Warntag in Calw
: Stadt testet Sirenen und eine neue Funktion – das Ergebnis überrascht

Wie geplant wurden am Donnerstag bundesweit Warnsysteme getestet. Auch in Calw sorgten Sirenen für Aufmerksamkeit. Eine neue Funktion fiel dagegen leise aus. Und das hat seinen Grund.
Von
Ralf Klormann
Oberndorf
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Unter anderem auf dem Dach des Calwer ZOBs sind Sirenen installiert.

Jana Heer

Donnerstagvormittag, 11 Uhr in Deutschland. Mobiltelefone schrillen, Sirenen heulen. Es ist der 11. September. Bundesweiter Warntag 2025.

Auch in der Calwer Kernstadt erklingen pünktlich Heultöne. Sechs fest installierte Sirenen stehen der Stadt für diesen Zweck seit rund zwei Jahren zur Verfügung, alle entlang des Nagoldtals – in Ernstmühls Ortsmitte, Hirsau Kreisverkehr, auf dem ZOB, Calw Feuerwehr, auf dem Dach des Landratsamts und auf dem Hohen Fels hinter dem Krankenhaus.

Doch während das Heulen am Donnerstag gut zu vernehmen ist, geht eine neue Funktion eher unter. Denn die Sirenen der Stadt können auch für Sprachdurchsagen genutzt werden.

Wirklich verständlich ist die Durchsage nicht überall

„Im Warnbereich findet zurzeit ein Sirenenprobealarm statt. Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung.“ Dieser Text sollte zum Warntag zu hören sein. Wirklich verständlich ist die Durchsage aber zumindest in der Lederstraße in der Calwer Kernstadt, etwa mittig zwischen zwei Sirenen gelegen, nicht. Das bemerken auch Passanten in der Fußgängerzone.

Der simple Grund dafür: Die Durchsagen sind deutlich leiser als das Heulen. Und das wiederum, erklärt Oberbürgermeister Florian Kling, hat technische Gründe.

Sirenen seien generell auf hohe Heiltöne spezialisiert – und dafür konstruiert, mit extrem hoher Lautstärke von mehr als 100 Dezibel einen großen Umkreis zu erreichen.

Doch „Sprachdurchsagen müssen verständlich sein, nicht schrill“, führt Kling aus. „Dafür werden Lautsprecher mit engerem Frequenzband genutzt, die Sprache klar übertragen, aber weniger Schalldruck erzeugen.“ Die Durchsagen erreichten etwa 70 Dezibel.

Das sei aber nicht wirklich problematisch, erklärt Kling. Denn die Durchsagen seien „nicht Teil des Warnsystems“ der Integrierten Leitstelle, die wiederum die Sirenentöne auslöse. Sondern eine zusätzliche Warnung, die per Mobilfunkanschluss vom Calwer Feuerwehrhaus angestoßen werden könne. Zusätzlich zu den Sirenen, aber auch zusätzlich zu Durchsagen, die im Ernstfall über Feuerwehr- und Polizeifahrzeuge sowie mittels der beiden mobilen Sirenen der Stadt Calw in allen Straßen gemacht werden können.

Test für den Ernstfall hat sich gelohnt

So sei es auch möglich, die Durchsagen nur aus einzelnen fest installierten Sirenen – eben dort, wo der Alarmfall akut sei. Etwa aufgrund einer Rauchentwicklung bei Bränden.

Beim Großbrand eines Wohnhauses auf dem Wimberg im März 2024 waren beispielsweise die mobilen Sirenen genau dafür im Einsatz gewesen. Durch eine Inversionswetterlage war Rauch nach unten gedrückt worden und Richtung Alzenberg gezogen. Die Feuerwehr warnte mittels Sirene, Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Der Warntag, so Kling, sei nun genutzt worden, um diese neue Funktion zu testen. Dabei habe es tatsächlich eine Fehlermeldung gegeben, dass die Durchsage in Ernstmühl nicht funktioniert habe. Dem gehe die Verwaltung jetzt nach. Der Test für den Ernstfall hat sich insofern gelohnt. „Dafür machen wir’s“, so der Oberbürgermeisters.

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