ÖPNV im Kreis Freudenstadt
: Wie kann der Ausfall eines einzigen Mitarbeiters die ganze Murgtalbahn lahmlegen?

Am vergangenen Wochenende kam es auf der Murgtalbahn zu massiven Einschränkungen des Zugverkehrs. Grund war der Ausfall eines einzelnen Mitarbeiters. Wie kann das sein? Unsere Redaktion hat nachgehakt.
Von
Timo Beyer
Freudenstadt
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Auch die Regionalzüge der Deutschen Bahn sind von der Sperrung auf der Murgtalbahn betroffen. (Archivbild)

Auch die Regionalzüge der Deutschen Bahn konnten am Wochenende teilweise nicht fahren. (Archivbild)

Schwark
  • Murgtalbahn war am Wochenende morgens und abends auf ganzer Strecke stark eingeschränkt.
  • Ursache: Der Ausfall eines Mitarbeiters im Stellwerk bei Gengenbach legte Züge lahm.
  • Ab Rastatt fuhr Richtung Freudenstadt nur ein Schienenersatzbus – auch DB-Regionalzüge betroffen.
  • AVG hat grundsätzlich Reserven, die aber an die Belastungsgrenze stießen.
  • Laut AVG werden Stellen für Fahrdienstleister*innen regelmäßig ausgeschrieben, Personal fehlt jedoch.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ab Rastatt ging es in Richtung Freudenstadt nur noch mit dem Schienenersatzbus weiter: Das vergangene Wochenende war auf der Murgtalbahn von massiven Einschränkungen geprägt. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag konnten morgens und abends auf der gesamten Länge der Strecke keine Züge fahren.

Der Grund: Ein Mitarbeiter des Stellwerks bei Gengenbach war überraschend ausgefallen, wie die AVG in einer Pressemitteilung berichtet. Doch wie kann es sein, dass der Ausfall eines einzelnen Mitarbeiters die gesamte Murgtalbahn lahmlegt? Hat die AVG keine zusätzlichen Mitarbeiter bereitstehen, die in solchen Fällen einspringen könnten?

Danach gefragt schreibt ein Sprecher des Bahnunternehmens: „Grundsätzlich verfügt die AVG für die Besetzung ihrer Stellwerke über entsprechende Reservekapazitäten, um kurzfristige Ausfälle ausgleichen zu können.“

Personelle Ressourcen an der Belastungsgrenze

„Allerdings sind auch diese personellen Ressourcen endlich und können in bestimmten Situationen an ihre Belastungsgrenze stoßen, so wie am vergangenen Wochenende“, so der Sprecher weiter. Warum genau die Reservekapazitäten an ihre Grenzen gestoßen sind, ob zum Beispiel auch noch in anderen Stellwerken Personalausfälle kompensiert werden mussten, schreibt der Sprecher nicht.

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Mit Blick auf das vergangene Wochenende erklärt die AVG nur: „Trotz aller Anstrengungen war es in diesem konkreten Fall leider nicht möglich, den kurzfristigen Personalausfall im Stellwerk vollständig zu kompensieren, so dass für die AVG-Stadtbahnen ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden musste.“

Danach gefragt, ob die AVG allgemein zu wenig Reservekapazitäten hat und ob aktuell versucht wird, entsprechende Stellen zu schaffen oder neu zu besetzen, antwortet der Sprecher ausweichend. So heißt es in der Antwort des Bahnunternehmens: „Die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) schreibt regelmäßig Stellen für Fahrdienstleister*innen aus und wirbt aktiv um geeignete Bewerber*innen.“

Was die AVG dabei nicht schreibt: Ob diese Ausschreibungen auch wirklich dazu dienen, die Reservekapazitäten zu erhöhen. So wäre auch denkbar, dass sich das Bahnunternehmen hier auf Ausschreibungen bezieht, mit denen ganz reguläre Fahrdienstleisterposten neu besetzt werden sollen.

Jedenfalls betont der Sprecher, dass es nicht einfach ist, geeignete Leute zu finden: „Auch für den verantwortungsvollen Beruf des Fahrdienstleisters ist die Arbeitsmarktlage derzeit sehr angespannt. Entsprechend werben viele Eisenbahnverkehrs- und Infrastrukturunternehmen intensiv um qualifizierte Fachkräfte für diesen Beruf.“