Wegen IT-Sicherheitslücke: Kommunen und Klinik teils offline – so ist die Lage im Zollernalbkreis

Der Versuch, auf die Homepage der Stadt Hechingen zu gelangen, schlug am Donnerstagvormittag noch fehl.
Eyckeler- Zahlreiche Behörden und Kommunen nahmen Websites wegen einer PHP-Sicherheitslücke offline.
- In Balingen, Hechingen und beim Landratsamt gab es Ausfälle, teils bis Donnerstagvormittag.
- Albstadt und das Zollernalb-Klinikum spielten Updates ein, die Seiten waren wieder erreichbar.
- Komm.ONE verursachte Einschränkungen, etwa beim Ratsinformationssystem mehrerer Städte.
- Schulen wurden informiert – laut Schulamt gab es laut Stichprobe keine anhaltenden Störungen.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Auf einmal waren am Mittwochmittag zahlreiche Ministerien, Behörden, Schulen und Universitäten im Südwesten offline. Wegen einer weltweiten gravierenden Sicherheitslücke wurden diverse Webseiten vorübergehend vom Netz genommen. Teilweise waren sie auch am Donnerstag noch offline. Betroffen ist die weitverbreitete Programmiersprache PHP, auf der ein Großteil des gesamten Internets basiert. Auch im Zollernalbkreis waren einige Webseiten nicht abrufbar. Wir haben uns umgehört. Hier eine Übersicht:
Balingen
Am Donnerstagmorgen war der Internetauftritt der Stadt Balingen noch nicht zu erreichen. „Diese Seite ist nicht verfügbar“, hieß es auf dem Bildschirm. Das hänge indirekt mit dem Vorfall zusammen, auch wenn die Homepage selbst nicht auf PHP basiere, klärt Stadtsprecher Dennis Schmidt auf. „Aus Sicherheitsgründen hat die Komm.ONE (kommunales Rechenzentrum und vorgelagerter Dienstleister) jedoch vorsorglich Maßnahmen ergriffen, die derzeit noch zu vorübergehenden Einschränkungen der Erreichbarkeit der Webseite führen“, hieß es am Donnerstagvormittag. Wenige Stunden später konnten die Bürger auf die Homepage zugreifen. Die Frage, ob kritische oder persönliche Daten entwendet wurden, verneint die Stadtverwaltung.
Hechingen
Dasselbe Bild auf hechingen.de am Donnerstagvormittag: „Sicherheit geht vor – kurze Unterbrechung“ lautet der Hinweis, der den Zugriff auf die Homepage der Zollernstadt blockierte. Die Erklärung: „Die Sicherheit Ihrer Daten hat für uns höchste Priorität. Aufgrund notwendiger Sicherheitsupdates ist unsere Website vorübergehend nicht erreichbar. Wir führen diese dringenden Wartungsarbeiten durch, um unsere Systeme auf dem neuesten Stand zu halten und optimal zu schützen.“ Rathaus-Sprecher Thomas Jauch erklärt auf Nachfrage: „Dieselbe Ansicht finde ich, wenn ich die Internetseite unseres Providers aufrufe. Gleiches gilt für das zugehörige CMS-Pflegesystem. Sprich: Unser Provider kümmert sich wohl aktuell darum, die entsprechende Sicherheitslücke zu schließen.“
Albstadt
Abrufbar ist am Donnerstagmorgen hingegen der Internetauftritt der Stadt Albstadt. Dieser sei am Mittwoch lediglich kurzfristig nicht erreichbar gewesen, wie Mona Lehmann, Pressesprecherin der Stadtverwaltung, mitteilt. In dieser Zeit sei das Sicherheitsupdate, das die Entwickler von PHP am Mittwochnachmittag zur Verfügung gestellt hatten, installiert worden.
Nicht abrufbar war zunächst das Ratsinformationssystem der Stadt Albstadt. Dieses läuft wie bei vielen Kommunen über den IT-Dienstleister Komm.ONE. Im Ratsinformationssystem werden unter anderem die Sitzungsunterlagen der kommunalpolitischen Gremien vorgehalten. Aber auch dieses Problem war um die Mittagszeit behoben. Gemeinderäten und Bürgerschaft blieb also noch ausreichend Zeit, sich auf die Gemeinderatssitzung am Abend vorzubereiten.
Landratsamt
Weil eben auch die Internetseite von Komm.ONE vom Netz genommen wurde, konnte am Vormittag auch die Website des Landratsamtes nicht erreicht werden. Presseprecher Steffen Maier informierte, dass der Internetauftritt der Kreisbehörde über Komm.ONE läuft. Kritische Daten seien nicht betroffen gewesen.
Zollernalb-Klinikum
Das Zollernalb-Klinikum ging am Mittwoch offline. „Nachdem die notwendigen Sicherheitsupdates durchgeführt wurden, war die Seite am Abend wieder erreichbar“, erklärt Kliniksprecherin Beate Fleiner.
Das Klinikum nehme das Thema Cybersicherheit sehr ernst. „Als Einrichtung der kritischen Gesundheitsversorgung ist der Schutz unserer IT-Systeme und der sensiblen Patienten- und Gesundheitsdaten von zentraler Bedeutung“, so Fleiner. Sicherheitsvorkehrungen würden regelmäßig überprüft und entwickelt. „Auch die Vorbereitung auf mögliche IT-Störungen und Cyberangriffe ist Bestandteil unserer Maßnahmen zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung.“
Meßstetten
In Meßstetten sieht die Lage zweigeteilt aus. Die Hauptwebseite funktioniert, das Ratsinformationssystem – ebenfalls wie bei so vielen Kommunen via Komm.ONE betrieben – ist zumindest von extern nicht erreichbar. Für die abendliche Gemeinderatssitzung behilft sich die Stadt mit Papier, wie Pressesprecher Volker Bitzer auf Anfrage mitteilt. Weiter heißt es: „Wie lange es noch dauert, bis wieder Vollzugriff gegeben ist, können wir nicht sagen.“ Für die Bevölkerung gebe es zudem „weitere Einschränkungen beim Zugriff auf Formulare und weitere Onlinedienste“, so Bitzer.
Burladingen
Nur kurzzeitig wurde die Homepage der Stadterwaltung Burladingen am Mittwoch vom Netz genommen. Der Dienstleister, aber auch man selbst sei umgehend aufmerksam geworden, so Tobias Mauz, Leiter der IT-Abteilung im Rathaus. Nach kurzem Mailverkehr wurden die Updates innerhalb von 20 Minuten aufgespielt. Die „Lücke“ sei geschlossen, es funktioniere wieder alles einwandfrei und sicher – sagt Mauz. Burladingen ist ein gebranntes Kind. Nachdem 2022 ein Hacker (Ransome)-Angriff auf das Rathaus-System stattgefunden hatte, wurden alle Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, das System wird streng überwacht.
Staatliches Schulamt
Auch einige Schulen nahmen ihren Internetauftritt zeitweise vom Netz. Die Schulen im Zollernalbkreis wurden laut Albstadts Schulamtsleiterin Claudia Ostertag von der Datenschutzbeauftragten „direkt und umfänglich informiert“. Die Schulleitungen konnten dadurch mit ihren Anbietern beziehungsweise mit den für die digitale Ausstattung zuständigen Trägern in Kontakt treten. Eine stichprobenartige Befragung von Schulleitungen am Donnerstagmittag habe ergeben, dass keine Einschränkungen vorhanden waren, so Ostertag. „Oftmals sind die Programme und die Programmiersprache neueren Datums, sodass die Lücke keinen Einfluss auf die Nutzung hatte.“
