Zwischen Freudenstadt und Rastatt
: Am Wochenende fallen auf der Murgtalbahn wieder zahlreiche Züge aus

Schon wieder gibt es schlechte Nachrichten für Bahnreisende in der Region. Am Wochenende werden auf der Murgtalbahn zahlreiche Verbindungen gestrichen. Die wichtigsten Informationen im Überblick.
Von
Timo Beyer
Freudenstadt
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Auch die Murgtalbahn ist von Ausfällen betroffen. (Archivbild)

Am Wochenende werden wieder viele Züge auf der Murgtalbahn ausfallen. (Archivbild)

AVG
  • Zwischen Freudenstadt und Rastatt fallen am Wochenende viele Züge der Murgtalbahn aus.
  • Samstags und sonntags fahren 8.30–19.30 Uhr Züge, davor und danach keine.
  • AVG setzt Ersatzbusse im Stundentakt ein – Umstieg direkt am Bahnsteig geplant.
  • Bus braucht Rastatt–Freudenstadt 3:20 Std., hält an allen S-Bahn-Haltestellen.
  • DB-RE40 fällt morgens und abends teils ohne Ersatz aus; Ursache: Personalmangel im Stellwerk.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das kommt überraschend – zumindest für all jene, die nicht ohnehin schon damit rechnen, dass auf die Murgtalbahn nur bedingt Verlass ist: Am Wochenende kommt es auf der Strecke zwischen Freudenstadt und Rastatt zu massiven Zugausfällen. Darüber informiert die zuständige Albtal Verkehrsgesellschaft (AVG) am Freitag in einer Pressemitteilung und damit nur einen Tag vor der angekündigten Streckensperrung.

Zu den Zugausfällen kommt es sowohl am Samstag, 22. August, als auch am Sonntag, 23. August. An beiden Tagen fahren morgens bis 8.30 Uhr und abends ab 19.30 Uhr keine Züge mehr. Nur tagsüber zwischen 8 Uhr und 20 Uhr sollen die Züge wie üblich zwischen Rastatt und Freudenstadt verkehren.

Doch wirklich Verlass ist auch darauf nicht. „Auch während der übrigen Betriebszeiten kann es vereinzelt zu weiteren Fahrtausfällen kommen“, schreibt die AVG.

Jede ausfallende S-Bahn soll ersetzt werden

Die ausfallenden Züge der Linie S8 sollen durch Schienenersatzbusse ersetzt werden. „Jede einzelne ausfallende Bahn wird mit einem Ersatzbus ersetzt – analog zur Bahn im Stundentakt“, versichert eine AVG-Sprecherin auf Anfrage unserer Redaktion.

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In der Vergangenheit kam es schon häufiger vor, dass Reisende auf der Murgtalbahn bis zu einer Stunde darauf warten mussten, dass ein Bus des Schienenersatzverkehrs auftaucht. Das soll diesmal nicht passieren. „Ziel ist, dass es nahtlos ineinander greift“, erklärt die Sprecherin. Die Reisenden sollen also mehr oder weniger direkt nach dem Aussteigen aus dem Zug in den Bus umsteigen können.

Doch auch wenn die Busse pünktlich fahren, müssen Reisende deutlich mehr Zeit einplanen. So benötigt der Bus laut der Sprecherin für die Strecke zwischen Rastatt und Freudenstadt 3 Stunden und 20 Minuten. Zum Vergleich: Die S-Bahn legt diese Strecke normalerweise in rund eineinhalb Stunden zurück. Die Regionalzüge der Deutschen Bahn benötigen sogar nur eine Stunde und acht Minuten.

Unterwegs sollen die Busse laut AVG alle Haltestellen anfahren, die normalerweise von den S-Bahnen bedient werden. Durch die längere Fahrzeit im Vergleich zu den Zügen verschieben sich allerdings die Abfahrts- und Ankunftszeiten.

Regionalbahnen der DB fallen ebenfalls aus

Und es gibt noch eine schlechte Nachricht: Da sie dieselbe Strecke nutzen wie die S-Bahnen der AVG, fallen morgens und abends auch die Regionalbahnen (RE40) der Deutschen Bahn (DB) zwischen Rastatt und Freudenstadt aus. Dabei besonders ärgerlich: Für viele der ausfallenden DB-Züge gibt es keinen Schienenersatzverkehr.

So schreibt die DB auf Anfrage: „Die Verbindung Freudenstadt Richtung Rastatt mit dem RE40 mit Abfahrt 6.20 Uhr am Samstag wird durch einen Bus ersetzt.“ Offenbar ist das der einzige DB‑Schienenersatzverkehr, der fährt.

Kein Bus als Ersatz geplant

Denn in der Gegenrichtung gibt es laut einer Sprecherin der Deutschen Bahn am Morgen keine Verbindung mit dem RE40 und damit auch keinen Schienenersatzverkehr. Zudem schreibt die Sprecherin: „Die Verbindung mit Abfahrt um 20.20 Uhr in Rastatt wird nach aktuellem Stand an beiden Tagen entfallen.“ Auch hier ist offenbar kein Bus als Ersatz eingeplant.

Die DB schreibt daher: „Wir bitten die Fahrgäste, eine frühere Verbindung zu wählen oder auf den Ersatzverkehr der AVG auszuweichen.“ Angesichts des nur lückenhaften Schienenersatzverkehrs und der langen Fahrzeiten der Busse gibt es allerdings auch noch eine Alternative – zumindest für alle Passagiere, die direkt nach Rastatt oder Freudenstadt reisen wollen und nicht entlang der Murgtalbahn aussteigen müssen.

Route über Offenburg etwas schneller

Für diese Fahrgäste könnte es eine Option sein, von Karlsruhe oder Rastatt aus nach Offenburg zu fahren und dort einen Zug der Kinzigtalbahn nach Freudenstadt zu nehmen. Auch in umgekehrter Richtung gibt es entsprechende Verbindungen.

Wirklich schnell ist aber auch diese Variante nicht. Der Umstieg in Offenburg dauert rund 40 Minuten. Insgesamt werden für die Reise von Karlsruhe nach Freudenstadt mit dem Umweg über die Kinzigtalbahn knapp drei Stunden benötigt – also zumindest etwas weniger als für die Kombination aus S-Bahn und Schienenersatzverkehr.

Ein Mitarbeiter fällt aus und nichts geht mehr

Doch was ist eigentlich der Grund für das ganze Chaos? In der Pressemitteilung schreibt die AVG von „personalbedingten Einschränkungen im Stellwerksbereich Gernsbach“. Auf Nachfrage unserer Redaktion berichtet ein AVG-Sprecher, dass ein Stellwerksmitarbeiter am Wochenende nicht arbeiten kann. Zu den Gründen äußert er sich nicht.

Der Ausfall eines einzigen Mitarbeiters genügt also, um den Verkehr auf der kompletten Murgtalbahn lahmzulegen. Unsere Redaktion wollte wissen, wie das sein kann. Eine Antwort der AVG steht derzeit noch aus.