Feuerwehr im Kreis Freudenstadt: Mitgliederzahl erreicht 15-Jahres-Hoch

Zahlreiche Ehrungen nahm Kreisverbandsvorsitzender Maik Zinser (Dritter von rechts) zusammen mit seinen Stellvertretern Franz Wittich und Jürgen Brendle bei der Kommandantendienst- und Verbandsversammlung der Feuerwehren im Landkreis Freudenstadt in der Veranstaltungshalle in Schopfloch vor.
Uwe AdeZur Dienstversammlung der Kommandanten und Abteilungskommandanten der Feuerwehren im Kreis Freudenstadt und der Versammlung des Kreisfeuerwehrverbands hieß Kreisbrandmeister Frank Jahraus nicht nur Feuerwehrleute, sondern auch den Landrat, Abgeordnete, Kreisräte, Bürgermeister, den Bezirksbrandmeister und Vertreter anderer Hilfsorganisationen in der Veranstaltungshalle Schopfloch willkommen.
Es gebe wenige Ereignisse im Laufe eines Jahres, die für einen Landrat so schön seien, wie diese Veranstaltung bei der Feuerwehr, sagte Klaus Michael Rückert in seinem Grußwort. „Wo sonst hat man so viele Menschen, die im Ehrenamt Verantwortung und Führungsverantwortung übernehmen, so dass letztlich den Menschen im Landkreis selbstlos, engagiert und fachlich geholfen wird?“, fragte der Landrat in den Saal und dankte den Einsatzkräften für ihre Arbeit.
In seinem – letzten – Jahresrückblick vermeldete der im Februar 2026 scheidende Kreisbrandmeister Frank Jahraus einen „spürbaren Zuwachs“ bei den Frauen – um sechs Prozent auf derzeit 133. Insgesamt zähle man im Kreis 2190 Feuerwehrangehörige in 16 Gemeindefeuerwehren und 66 Einsatzabteilungen. Erfreut verwies Jahraus auf den höchsten Mitgliederstand seit 15 Jahren. Auch in den Altersabteilungen gab es mit aktuell 480 Angehörigen einen Anstieg.
25 Jugendliche mehr
Verbunden mit dem Dank an Städte und Gemeinden wies Jahraus darauf hin, dass in den vergangenen 18 Jahren im Landkreis fast der komplette Fahrzeugpark bei den Feuerwehren erneuert worden sei.
Als Dreh- und Angelpunkt bei Einsätzen und in der Kommunikation bezeichnete Jahraus die von DRK und Landkreis gemeinsam betriebene integrierte Leitstelle in der Jaspisstraße im Gewerbegebiet Sulzhau in Freudenstadt. Die Feuerwehren im Kreis hatten im vergangenen Jahr 1100, der Rettungsdienst 32 000 Einsätze. Annähernd 100 Einsätze mit Betreuung von über 300 Menschen habe die psychosoziale Notfallversorgung, die heuer 25-jähriges Bestehen feiert, verzeichnet.

Vor der Halle konnten neue Fahrzeuge, hier das aus Eutingen-Rohrdorf, und Geräte besichtigt werden.
Foto: Uwe AdeKreisjugendwart Thomas Frietsch vermeldete steigende Mitgliederzahlen in den Jugendwehren. 25 Jugendliche, ein Viertel davon Mädchen, kamen hinzu, die Gesamtzahl liegt bei 680. Im vergangenen Jahr gab es 59 Übertritte in die Einsatzabteilungen.
Zum Kreisfeuerwehrverband informierte Maik Zinser. Er ging zunächst auf den Wechsel im Landesverband mit dem neuen Präsidenten Michael Wegel ein. Als gutes Konzept, das man im Kreis gegebenenfalls übernehmen wolle, nannte Zinser die Brandschutzerziehung im Kreis Tübingen. Dort wurde ein Kofferset für Kindergärten entwickelt. Neue und zusätzliche Unterstützung erhoffe man sich für das Fachgebiet Sport – Fachgebietsleiter Uwe Gutekunst wolle seine Funktion in jüngere Hände übergeben. Umfassend informierte Zinser auch über das Feuerwehrhotel Sankt Florian am Titisee, für das auch der Kreis Freudenstadt jährlich 25 Freiplätze habe.
Blaulichttag im „Tal X“
Gespannt blickten die Feuerwehren auf den 15. Juni, so Zinser. An diesem Tag findet bei der Gartenschau im „Tal X“ der Blaulichttag statt. Die gesamte Blaulichtfamilie werde dort ein breites Spektrum präsentieren.
Mit Blick auf die aktuelle Weltpolitik betonte CDU-Bundestagsabgeordneter Klaus Mack ins einem Grußwort, dass auf die Feuerwehr und den Katastrophenschutz neue Aufgaben zukämen. „Sie leisten einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit in unserem Landkreis, sie bilden jetzt schon das Rückgrat des Zivilschutzes“, sagte Mack und dankte dafür.
Musikalisch umrahmten der Spielmannszug Horb-Talheim und die Feuerwehr-Musikkapelle Empfingen die Tagung. Vor der Halle waren Fahrzeuge und Geräte, die die Wehren im Kreis im vergangenen Jahr angeschafft hatten, zur Besichtigung aufgestellt.
Ehrungen des Bundes-, Landes- und Kreisverbands der Feuerwehr
Ehrenkreuz
Das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber bekamen die Hauptbrandmeister Sven Delitzsch (Werkfeuerwehr Fischer), Markus Kohler (Alpirsbach) und Markus Müller (Bad Rippoldsau-Schapbach) sowie Oberbrandmeister Alfred Maier (Abteilung Bad Rippoldsau). Das Deutsche Feuerwehrehrenkreuz in Bronze bekamen die Oberbrandmeister Martin Mast (Grömbach) und Michael Kern (Pfalzgrafenweiler, Abteilung Kälberbronn).
Ehrenmedaillen
Die Ehrenmedaille des Landesfeuerwehrverbands in Silber erhielten Brandmeister Walter Ehmann (Freudenstadt, Abteilung Grüntal-Frutenhof), Hauptbrandmeister Wilhelm Knödler (Horb, Abteilung Stadt) und Oberbrandmeister Timo Wahr (Baiersbronn, Abteilung Huzenbach). Die Ehrenmedaille des Kreisfeuerwehrverbands Freudenstadt ging an Brandmeister Walter Ehmann (Freudenstadt, Abteilung Grüntal-Frutenhof) und die Oberbrandmeister Michael Kern (Pfalzgrafenweiler, Abteilung Kälberbronn), Rolf Kirn (Seewald, Abteilung Hochdorf) und Timo Wahr (Baiersbronn, Abteilung Huzenbach).