Pflichtabgabe für Winzer geplant
: Bessere Werbung soll Weinanbau in Baden und Württemberg stärken

Um den Weinanbau in Baden und Württemberg zu stärken, plant die Landesregierung eine Abgabe, die jeder Winzer entrichten muss und die zu Werbezwecken verwendet werden soll.
Von
Ralf Deckert
Oberndorf
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Sorgen sich um die Absatzzahlen des Badischen Weins (von links): Geschäftsführer des Badischen Weinbauverbands Holger Klein, Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) und Verbandspräsident Rainer Zeller.

Stefanie Salzer-Deckert

Das Land Baden-Württemberg will eine Pflichtabgabe für die Weinwerbung in Baden und in Württemberg einführen. In Baden war zuletzt eine freiwillige Abgabe in Höhe von 20 Euro pro Hektar Anbaufläche für die gemeinsame Badische Weinwerbung an der fehlenden Solidarität eines Teils der Winzer gescheitert.

Die Pflichtabgabe sei zweckgebunden und könne schon ab dem kommenden Jahr auf jeden Betrieb in beiden Landesteilen zukommen. Dies sagte Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) am Dienstag in Müllheim (Breisgau-Hochschwarzwald) bei der Pressekonferenz des Badischen Weinbauverbands.

Viele Winzer begrüßen die geplanten Abgaben

Der Verband mit Sitz in Freiburg hatte das Marketing für den Badischen Wein vor einem Jahr übernommen, nachdem die gemeinsame Badische Weinwerbung mit Sitz in Baden-Baden endgültig gescheitert war. Mit tragischen Folgen: Die Sichtbarkeit der Weine aus Baden ist selbst in der Region rückläufig, der Marktanteil Badischer Weine am Konsum in Baden ist seit 2020 von 50 auf 40 Prozent geschrumpft.

„Wir brauchen die Pflichtabgabe“, so Winzerin Engler-Waibel aus Müllheim eindringlich. Noch nie habe der Lesebeginn in den Reben mit einem ähnlich hohen Tempo Fahrt aufgenommen wie in diesem Jahr, so die Winzerin weiter.

Den Winzern bleibt für die Weinlese immer weniger Zeit.

Foto: Stefanie Salzer-Deckert

Zwischen der Blüte und der Lese liegen in der Region aber mittlerweile nur noch rund 90 Tage. Die alte Faustregel, dass es ab der Blüte bis zur Lese 100 Tage dauert, gelte nicht mehr. Die Winzer bräuchten daher besonders schlagkräftige Teams in den Reben, um die Lese flott zu bewältigen – gerade, wenn wie zuletzt, drohende Fäulnis durch die Nässe den Zeitdruck auf die Betriebe erhöhe. Bis Ende September werde die Lese im badischen Landesteil weitgehend abgeschlossen sein, und man erwarte einen guten Weinjahrgang, so Geschäftsführer des Weinbauverbands Holger Klein.

Man erwarte in Baden in diesem Jahr einen leicht unterdurchschnittlichen Ertrag von 75 bis 77 Hektolitern Wein pro Hektar Anbaufläche. Bis in den August hinein habe man ein Musterjahr für den Weinanbau erlebt, selten hätten die Trauben so gut ausgesehen.

Winzer fordern weitere Unterstützung vom Land

Vom Land erhoffe man sich allerdings weitere Hilfe, um den Weinbau zukunftsfähig umzubauen, so Zeller. Der sinkende Konsum bringe es mit sich, dass mehr und mehr Flächen aufgegeben werden. Man erhoffe sich eine Regelung, bei der Brachen ermöglicht werden, die nach acht Jahren bei Bedarf wieder für den Weinbau genutzt werden können. Minister Hauk betonte, das Thema werde bereits in drei Pilotprojekten im Land erprobt, bei denen aufgegebene Anbauflächen nahe beieinander ermöglicht werden, um die Kulturlandschaft nicht zu zerstören.

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