Fälle im Nordschwarzwald
: Betrüger setzen jetzt auf Todesanzeigen

Im Nordschwarzwald greift eine Abwandlung des Enkeltricks um sich. Besonders perfide: Die Betrüger scheinen ihre Informationen aus Todesanzeigen zu haben.
Von
Regina Schwenk
Oberndorf
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Die Betrüger geben sich als Kinder oder Enkel ihrer Opfer aus und geben vor, sich in einer Notlage zu befinden.

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Angerufen werden offenbar Senioren, die kurz zuvor einen engen Angehörigen – etwa den Partner – verloren haben. Die Trauernden erhalten dann einen Anruf von einem sich anscheinend in einer Notlage befindenden Familienmitglied.

Auffällig ist – so schildert es eines der Opfer, das anonym bleiben möchte, gegenüber unserer Redaktion – dass die Betrüger offenbar bestens über die Familienverhältnisse Bescheid wissen, etwa die Vornamen von Kindern und Enkeln kennen.

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Pforzheim bestätigt das Vorgehen. Kriminelle, so der Sprecher, suchten immer wieder nach Möglichkeiten, bekannte und dadurch unwirksamer werdende Betrugsmaschen abzuwandeln. Aus Todesanzeigen ließen sich leicht nähere Informationen zu Verwandtschaftsverhältnissen herauslesen, so der Sprecher.

16 Fälle angezeigt

In den Kreisen Freudenstadt und Calw wurden seit dem 11. August 16 Betrugsversuche mit falschen Polizeibeamten bekannt. Davon, informiert die Polizei, fallen vier in die Kategorie der sogenannten Schockanrufe, bei denen angebliche enge Verwandte den Opfern eine Notlage vorgaukeln.

Zur Anzeige kamen insgesamt sechs Betrugsversuche im Kreis Freudenstadt und zehn im Kreis Calw.

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