Petition übergeben: Über 4300 Menschen fordern Rückkehr zur Schülerbeförderungsregelung

Lissy Jetter (links) und Katja Rumpelt (rechts) von der Elterninitiative Schülerbeförderung übergaben Katrin Schindele (Mitte) den Zwischenstand der Petition mit über 4300 Unterschriften.
privat- Elterninitiative übergab Petition zur Schülerbeförderung mit über 4300 Unterschriften.
- Anlass ist der Kreistagsbeschluss vom Februar zur Streichung der Zuschüsse.
- Familien zahlen seit April 45 Euro pro Kind für das D-Ticket JugendBW.
- Drittkindbefreiung soll neu beraten werden – Wegfall trifft große Familien.
- Schindele will Anliegen auf Landesebene einbringen, Petition bleibt offen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Beim „Sundowner“, der Bürgersprechstunde der Landtagsabgeordneten Katrin Schindele (CDU) in Baiersbronn, hat die Elterninitiative Schülerbeförderung der Abgeordneten den Zwischenstand ihrer Petition „Rückkehr zur Schülerbeförderungsregelung im Landkreis Freudenstadt“ überreicht – mehr als 4300 Menschen haben sie inzwischen unterzeichnet. Darüber berichtet die Freudenstädterin Katja Rumpelt für die Initiative in einer Mitteilung.
Hintergrund ist der Beschluss des Kreistags vom Februar, im Zuge der Haushaltskonsolidierung die Zuschüsse zur Schülerbeförderung zu streichen. Seit April zahlen Familien für das D-Ticket JugendBW den vollen Preis von 45 Euro pro Kind und Monat. Zum Schuljahr 2026/27 entfällt zudem die bisherige Befreiung ab dem dritten Kind. Für eine Familie mit drei schulpflichtigen Kindern bedeutet allein der Wegfall der Befreiung 540 Euro zusätzlich im Jahr – insgesamt steigen ihre Ticketkosten auf 1620 Euro jährlich.
In der Initiative haben sich laut der Mitteilung über 200 Eltern aus dem ganzen Landkreis zusammengeschlossen. Demnach suchen die Eltern bewusst den konstruktiven Ton: „Sie erkennen die schwierige Haushaltslage des Landkreises an und würdigen ausdrücklich, dass Landrat Andreas Junt die schmerzhaften Einschnitte öffentlich immer wieder benennt. Den Wegfall der allgemeinen Zuschüsse akzeptieren sie als ihren Beitrag zum Sparpaket“, schreibt Rumpelt.
Kreistag soll Drittkindregelung neu beraten
Einen Punkt aber solle der Kreistag neu beraten: die Drittkindregelung. Rumpelt: „Ihre Streichung macht nur einen kleinen Bruchteil des Einsparvolumens aus, trifft aber genau die Familien, die ohnehin die größten Lasten tragen.“ Und die Eltern verbinden damit eine klare Erwartung: Sobald sich – etwa durch Mittel des Landes – finanzielle Spielräume ergeben, solle der Kreistag die Befreiung schnellstmöglich wieder einführen. Und zwar mit Vorrang vor allen anderen freiwilligen Leistungen.
Die Eltern wollen damit an die Stärken des Landkreises anknüpfen: Im aktuellen Prognos-Zukunftsatlas hat sich der Kreis Freudenstadt um 39 Plätze verbessert – nicht zuletzt dank des bundesweit beachteten ÖPNV-Taxis. Ein lebenswerter und zukunftsstarker Landkreis, so die Initiative, zeige sich aber nicht nur in Rankings, sondern auch darin, wie er mit seinen Familien umgeht – gerade mit denen, deren Kinder täglich auf Bus und Bahn angewiesen sind.
Weil die eigenen Spielräume des Kreises begrenzt bleiben, gehört das Thema aus Sicht der Eltern auch auf die Landesebene: Die Verbilligung des D-Tickets JugendBW tragen schon heute das Land (70 Prozent) und die Stadt- und Landkreise gemeinsam. „Eine landesweite Ermäßigung ab dem dritten Kind wäre mit vergleichsweise geringem Aufwand umsetzbar und würde Familien dort entlasten, wo der Schulweg ohne öffentliche Verkehrsmittel nicht zu bewältigen ist“, so Rumpelt.
Schindele will auf Landesebene einwirken
Diesen Vorschlag sprachen die Eltern im Gespräch mit der Abgeordneten direkt an – ebenso wie die dauerhafte Finanzierung des ÖPNV-Taxis, verlässliche Verbindungen zu Randzeiten und die Frage, ob in den Schulferien gering ausgelastete Busverkehre in kleineren Gemeinden effizienter durch bedarfsgesteuerte Angebote ersetzt werden könnten.
Schindele, die als Kreisrätin die Haushaltszwänge des Landkreises aus eigener Anschauung kennt und sich im Landtag insbesondere für die Stärkung des ländlichen Raums einsetzt, nahm die Petition entgegen und zeigte sich am Thema sehr interessiert. „Bezahlbare Mobilität für Schülerinnen und Schüler ist eine Grundvoraussetzung für gleichwertige Lebensverhältnisse im ländlichen Raum. Ich nehme die Anliegen der Familien ernst und werde sie in die Beratungen auf Landesebene einbringen“, wird die Abgeordnete in der Mitteilung zitiert.
Die Initiative kündigt an, am Thema dranzubleiben: Da zuletzt auch andere Landkreise in Baden-Württemberg ihre Zuschüsse gekürzt oder gestrichen haben, will sie sich mit betroffenen Familien aus anderen Regionen vernetzen und prüfen, das gemeinsame Anliegen als Petition in den Landtag von Baden-Württemberg einzubringen.
Die Petition im Landkreis bleibe weiterhin zum Unterzeichnen geöffnet – und sie gewinne an Dringlichkeit: Ab dem Schuljahresstart im September schlagen die neuen Kosten bei den Familien in voller Höhe zu Buche. Der Appell der Eltern lautet daher: „Laut bleiben – für Kinderfreundlichkeit und einen sicheren, bezahlbaren Schulweg. Denn wo das Land eine Schulpflicht ausspricht, darf der Weg zur Schule nicht zur finanziellen Hürde werden.“

