Homag in Schopfloch: Stellenabbau ohne Kündigungen

Der Auftragseingang hat sich bei Homag im ersten Halbjahr 2024 nur leicht erhöht.
Homag Group AGDie Homag Group spürt weiterhin die Investitionszurückhaltung der Kunden. Umsatz und Ergebnis haben sich laut einer Mitteilung im ersten Halbjahr 2024 verringert. Der Ende 2023 angekündigte Stellenabbau in Deutschland konnte laut der Mitteilung ohne betriebsbedingte Kündigungen komplett auf freiwilliger Basis erreicht werden.
„Wie erwartet hat das erste Halbjahr 2024 noch keine Erholung in unserer Branche gebracht“, betont Vorstandsvorsitzender Daniel Schmitt. „Die schwache Nachfrage aus der Möbel- und Holzbauindustrie hat sich fortgesetzt und zeigt sich vor allem in einem geringen Einzelmaschinengeschäft.“
Der Auftragseingang der Homag Group hat sich laut der Mitteilung in den ersten sechs Monaten 2024 gegenüber dem niedrigen Wert des Vorjahres nur leicht um vier Prozent auf 699 Millionen Euro (Vorjahr: 671 Millionen Euro) erhöht. Dabei sei besonders das zweite Quartal verhalten ausgefallen. Der Auftragsbestand hat sich zum 30. Juni 2024 auf 833 Millionen Euro (30. Juni 2023: 930 Millionen Euro) reduziert.
Spürbar auch am Umsatz
Die bereits seit dem zweiten Halbjahr 2022 anhaltende Marktschwäche zeigt sich auch im Umsatz, der im ersten Halbjahr 2024 um 14 Prozent auf 706 Millionen Euro (Vorjahr: 817 Millionen Euro) gesunken ist. Dagegen habe sich der Umsatz im Service-Geschäft positiv entwickelt. In diesem Bereich führten verschiedene Initiativen zu einem Anstieg um rund vier Prozent. Das Ebit vor Sondereffekten hat sich auf 21,5 Millionen Euro (Vorjahr: 56,8 Millionen Euro) verringert.
„Aufgrund dieser ausgeprägten und lang anhaltenden Marktschwäche haben wir im November 2023 ein Maßnahmenpaket zur Kapazitätsanpassung und Effizienzsteigerung ins Leben gerufen“, erklärt Schmitt. „Unsere Ergebnisentwicklung in diesem Jahr zeigt, wie wichtig die Umsetzung dieser Maßnahmen ist, um die Zukunft der Homag Group zu sichern und unsere Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft zu erhalten. Ein Kernpunkt des Programms war der Abbau von etwa 600 Stellen weltweit, davon rund 350 in Deutschland.“ Dort sei das Ziel über natürliche Fluktuation und Einstellungsstopp sowie ein Freiwilligenprogramm insgesamt erreicht worden. „Betriebsbedingte Kündigungen haben wir dadurch vermieden.“
Senkung der Fixkosten
Im laufenden Jahr soll der Kapazitätsabbau die Fixkosten um 25 Millionen Euro senken, ab 2025 erwartet die Homag Group laut der Mitteilung den vollen Einspareffekt in Höhe von 50 Millionen Euro.
Wesentlich positiver stellen sich die ebenfalls am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des Mutterkonzerns Dürr in Bietigheim-Bissingen dar: Der Dürr-Konzern hat im ersten Halbjahr 2024 einen neuen Rekord beim Auftragseingang erzielt. Auch bei Umsatz, Cashflow und Ebit-Marge vor Sondereffekten ist der Maschinen- und Anlagenbauer hinsichtlich seiner Jahresziele auf Kurs. Der Auftragseingang stieg im ersten Halbjahr um 7,9 Prozent auf 2,79 Milliarden Euro. Der Umsatz wuchs um 6,9 Prozent auf 2,28 Milliarden Euro.
Mutterkonzern „sehr robust unterwegs“
Jochen Weyrauch, Vorstandsvorsitzender der Dürr AG: „Wir sind in einem herausfordernden Umfeld sehr robust unterwegs. Auch im dritten Quartal rechnen wir auf Basis des starken Automotive-Geschäfts mit einem guten Auftragseingang. Im Gesamtjahr ist ein Auftragseingang von knapp fünf Milliarden Euro und damit das obere Ende der Prognosespanne realistisch.“
Bei Umsatz und Ergebnis konnte der Dürr-Konzern die erwartungsgemäß eingetretenen Rückgänge bei Homag mehr als kompensieren, heißt es in der Mitteilung der Dürr Group weiter.
Zum 30. Juni 2024 hatte der Dürr-Konzern 20 142 Beschäftigte. Dies entspricht einer Verringerung um 455 seit Ende 2023. Der Rückgang basiert im Wesentlichen auf dem im November angekündigten Abbau von rund 600 Stellen aufgrund der Marktschwäche bei Homag.