Fast alle Stellen besetzt: Rund 1700 Lehrkräfte wurden im Regierungsbezirk Freiburg eingestellt

Das Regierungspräsidium Freiburg hat rund 146 Millionen Euro für den Anspruch auf Ganztagsschulen bereitgestellt. (Symbolfoto)
Bernd Weißbrod/dpaZu Beginn des neuen Schuljahrs informiert das Regierungspräsidium Freiburg (RP) über die Unterrichtsversorgung, die Schülerzahlen und den Ganztagsausbau an den Schulen im Regierungsbezirk Freiburg.
Demnach hat das RP rund 1700 Lehrkräfte eingestellt, bei einem Gesamtkontingent von rund 1300 Stellen. Damit konnten laut RP nahezu alle offenen Stellen besetzt werden. Nur im Bereich der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren herrsche nach wie vor ein Bedarf an Lehrkräften, hauptsächlich in ländlichen Gebieten.
Vertretungen bleiben große Herausforderung
Auch die Vertretung kurzfristiger Ausfälle, die sich während des Schuljahrs ergeben, bleibt für die Schulen eine organisatorische Herausforderung.
Zudem gilt ab diesem Schuljahr der neue Anspruch auf Ganztagsbetreuung für alle Erstklässler in Deutschland. Zum Ausbau der schulischen Ganztagsangebote hat das RP in den vergangenen Monaten rund 146 Millionen Euro an Fördermitteln von Bund und Land an Kommunen und Landkreise im Regierungsbezirk Freiburg verteilt. Bewilligt wurden bislang 160 Anträge, verteilt auf insgesamt 155 Schulen.
Anspruch auf Ganztagsbetreuung ist ein wichtiger Baustein
„Die Ganztagesbetreuung ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass alle Kinder die bestmöglichen Chancen auf eine erfolgreiche Zukunft haben. Gleichzeitig ermöglicht sie eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Uns ist bewusst, dass der Anspruch auf Ganztagsbetreuung die Landkreise und Kommunen vor erhebliche Herausforderungen stellt. Es ist uns daher sehr wichtig, unseren Beitrag zur Umsetzung des Ganztagsanspruchs zu leisten“, erklärte Regierungspräsident Carsten Gabbert.
Schülerzahlen an öffentlichen Schulen
Für etwa 287.400 SSchüler sowie rund 28.700 Lehrkräfte hat am Montag an den 864 öffentlichen Schulen im Regierungsbezirk Freiburg wieder der Schulalltag begonnen.
Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen leichten Anstieg von rund 2000 Schülern. Rund 21.470 Erstklässler werden in diesem Schuljahr an den Grundschulen eingeschult.
Für die fünfte Klassenstufe an den weiterführenden Schulen haben sich insgesamt rund 19.000 Schüler angemeldet. Davon starten rund 1320 Kinder an den Haupt- und Werkrealschulen (Vorjahr: rund 1660) sowie rund 6200 Schüler an den Realschulen (Vorjahr: rund 6770).
An den allgemein bildenden Gymnasien haben sich rund 6990 Kinder für die fünfte Klasse angemeldet (Vorjahr: rund 6860), an den Gemeinschaftsschulen gibt es rund 3600 neue Fünftklässler (Vorjahr: rund 3230).
An den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren werden rund 790 Fünftklässler erwartet (Vorjahr rund 800). Zudem haben sich insgesamt rund 3790 Schüler (Vorjahr: rund 3670) für die Eingangsklassen an den beruflichen Gymnasien angemeldet.
Einstellung von Lehrkräften
Zum neuen Schuljahr konnten an den öffentlichen Schulen im RP bislang 1685 Lehrkräfte eingestellt werden, bei einem Gesamtkontingent von rund 1300 Stellen.
Davon entfallen 528 Personen auf den Grundschulbereich. 350 Lehrkräfte wurden an den Schulen der Sekundarstufe I eingestellt, 119 an den Gymnasien, 26 Gymnasiallehrkräfte an Gemeinschaftsschulen, 328 an den beruflichen Schulen und 334 an den sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren.
Auch Personen ohne Lehrbefähigung werden eingestellt
Damit sind die offenen Stellen weitgehend besetzt. Allerdings besteht insbesondere im ländlichen Raum nach wie vor die Herausforderung, genügend Lehrkräfte mit passenden Fächern zu finden. Deshalb ist die Schulverwaltung weiterhin darauf angewiesen, auch Personen ohne Lehrbefähigung einzustellen.
Bei den 119 Einstellungen an den Gymnasien handelt es sich in 54 Fällen um sogenannte Abordnungen gymnasialer Lehrkräfte an andere weiterführende Schularten, also Werkrealschulen, Hauptschulen, Realschulen, Gemeinschaftsschulen oder berufliche Schulen. Diesen gymnasialen Lehrern wird ein Gymnasium als Stammschule zugewiesen und gleichzeitig werden sie in der Regel für die Dauer von vier Jahren an eine andere Schulart abgeordnet.


