Wirtschaft im Kreis Calw
: Boysen Gruppe auf der IAA Mobility in München

Aufsichtsratsvorsitzender Rolf Geisel setzt sich bei Ministerpräsident Winfried Kretschmann für den Nordschwarzwald ein.
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(red/pm)
Oberndorf
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Die Boysen Gruppe auf der IAA Mobility in München: Boysen-Aufsichtsratsvorsitzender Rolf Geisel (Zweiter von links) und Till Scharf, Chief Executive Officer, (rechts) geben Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Zweiter von rechts) und dem Grünen-Landtagsabgeordneten Thomas Hentschel (links) Einblicke ins Neugeschäft mit Batteriegehäusen.

Boysen Gruppe/Rainer Wöhrle

Unter dem Motto „Technologies for Transformation“ präsentiert sich die Boysen Gruppe in dieser Woche auf der IAA Mobility 2025 in München. Wie das in Altensteig ansässige Unternehmen den technologischen Wandel vom Kerngeschäft Abgastechnik hin zu neuen Produktgruppen für alternative Antriebe vollzieht, beeindruckt auch den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann.

Kretschmann spricht sich für flexiblere Auslegung aus

Zur Eröffnung der IAA durch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Dienstag plädierte Kretschmann für eine flexiblere Auslegung des für 2035 anvisierten Verbrennerverbots innerhalb der EU. Wichtig sei, dass die Wirtschaft am Ziel der Klimaneutralität festhalte. Davon überzeugte sich der Grünenpolitiker bei seinem Rundgang auch am Messestand der Boysen Gruppe, welcher in Halle A1 in prominenter Lage platziert ist: Direkt gegenüber zeigt BMW beim Heimspiel in München die neue Klasse – ausgestattet mit Batteriegehäusen der Marke Boysen.

Neues Geschäftsfeld erschlossen

Boysen-Aufsichtsratsvorsitzender Rolf Geisel, Till Scharf, Chief Executive Officer, und Matthias Schöttle, Chief Sales Officer, informierten Ministerpräsident Kretschmann zur aktuellen Unternehmensentwicklung. In Ergänzung zum Kerngeschäft Abgastechnik hat sich die Boysen Gruppe in den vergangenen Jahren mit der Entwicklung und Fertigung von Batteriegehäusen für E-Fahrzeuge ein neues Geschäftsfeld erschlossen. Beleg dafür sind zwei Großaufträge der Premiumhersteller BMW und Mercedes-AMG. Die entsprechende Serienfertigung von Batteriegehäusen in den zwei neuen Boysen Werken im ungarischen Nyíregyháza und in Nagold sei aktuell bereits im Hochlauf.

Ein weiteres Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Deutschland sei neben der Fertigung in Nagold auch das neue Entwicklungszentrum in Simmersfeld, wo Boysen das Leistungsspektrum im Neugeschäft mit Batteriegehäusen weiter ausbaut. Ebenso im Fokus stehen die Herstellung und Nutzung von Wasserstoff sowie die Weiterentwicklung von stationären Energiespeichern in Form von Flow-Batterien.

Vorangehen möchte die Unternehmensgruppe laut Rolf Geisel auch beim Ausbau regenerativer Energien. Am Standort Simmersfeld sei ein eigener Windpark geplant – mit fünf Windrädern der neuesten Generation, die pro Jahr rund 90 Millionen Kilowattstunden grünen Strom erzeugen und damit rund 65 000 Tonnen Kohlenstoffdioxid einsparen.

Vorhandene Netze reichen nicht aus

„Die Behördengänge sind erfolgreich durchlaufen, doch leider zeigt sich in dieser entscheidenden Phase, dass die vorhandenen Netze nicht ausreichen, um unseren Strom abzuleiten.“

Ebenso stark im Hintertreffen sieht Geisel seine Heimatregion – und dabei insbesondere den Landkreis Calw, in dem Boysen mit vier Entwicklungs- und vier Produktionsstätten vertreten ist – beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, was die Standorttreue nicht gerade leichter mache.

„Der Nordschwarzwald wird bei wichtigen Entscheidungen in Stuttgart oft nicht gesehen“, so Geisel an die Adresse von Winfried Kretschmann. Der Landesvater versprach, die geschilderten Anliegen näher in Augenschein zu nehmen und bat dafür um detaillierte Fallschilderungen im Nachgang der IAA in München.

Prominente Gäste am Messestand

Zu den ranghohen Besuchern des Boysen Messestandes zählten neben Ministerpräsident Kretschmann und dem Grünen-Landtagsabgeordneten Thomas Hentschel (Sprecher für Justiz, klimaneutrale Antriebe und Tourismus) bislang auch Andreas Stoch, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion Baden-Württemberg, Cem Özdemir (Grüne) sowie Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Mercedes-Benz Group AG.

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