Vor dem EM-Spiel gegen Deutschland
: Dänen wollen gar nicht mehr aus Freudenstadt weg

Eigentlich hätte die Dänische Nationalmannschaft schon an diesem Freitag von ihrem Trainingslager in Freudenstadt nach Dortmund reisen sollen, um sich auf das Spiel gegen die deutsche Elf vorzubereiten. Doch die Spieler blieben in Freudenstadt. Fragt sich nur, was der Grund dafür ist: die Schönheit Freudenstadts oder die Qualität des Rasens?
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(red/pm)
Oberndorf
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Der dänische Torwart Kasper Schmeichel beim Training in Freudenstadt. (Archivbild)

Lehmann

Für die Stadt Freudenstadt ist es mehr als nur eine projektbezogene Zusammenarbeit: Julian Osswald, scheidender Oberbürgermeister, hat sich beim Platzwart der dänischen Fußball-Nationalmannschaft mit einem Geschenk bedankt. Darüber berichtet die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung.

Mit Anders Faber Nielsen, sogenannter Groundsmanager des dänischen Fußballverbands, hatte die Stadtverwaltung während der gesamten Team-Base-Camp-Zeit bei der Fußball-Europameisterschaft die engste und intensivste Zusammenarbeit, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung.

Einen Tag vor dem Abschied vom Amt des Oberbürgermeisters überreichte Osswald an Anders Faber Nielsen Spezialitäten aus dem Schwarzwald. In den zurückliegenden Monaten war er immer wieder nach Freudenstadt gereist, um das Trainingsgelände im Hermann-Saam-Stadion für die EM zu präparieren.

Neuer Rollrasen im Stadion

Seit Ankunft der dänischen Mannschaft ist er fast täglich im Stadion, um den Platz auf Topniveau zu halten, oft bis Einbruch der Dämmerung, heißt es weiter. Sein Credo: Feierabend ist, wenn der „Pitch“ fertig ist. Dazwischen war er immer wieder kurzzeitig zurück nach Dänemark gereist, um andere Plätze zu betreuen. „Vor dieser Energieleistung kann man sich nur verneigen“, so Osswald.

Es waren, auch aufgrund des verregneten Frühjahrs, viele schwierige Entscheidungen zu treffen. Am Ende hat alles gut geklappt, heißt es in der Mitteilung. Freudenstadt hatte sich dazu entschlossen, kurz vor Start des Turniers den alten „Pitch“ im Stadion abfräsen und durch Rollrasen ersetzen zu lassen. Bis zum Tag des öffentlichen Trainings der DBU-Elf war am Rasen gearbeitet worden.

Julian Osswald (links) und Stadionwart Björn Volquardsen mit Anders Faber Nielsen (Mitte).

Foto: Stadtverwaltung/Sonder

Über die Jahre hatte sich eine Humusschicht von acht Zentimetern aufgebaut, die so nicht sein darf. „Für Außenstehende mag das etwas akademisch und überkritisch wirken. Aber wir haben eine Ahnung davon bekommen, wie viel davon abhängt, unter anderem die Gesundheit der Profispieler, die den Platz noch mal ganz anders beanspruchen“, so Osswald.

Stadionwart Volquardsen sagte über Anders Faber Nielsen: „Er ist Vollprofi und eine großartige Persönlichkeit. Einfach ein toller Typ. Er hat einen tollen Humor, hat uns super motiviert, geht als Chef voran und ist sich selbst für keine Arbeit zu schade. Wir haben unwahrscheinlich viel von ihm gelernt.“

Als Auszeichnung wertete Osswald, dass die dänische Elf entgegen der sonstigen Gepflogenheiten am Tag vor dem Spiel gegen Deutschland nicht nach Dortmund gefahren sei, sondern in Freudenstadt blieb, um lieber hier zu trainieren.

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