Frischfaser Karton GmbH: Standort Baiersbronn vor dem Aus? Vorläufiger Insolvenzverwalter lässt aufhorchen

Die Firma Frischfaser Karton in Baiersbronn hat Insolvenz angemeldet. (Archivfoto)
Monika Braun- Frischfaser Karton Baiersbronn hat Insolvenz angemeldet – Zukunft bleibt ungewiss.
- Vorläufiger Verwalter: Produktion läuft 24/7, Insolvenzgeld ist vorfinanziert.
- Verhandlungen mit einem Investor dauern an, Finanzierung ist noch nicht gesichert.
- Ohne Investor bis zur Verfahrenseröffnung droht die Einstellung des Betriebs.
- Hohe Energiekosten und CO2-Pflichten belasten, Materialdisposition ist auf Minimum reduziert.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Nachricht kam Ende Juni auch für den Bürgermeister aus heiterem Himmel: „Völlig überrascht“ zeigte sich Michael Ruf angesichts der Nachricht, dass die Baiersbronn Frischfaser Karton GmbH Insolvenz angemeldet hatte. Immerhin geht es um die Zukunft von rund 220 Mitarbeitern am Standort Baiersbronn.
Mitte Juli sendete der vorläufige Insolvenzverwalter Jan Markus Plathner einige positive Botschaften: Die Firma produziere 24/7, das Insolvenzgeld sei vorfinanziert, mehrere potenzielle Investoren zeigten Interesse.
Jetzt, gut fünf Wochen später, meldet Plathners Kanzlei in einer Pressemitteilung, dass die Verhandlungen mit einem potenziellen Investor andauern. Doch der darauffolgende Satz lässt aufhorchen: „Die für die Umsetzung der Transaktion erforderliche Finanzierung konnte bislang seitens des Investors jedoch noch nicht sichergestellt werden.“
Eigenständige Fortführung unmöglich
Konkret bedeutet das laut Mitteilung: Ist bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens kein Investor gefunden, muss der Betrieb eingestellt werden. Eine eigenständige Fortführung „ist aufgrund der dann wieder geltenden Vollkosten und beschränkter Preiserhöhungsmöglichkeiten“ nicht möglich. Das verbleibende Zeitfenster sei daher begrenzt.
Weiter heißt es in der Mitteilung: „Mit Blick auf die anstehende Verfahrenseröffnung wird die Materialdisposition derzeit auf das Minimum reduziert. Für die laufende Produktion ist weiterhin Material vorhanden.“
Eine Fortführung über die Verfahrenseröffnung hinaus scheitere insbesondere an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: „Neben den massiv gestiegenen Energiekosten belasten die Verpflichtungen zur Abgabe von Emissionsberechtigungen im Rahmen des CO₂‑Emissionshandels das Unternehmen erheblich.“
Der Fokus aller Beteiligten liege daher auf einem erfolgreichen Abschluss des Investorenprozesses zum Erhalt des Standorts Baiersbronn, so die Kanzlei abschließend.
