Abschied von Spielberg: Pfarrer Holland wechselt Gemeinde – das sind seine Gedanken zum Neuanfang

Ulrich Holland blickt mit Vorfreude und neuen Ideen auf den Neuanfang in der Gemeinde Baiersbronn-Oberndorf.
Ulrich HollandIm Gottesdienst wurde es bekannt gegeben: Pfarrer Ulrich Holland verlässt nach zehn Jahren die Gemeinde Spielberg-Egenhausen und wechselt zum 1. September nach Baiersbronn-Oberdorf.
Auf die Frage, was er aus dieser Zeit mitnehme, antwortet er augenzwinkernd: „Ich nehme natürlich meine Frau mit.“
Abgesehen vom privaten Umzug blickt er dankbar zurück: „Ich bin zehn Jahre sehr sehr gerne hier gewesen“, so Holland. Seine Zeit sei geprägt gewesen von Begegnungen in „schönen und schweren Momenten“.
Das sind seine Gründe für den Wechsel
Der Wechsel sei auch privat und beruflich passend. Seine Frau kandidiert ehrenamtlich in der Landessynode in Stuttgart, der Wahlkreis reicht bis Freudenstadt. Zugleich sieht Holland einen stimmigen Zeitpunkt in seiner Laufbahn: Nach zehn Jahren in Spielberg-Egenhausen habe er noch rund elf Berufsjahre vor sich.
Gleichzeitig bedauert er den Zeitpunkt für die Gemeinde: Nach den Kirchenwahlen hätte er die neuen Kirchengemeinderäte gerne länger begleitet. „Dass ich da nach dem ersten halben Jahr weiter ziehe, tut mir in der Seele weh.“ Auch der anstehende Gemeindehausumbau fällt in diese Übergangsphase.
Ein Nachfolger ist noch nicht bekannt
Ein Nachfolger steht bislang nicht fest. Mehrere Namen seien im Gespräch, konkrete Entscheidungen gebe es noch nicht. „Wenn zum 1. September ein Nachfolger käme, wäre das ein wunderschönes Geschenk“, sagt Holland, räumt aber ein, dass das eher unwahrscheinlich sei.
So startet Pfarrer Holland in Baiersbronn
In Baiersbronn erwartet ihn eine große und aktive Gemeinde mit rund 250 Mitarbeitern. Der vorherige Pfarrer ging nach zwölf Jahren in den Ruhestand, die Gemeinde befindet sich im Wandel. „Wenn da jemand Neues kommt, ist das ein großer Wandel mit neuen Ideen.“ Holland will zunächst vor allem die Gemeinde kennenlernen: „Ich möchte die ersten 100 Tage erstmal zuschauen und zuhören.“
Diese Aufgaben erwarten ihn
Zu den ersten Themen gehören die Zusammenarbeit mit Mitarbeitern sowie eine anstehende Entscheidung über Gemeindehäuser.
Besonderen Fokus will er auf die Jugendarbeit legen, ein Bereich, der ihm bereits in Spielberg-Egenhausen wichtig war. Auch am Richard-von-Weizsäcker-Gymnasium wird er voraussichtlich unterrichten: „Auf diese neue Herausforderung freue ich mich.“
Neue Gottesdienstformen geplant
Offiziell eingeführt wird er am 13. September im Gottesdienst, zwei Wochen später folgt eine Gemeindefreizeit.
Inhaltlich plant Holland neue Gottesdienstformen: klassische Angebote ebenso wie interaktive Formate mit Fragen zur Predigt, bei denen ein spontaner Austausch möglich ist. Die Gemeinde in Baiersbronn sei aktuell schon dabei, dieses Konzept umzusetzen, verrät Holland.
Welche Momente waren besonders?
Besonders bleibt ihm das Jubiläums-Musical zur Reformation 2017 in Erinnerung: Die Halle sei „eine halbe Stunde vorher schon so voll“ gewesen, dass niemand mehr hineinkam. Auch eine Gemeindefahrt nach Rom sowie die intensive Begleitung eines Konfirmanden im Koma zählen zu seinen prägenden Erfahrungen. Ebenso die gemeinsam getragene Sanierung des Gemeindehauses durch Ehrenamtliche.
Trotz des Abschieds überwiege die Vorfreude auf Neues. Der Kontakt zur bisherigen Gemeinde soll bleiben – ebenso wie die Zeit des Übergangs bis September, die bewusst für die Begegnung mit den neuen Gemeindemitgliedern genutzt werde.