Staatssekretärin besucht Schopfloch: So sieht Bauernhofpädagogik auf dem Keppler-Hof aus

Claudia und Daniel Keppler, Sandra Boser, Staatssekretärin im Kultusministerium Baden-Württemberg, Schopflochs Bürgermeister Thomas Staubitzer und die Schüler der Sommerschule gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Mitarbeitern des Keppler-Hofs.
Carolin SchöfflerBereits zum siebten Mal findet in der letzten Ferienwoche auf dem Keppler-Hof in Schopfloch-Unteriflingen die Sommerschule statt. 25 Kinder aus den Grundschulen Schopfloch, Glatten, Dornstetten und Hallwangen sollen in der tierischen Lernwoche fit für den Start in die vierte Klasse gemacht werden.
Sandra Boser, Staatssekretärin im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, Karl Henne vom Staatlichen Schulamt Rastatt sowie Schopflochs Bürgermeister Thomas Staubitzer nutzten am Mittwoch die Chance, sich persönlich ein Bild von der Sommerschule auf dem Keppler-Hof zu machen – und packten sogar selbst mit an.
Erster Halt: Der Unterricht. Dabei sind die Schüler in die drei Lerngruppen „Hühner“, „Esel“ und „Kühe“ aufgeteilt. Betreut werden sie dabei seit 2018 von den Lehrerinnen Tasja Haug, Alexandra Schatz und Annette Müller von der Grundschule Glatten.
Tagesablauf in der Sommerschule
Zwar schlägt die Uhr zu Bosers Besuch gerade mal 11 Uhr, doch die Kinder haben an diesem Tag bereits einiges geleistet. Denn die Sommerschule auf dem Keppler-Hof beginnt jeden Morgen um 8 Uhr mit einem „Warm-up“ der besonderen Art.
Die drei Schulgruppen starten ihren Tag mit Stallarbeit: Kühe melken, Esel füttern, Kälber versorgen – täglich im Wechsel. Anschließend folgen drei Lerneinheiten in Deutsch und Mathematik, stets eingebettet in das Thema Bauernhof.

Der Gemeinschaftsraum der Schüler, dekoriert mit selbstgemalten Bildern der Kinder
Foto: Carolin SchöfflerNachmittags wird es dann praktisch: Unter dem Motto „Vom Urprodukt zum Endprodukt“ erleben die Schüler, wie Lebensmittel wie Milch, Kartoffeln, Getreide und Eier entstehen und verarbeitet werden. Das Thema des Tages: Milch.
Dafür ging es gesammelt in den alten Schweinestall. Dort konnten die Schüler ihr bereits erlerntes Wissen, welche Milchprodukte es gibt und welche Stoffe denn eigentlich in Milch enthalten sind, vor der Staatssekretärin beweisen. Dann wurde es praktisch.
Theorie praktisch angewandt
Anja Merklinger, Mitarbeiterin auf dem Keppler-Hof, erklärte, wie Sahne zu Butter geschüttelt wird. Zu zweit durfte jede Gruppe versuchen, ein Einmachglas gefüllt mit Sahne zu Butter zu schütteln – auch Staatssekretärinnen und Bürgermeister wurden hier nicht verschont.
Mit viel Ausdauer und ein paar angestrengten Gesichtern gab es nach knapp fünf Minuten die erste erfolgreiche Gruppe. Die anfängliche Sahne hatte sich in einen klaren Butterklumpen umhüllt von Buttermilch verwandelt, der dann unter kaltem Wasser gefestigt wurde.

Die erste Gruppe, die ihre Sahne zu Butter schütteln konnte. Der Stolz steht den Kindern ins Gesicht geschrieben.
Foto: Carolin SchöfflerBevor es weiter in den Kuhstall ging, durften die Kinder noch ihre Kuhbeobachtungen der Woche vorstellen. Die Hobbys der Kuh „Resi“ sind klar: Essen und anderen das Essen klauen – Kein Wunder also, dass die Kinder sie als besonders „dick und groß“ wahrnehmen.
Anschließend durften die Kinder unter Anwendung ihrer bereits erlernten Mathe-Kenntnisse die Waage skalieren und das Futter für die Kühe abwiegen und mischen – stets begleitet von Theorie und unter Anleitung von Daniel Keppler.

Daniel Keppler macht es vor, und die Kinder machen es nach.
Foto: Carolin SchöfflerDen Abschluss des Besuchs bildete ein mit Rasseln und Klangröhren untermalter Rap zum Thema Bauernhof, den die Kinder für die Staatssekretärin und Landtagsabgeordnete der Grünen Boser einstudiert hatten. „Die Kuh macht Muh. Viele Kühe machen Mühe“, rappten die Kinder.
Boser zeigte sich begeistert von den Schülern und dem Konzept: „Man merkt ja, wie motiviert die Kinder sind, zu lernen“. Beeindruckt hat sie besonders, „was in so kurzer Zeit bei den Kindern hängen bleibt“.
Sommerschule auf dem Keppler-Hof
Förderung
Seit dem Jahr 2010 fördert das Land Sommerschulen in Baden-Württemberg. 2025 gibt es 69 Sommerschulstandorte. Sommerschulen bieten Unterstützung von Schülern mit Förderbedarf in der Ausprägung von Basiskompetenzen und ihrer Persönlichkeitsentwicklung.
Kooperationspartner
Hierdurch soll ein guter Start ins neue Schuljahr ermöglicht werden. Außerschulische Kooperationspartner, wie der Keppler-Hof, ergänzen den Unterricht durch ein an der Lebenswelt und am Erleben orientiertes qualifiziertes Rahmenprogramm.