Ganztagsbetreuung: eine Herausforderung: Kultusministerin besucht Theodor-Gerhardt-Schule Freudenstadt

Ministerin Theresa Schopper (von links) und CDU-Landtagsabgeordnete Katrin Schindele mit Oberbürgermeister Adrian Sonder (Dritter von rechts) sowie weiteren Vertretern der Stadt, der Schule und den Schulbehörden am Eingang der TGS
Rath/StadtverwaltungWas bringt der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen mit sich? Um diese Frage drehte sich der Besuch von Kultusministerin Theresa Schopper (Bündnis 90/Die Grünen) an der Theodor-Gerhardt-Schule (TGS) in Freudenstadt über den in einer Pressemitteilung der Stadt Freudenstadt berichtet wird.
Der Empfang für die Ministerin fiel warm und freundlich aus. Im Foyer hieß die Klasse 2c die Besucherin mit einem Lied willkommen. Schopper nahm sich anschließend Zeit für ein ausführliches Gespräch mit der Schulleitung und den Lehrern, heißt es weiter.
„Unser pädagogisches Konzept beruht auf einem konstruktiven Ansatz und einem wertschätzenden Miteinander. Das ist die Basis für alles“, sagte Schulleiterin Daniela Friedrich. Der vielfältige Schulalltag und gesellschaftliche Veränderungen seien „aber auch eine Herausforderung“. Die Schule reagiere mit Einsatzbereitschaft der Lehrer darauf und verfolge den Ansatz, Entwicklungen „Schritt für Schritt“ umzusetzen. „Das ist bisweilen ein Kraftakt. Aber mit Jammern kommt man nicht weiter“, so Friedrich.
Prägende Personen
Schopper erklärte, sie brauche eine ehrliche Einschätzung, damit Landtag und Ministerium auf die Anforderungen richtig reagieren können. Es gehe darum, leistungsstarke Kinder nicht zu demotivieren; gleichzeitig dürften Kinder mit weniger Begabung und Unterstützung nicht zurückgelassen werden. Lehrern komme eine wichtige Rolle zu. Auch weil sie prägende Personen im Leben der Kinder und nah dran an deren Sorgen und Nöten seien.
CDU-Landtagsabgeordnete Katrin Schindele ergänzte: Das Jahr 2026 mit Einführung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsgrundschule rücke rasch näher. Auf die Städte und Gemeinden sowie die Schulen kämen dadurch „einige Herausforderungen zu“.
Entwurf sieht „grünes Klassenzimmer“ vor
Die Stadt hat bereits Weichen gestellt, um die TGS zur Ganztagsschule umzubauen, heißt es in der Mitteilung. Dazu wurde im April ein Antrag auf Förderung aus dem Investitionsprogramm Ganztagsausbau gestellt. Die Grundschule hat einen sport- und bewegungserzieherischen Schwerpunkt und eine offene Ganztagsschule. Der Schulhof soll neu gestaltet werden. Der Entwurf sieht ein „grünes Klassenzimmer“ auf dem oberen Pausenhof vor. Auf Höhe des unteren Zugangs soll eine Freifläche für „vielerlei Renn- und Fangspiele“ entstehen. Beide Hofteile sollen miteinander verbunden werden.
Was der neue Rechtsanspruch mit sich bringt, ist noch unklar. Die Stadt hat unter anderem vier Grundschulen in ihrer Trägerschaft, die allesamt Kernzeitangebote unterbreiten. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ist für Oberbürgermeister Adrian Sonder eine „anspruchsvolle und komplexe Aufgabe“. Es gehe darum, unter finanziell schwierigen Rahmenbedingungen gute Lösungen zu finden. Ein Gutachten soll Anhaltspunkte liefern, wie sich der Rechtsanspruch auf die Nachfrage für Freudenstadt voraussichtlich auswirkt. Die frühkindliche Bildung in Zusammenarbeit mit freien und kirchlichen Trägern ist nach Einschätzung der Stadt bereits auf einem hohen Niveau.
Die Theodor-Gerhardt-Schule in Zahlen
Die Schüler
Die TGS hat 13 Klassen mit zusammen mehr als 280 Kindern. 55,5 Prozent der Kinder stammen aus Einwandererfamilien, der Landesdurchschnitt liegt bei 32,5 Prozent. 16 Kinder sind Inklusionsschüler, was 4,3 Prozent bedeutet, Tendenz steigend. Vier Kinder werden mit Schulbegleitung unterrichtet. Die TGS kooperiert mit 13 Kindergärten sowie Institutionen, Vereinen und Unternehmen und hat viele Zusatzangebote, um Kinder mit Schwächen zu fördern.