Außenbecken im Westbad: Freiburger erobern ihr Freibad im Sturm zurück

In wenigen Sekunden hat sich das Becken des Westbads gefüllt.
Alwxander BlessingDer Ansturm ist riesig: Bei sommerlichen 33 Grad türmen sich Fahrräder an allen Ecken, es gibt keine freien Parkplätze mehr und ständig kommen weitere Menschen zu Fuß in die Ensisheimerstraße. Sie alle wollen bei der Eröffnung des neuen Außenbeckens des Freiburger Westbads dabei sein. 2003 wurde das Außenbecken aufgrund des hohen Sanierungsbedarfs und klammer Stadtkassen geschlossen. Es waren 22 Jahre, in denen viele Freiburger für ihr Westbad gekämpft haben. Nun erstrahlt der neue Außenbereich im Westbad in neuem Glanz.
„Ich bin hier in Mooswald groß geworden und mit dem Westbad aufgewachsen. Ich bin glücklich und stolz, zu sehen, dass wir nach mehr als 20 Jahren wieder ein Freibad im Freiburger Westen haben“, freut sich Freiburgs Finanzbürgermeister Stefan Breiter (CDU). Freiburg hat nun neben den drei Bädern im Süden und Osten der Stadt auch wieder ein Freibad im Westen.
Becken füllt sich binnen Sekunden mit Badegästen
Doch bis die zahlreichen Besucher, zum Zeitpunkt der offiziellen Eröffnung waren es 2800, ihr Freibad zurückerobern konnten, mussten sie sich noch etwas gedulden. Es folgten fünf Redner und 23 lange Minuten, in denen Kinder und Erwachsene ungeduldig am Beckenrand ausharrten.

Die Badegäste mussten sich noch etwas gedulden.
Foto: Alexander BlessingAls der Startschuss fiel, gab es kein Halten mehr: Binnen Sekunden war das neue Becken voller Menschen und vor allem Kinder. „Das neue Westbad ist ein Bad für alle Freiburger“, bekräftigt Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos).
„Im Laufe des Tages waren es insgesamt 5000 Menschen“, erklärt Stefanie Bersin, Pressereferentin der Freiburger Stadtbau. „Wir haben in viele glückliche und lachende Gesichter geschaut“, fällt Bersins Fazit positiv aus. Es sei schön zu sehen, dass so viele Freiburger das neue Angebot genutzt hätten.
Sportanlagen unabhängig vom Bad zugänglich
„Wir waren mit dem richtigen Konzept zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, sagt der Geschäftsführer der Freiburger Stadtbau Matthias Müller, die als Betreiberin die Freiburger Bäder verantwortet. Elf Millionen Euro hat der Bau gekostet. 3,55 Millionen Euro steuert der Bund dazu bei. Weitere 350 000 Euro kommen von Sponsoren, Spendern und Stiftungen. „Es ist ein tolles Zeichen, dass wir in diesen Zeiten, in denen an anderen Orten Bäder geschlossen werden müssen, das neue Außenbecken eröffnen können“, sagt Freiburgs Oberbürgermeister Horn. Das Freibad hat ein geteiltes Becken mit Schwimmbahnen, einer breiten Rutsche, einem Kinderbereich sowie einem Strömungskanal.

Im Außenbereich gibt es nun auch einen Streeballplatz.
Foto: Alexander BlessingWeitere 900 000 Euro wurden in den Außenbereich investiert. Ein 3x3-Basketballfeld, ein Soccercourt, und ein Beachvolleyballfeld – alle Anlagen sind auch außerhalb der Öffnungszeiten des Bads zugänglich – werten die Anlage in direkter Nachbarschaft zum Seepark auf.
Auch die Bauzeit von knapp elf Monaten sei für ein solches Projekt keine Selbstverständlichkeit. Ermöglicht wurde dieser Kraftakt, da alle an einem Strang gezogen haben, wie die Beteiligten im Rahmen der Eröffnung betonen. „Wir haben das Westbad zum ‚Bestbad‘ gemacht“, unterstreicht Müller.
Er denkt bereits ein paar Schritte weiter und hat weitere Ideen für die Zukunft des Westbads. Er würde das Bestandsgebäude am Eingang gerne Schulen für Nachhilfe zur Verfügung stellen. „Und danach könnten alle kostenlos ins Freibad“, meint Stadtbau-Geschäftsführer Müller.