Unter anderem in Loßburg beschlagnahmt
: Luxusautos aus Krypto-Ermittlungsverfahren kommen unter den Hammer

Bei der größten Justizauktion des Landes kommen Luxusautos, Motorräder und teure Uhren unter den Hammer. Was die Versteigerung mit einer Hausdurchsuchung in Loßburg zu tun hat.
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no/dpa
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Pressekonferenz zu Justizauktion des Landes Baden-Württemberg: 05.10.2026, Baden-Württemberg, Stuttgart: Moritz Oppelt (CDU), Minister der Justiz und für Migration Baden-Württemberg, nimmt an einer Pressekonferenz zu einer kommenden Justizauktion des Landes Baden-Württemberg teil. Bei der bislang größten Justizauktion des Landes sollen am 24. Oktober hochpreisige Fahrzeuge und Uhren mit Schätzwerten bis zu 790.000 Euro versteigert werden, die in Strafverfahren sichergestellt und gepfändet wurden. Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Landesjustizminister Moritz Oppelt (CDU) bei der Pressekonferenz am Montag zu der bislang größten Justizauktion des Landes, bei der am 24. Oktober hochpreisige Fahrzeuge und Uhren mit Schätzwerten bis zu 790.000 Euro versteigert werden.

Marijan Murat/dpa
  • Am 24. Oktober versteigert die Justiz in Stuttgart Luxusautos, Motorräder und Uhren.
  • Vier Lamborghinis, elf weitere Autos, drei Motorräder und vier Uhren kommen unter den Hammer.
  • Die Stücke stammen aus Strafverfahren, teils aus Krypto-Ermittlungen mit Durchsuchung in Loßburg.
  • Es handelt sich um Notveräußerungen – bei Freispruch fließt der Erlös an die Betroffenen zurück.
  • Justiz rechnet mit mehr als zwei Millionen Euro Erlös, Ort ist das Mercedes-Benz-Museum.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Vier Lamborghinis, elf weitere Autos, drei Motorräder und vier Luxusautos kommen am 24. Oktober bei einer Justizauktion unter den Hammer. Die Versteigerung unter der Leitung von Obergerichtsvollzieher Alexander Doster vom Amtsgericht Stuttgart findet im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart statt. Doster rechnet mit einem Gesamterlös von mehr als zwei Millionen Euro.

Die Gegenstände wurden in Strafverfahren sichergestellt oder gepfändet. So stammt etwa ein Porsche nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart von einem Mann, der wegen Drogenhandels verurteilt wurde, ein weiterer Porsche von verurteilten Betrügern.

Wer die anderen Autos, Uhren und Motorräder besessen hatte, gibt die Justiz nicht bekannt, weil in diesen Fällen die Verfahren noch nicht abgeschlossen sind.

Unsere Redaktion weiß: Einige der Gegenstände stammen aus einem Fall, der sich unter anderem im Kreis Freudenstadt abgespielt hat. Dort durchsuchte die Taskforce Finanzkriminalität im März drei Gebäude, darunter ein Wohnhaus in Loßburg. Insgesamt beschlagnahmten die Beamten bei der Durchsuchungsaktion, die auch sechs weitere Objekte in Baden-Württemberg und Frankfurt am Main betraf, Kryptowährungen im Wert von rund 64 Millionen Euro, hochwertige Fahrzeuge und Motorräder, teure Uhren und Bargeld.

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Das Verfahren richtet sich gegen zwei Männer und eine Frau. Der Frau wird vorgeworfen, nach dem Tod eines engen Verwandten ein zu dessen Erbmasse gehörendes sogenanntes Hardware-Wallet an sich genommen, die darauf befindlichen Kryptowährungen der Erbmasse entzogen und gegenüber den Steuerbehörden nicht offengelegt zu haben. Die beiden weiteren Beschuldigten sollen die Frau bei der Hinterziehung der Erbschaftssteuer dadurch unterstützt haben, dass sie sich an der Verschleierung der Herkunft der genannten Kryptowerte beteiligten. Hierfür sollen die beiden Männer jeweils Kryptowerte in Millionenhöhe erhalten haben, die sie offenbar nutzten, um sich mit teuren Uhren, Autos und Motorrädern einzudecken.

Das Ermittlungsverfahren läuft noch. Seit März hat die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart auf Nachfrage unserer Redaktion keine weiteren Erkenntnisse zu dem Fall bekannt gegeben. Die Auswertung der vielen sichergestellten Beweismittel dauere noch an, heißt es. Somit bleibt unklar, welche Vorwürfe sich gegen im Kreis Freudenstadt wohnhafte Personen richten und ob sich diese durch die Beweismittel erhärten oder nicht.

Nach Informationen unserer Redaktion wurde ein Luxusauto, das nun versteigert wird, bei der Durchsuchung in Loßburg beschlagnahmt. Daneben befand sich augenscheinlich mindestens ein weiteres Auto der Auktion im Besitz derselben Person.

Darum werden die Autos jetzt versteigert

Doch warum werden dieses und weitere Autos nun versteigert, obwohl noch nicht einmal eine Anklage erhoben, geschweige denn ein Urteil gesprochen wurde? Laut Robin Schray von der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart handelt es sich um sogenannte Notveräußerungen. Diese seien möglich, wenn bei einem Gegenstand wie einem Auto wegen langer Standzeiten ein erheblicher Wertverlust drohe. Sollten die Tatverdächtigen am Ende freigesprochen werden, erhalten sie den Erlös der versteigerten Autos zurück. Würden sie verurteilt, käme das Geld nach einer gerichtlichen Einziehungsentscheidung dem Staat zugute.

Landesjustizminister Moritz Oppelt (CDU) will mit der Versteigerung eine klare Botschaft an Kriminelle senden: „Die Justiz verfolgt nicht nur Kriminelle und bringt sie hinter Gitter, die Justiz nimmt ihnen auch die Tatbeute weg. Gerade im Bereich der Finanzkriminalität ist das von zentraler Bedeutung. ‚Verbrechen lohnt sich nicht!‘“