Bedarfsplanung im Gemeinderat: Wildberg hat genügend Kita-Plätze – und doch mangelt es

Im Gemeinderat ging es um die Betreuung der Kleinsten. (Symbolfoto)
Andrey Kuzmin - stock.adobe.comWie viele Kinder müssen in Wildberg wo im kommenden Kindergartenjahr untergebracht werden – und was braucht es dafür? Die Kindergarten-Bedarfsplanung stand auf der Tagesordnung des Wildberger Gemeinderats.
Gleich zu Anfang erklärte Bürgermeister Ulrich Bünger: Die Plätze mussten wegen Personalmangels reduziert werden. In der Gesamtstadt stehen derzeit 457 Plätze für Kinder über drei Jahren zur Verfügung. Normalerweise wären es 470. Im Jahr 2025/2026 werden voraussichtlich 453 Plätze gebraucht, es gibt bereits 445 Anmeldungen.
Stadtrat Gerhard Ostertag (CDU) kritisierte: „Allein daraufhinzuweisen, dass die Plätze für die Gesamtstadt ausreichen, reicht rechtlich aus. Aber unserer Ansicht nach nicht, wenn die Plätze vor Ort dann fehlen.“Und: „Wir sind besorgt, ob zu Beginn des neuen Kindergartenjahres die Plätze auch in Sulz zur Verfügung stehen.“
Denn Sulz ist derzeit ein Sorgenkind. Dort können nicht alle Kinder aufgenommen werden, die im Einzugsgebiet leben. Diese Kinder hätten allesamt ein Angebot, in die Kita auf dem Wächtersberg zu gehen, auch einzelne Plätze in der evangelischen Kindertagesstätte seien frei, heißt es von der Stadt.
In Effringen fehlt es an U3-Plätzen
Auch in Effringen fehlen Plätze für Kinder unter drei Jahren. „Wir haben es noch nie gehabt, das wie in Sulz oder wie in Effringen eine ganze Gruppe Bedarf ist“, meinte Stadträtin Margit Gärtner (CDU).
In Gültlingen gebe es derzeit eine personelle Durststrecke, meinte Bürgermeister Bünger. Hier sei die Stadt daran, Lösungen zu finden, damit diese Situation über die Ferien entspannt werden könne.
Der Anspruch sei, dass jedes Kind einen Kindergartenplatz bekomme. Es gebe insgesamt drei Vollzeitstellen, die auf mehrere Personen verteilt sind und Vertretungen übernähmen. „Das hilft aber nicht, wenn es Langzeiterkrankungen gibt, dass das für die Eltern ein Problem darstellt, wir können das nachvollziehen“, erklärte Bünger.
Modell aus dem Enzkreis übertragbar?
Dem Mangel an Erziehern wirke die Stadt entgegen: „Wir bilden in allen Bereichen aus.“ Stadträtin Rebekka Schneider (Grüne) lobte dies und verwies zusätzlich auf ein Modell, das es im benachbarten Enzkreis gebe. Dort würden Erzieherinnen, die bereits in Rente sind, für Krankheitsvertretungen zurückgeholt. „Das wäre auch eine Idee, über die man nachdenken kann“, meint sie.
Die Überlegungen, wie sich die Situation in Sulz entspannen lassen, werden derzeit noch nicht-öffentlich verhandelt. Bürgermeister Ulrich Bünger schlug vor, diese Punkte auf die öffentliche Tagesordnung zu heben. Das fand grundsätzlich Zustimmung, Stadtrat Uwe Traub (CDU) bat allerdings darum, einen Teil, der nicht mit Sulz zu tun habe, weiterhin nicht-öffentlich zu behandeln.
Eine Überlegung ist, Räume im evangelischen Gemeindehaus zu nutzen. Dort hat im April eine Besichtigung stattgefunden. Denn für eine Kita müssen zahlreiche Voraussetzungen erfüllt sein, auch die Kosten spielen eine Rolle.
„Ich bin auch der Meinung, wir können nicht über die Köpfe unserer Erzieherinnen zu entscheiden“, meinte Bünger. Denn eine Gruppe im Gemeindehaus würde auch bedeuten, dass die Verantwortung für eine nicht-angegliederte Gruppe anfällt – immerhin 350 Meter vom Kindergarten entfernt.