Übergriffe auf Rettungskräfte
: DRK-Mitarbeiter lernen in Freudenstadt Selbstverteidigung

Weil es immer wieder zu Übergriffen auf Rettungskräfte kommt, zieht das DRK nun Konsequenzen.
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(red/pm)
Oberndorf
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Angelika Heinzelmann zeigt mit DRK-Projektleiter Bülent Polat, wie Selbstverteidigung funktioniert.

Monika Schwarz

Mit Selbstverteidigungskursen für die eigenen Mitarbeiter reagiert der DRK-Kreisverband Freudenstadt auf die zunehmende Gewalt bei Rettungseinsätzen. Darüber berichtet das DRK in einer Pressemitteilung.

Die Übergriffe auf Rettungskräfte haben zuletzt einen neuen Höchststand erreicht, heißt es in der Mitteilung. Projektmanager Bülent Polat vom DRK-Kreisverband Freudenstadt entwickelte daher gemeinsam mit eine Kampfsportschule ein Selbstverteidigungskonzept für die eigenen Rettungskräfte. Dieses wurde nun in überarbeiteter Form umgesetzt.

„Angesichts der steigenden Zahlen und der Gefahren, denen unser Rettungsdienst immer wieder ausgesetzt ist, war mir dieses Projekt ein Herzensanliegen“, betont Polat. Dennoch wanderte das Konzept zunächst kurzzeitig in die Schublade – bis ein glücklicher Zufall half.

Erste Kurse erfolgreich

Denn im Jahr 2021 begann mit Angelika Heinzelmann (42) aus Ehlenbogen nicht nur eine ausgebildete Notfallsanitäterin und Praxisanleiterin ihre Tätigkeit beim DRK-Rettungsdienst, sondern zugleich eine inzwischen zertifizierte Kampfsportmeisterin, Gewaltpräventionstrainerin und Gewaltpräventionspädagogin.Polat holte die Expertin aus den eigenen Reihen mit ins Boot.

Die ersten Kurse unter ihrer Leitung haben inzwischen stattgefunden – mit durchweg positiven Rückmeldungen, wie es in der Mitteilung heißt. „Der Kurs ist sehr hilfreich und man fühlt sich damit definitiv sicherer“, fasst Rettungssanitäterin Sarah Bernhardt ihre Eindrücke zusammen.

Mehrere negative Erfahrungen

Heinzelmann selbst hatte in ihrem beruflichen Alltag mehrere negative Erfahrungen bei Einsätzen erlebt. Ein Schlüsselerlebnis bewog sie, den bereits in der Kindheit ausgeübten Kampfsport wiederaufzunehmen. In Freudenstadt fand sie einen Kampfkunstmeister, bei dem sie zwölf Schülergrade sowie den ersten Meistergrad im Wing Tsun Kung Fu erfolgreich absolvierte. Zudem schloss sie beim Bundesverband für Gewaltprävention Deutschland die Ausbildung zur Gewaltpräventionspädagogin erfolgreich ab.

„Für uns sind ihre Qualifikationen und die Tatsache, dass sie selbst als Notfallsanitäterin im Einsatz ist, ideal“, sagt Polat. Aufgrund der positiven Resonanz sollen die modular aufgebauten Kurse künftig auch für Teilnehmer aus anderen Rettungsorganisationen geöffnet werden.

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