadts Oberbürgermeister Adrian Sonder und Dunningens Bürgermeister Peter Schumacher, mit großer Sorge beobachtet. In einem offenen Brief haben sie sich nun an Landrat Klaus Michael Rückert gewandt. Das teilt Maik Zinser, Geschäftsführer des WKK, mit.
In der Nähe des Trinkwasserstausees der Wasserversorgung Kleine Kinzig werden derzeit vier Windenergieanlagen geplant. Diese Anlagen sollen an einem steilen Hang in circa 600 bis 900 Meter Entfernung zum Stausee errichtet werden. „Dieser Hang entwässert zwangsläufig in unseren Trinkwasserstausee“, heißt es im Brief.
Kontaminiertes Löschwasser im Fall eines Brandes
Jede dieser Windenergieanlagen beinhalte rund 3000 Liter an wassergefährdenden Stoffen wie Schmieröle, Kühlflüssigkeiten und Transformatorenöle, die bei einem Schadensfall in die Umwelt gelangen können.
Weiter würden in einem Brandfall gegebenenfalls große Mengen kontaminiertes Löschwasser entstehen. „Bei solchen Unglücksfällen wäre es durch die vorhandene Hanglage nicht zu verhindern, das Öl und/oder kontaminiertes Löschwasser in den Stausee gelangen und die Trinkwasseraufbereitung bis auf Weiteres unmöglich machen. Das hieraus entstehende Risiko ist unserer Ansicht nach nicht verantwortbar“, schreiben die Vorsitzenden. Zwar sei die Eintrittswahrscheinlichkeit eher gering, der Schaden wäre jedoch riesig.
Angewiesen auf Staudamm
Die WKK versorge 350 000 Bürger mit Trinkwasser. Einige Kommunen seien sogar ausschließlich auf das Trinkwasser aus dem Staudamm der Kleinen Kinzig angewiesen. Diese Versorgung mit Trinkwasser würde bei einem entsprechenden Schadensfall für einen nicht absehbaren Zeitraum unmöglich gemacht.
Die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser sehen die drei Verfasser als eine der elementarsten und wichtigsten Aufgaben der Städte und Gemeinden. Sie müsse deshalb absoluten Vorrang genießen.
Blick auf den Klimawandel
Es sei zusätzlich evident, dass die Bedeutung der Wasserversorgung Kleinen Kinzig bei der Trinkwasserversorgung der Bevölkerung in der Region im Zuge des Klimawandels noch beträchtlich zunehmen werde.
Der Vorstand der WKK wendet sich daher gegen die Errichtung der Windenergieanlagen an diesen Standorten.