Trigema in Burladingen
: Wolfgang Grupp und seine Familie nehmen Affe Charly in Galerie auf

Das Trigema-Maskottchen Charly in Öl, geschaffen von Hanna Bastian, hat fortan einen zentralen Platz in der Bilderreihe am Burladinger Unternehmens-Stammsitz neben den Grupps.
Von
Matthias Badura​
Oberndorf
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Was tut ein Affe in der ehrenwerten Familiengalerie der Unternehmerdynastie Grupp? „Der gehört zu unserer Firma dazu“, erklären Bonita Grupp (l.) und Wolfgang Grupp. Weil Charly seit über 30 Jahren als Werbe- und Sympathieträger treue Dienste für Trigema leistet, wurde er für würdig befunden, aufgenommen zu werden. Gemalt hat ihn Hanna Bastian, den Rahmen schuf Sylvia Reh.

Matthias Badura​

Die Familiengalerie im Trigema-Großraumbüro zeigt ein neues, zugleich sehr bekanntes Gesicht: Firmenmaskottchen, Affe Charly, prangt in der Mitte der Bilderreihe und wird diesen herausgehobenen Platz auch behalten. „Umgezogen“ sind dafür die Bildnisse von Wolfgang und Bonita Grupp, die bislang hier hingen. Gemalt hat das Bild im Auftrag der Geschäftsleitung die Burladinger Künstlerin Hanna Bastian.​

Charly ging 1990 als Werbemaskottchen der Firma in Dienst. Deutschlandweit flimmert er seither zu besten ARD-Sendezeiten über die Fernsehbildschirme, ziert Fahrzeuge des Unternehmens, ist auf dem Luftschiff der Firma über der ganzen Bundesrepublik präsent.​

Ursprünglich war der Affe von einem anderen Unternehmen als Werbefigur in Auftrag gegeben worden, die wollte ihn aber zuletzt doch nicht haben. Wolfgang Grupp senior schnappte sich den Schimpansen und hat damit ein glückliches Händchen bewiesen. (Ob sich der eigentliche Auftraggeber nachträglich über seinen Verzicht geärgert hat, ist nicht bekannt.)​

Einen Namen besaß der neue Mitarbeiter damals noch nicht. Den gaben ihm die Grupp-Kinder Bonita und Wolfgang als Fans der ZDF-Serie „Unser Charly“. Charly, so hieß die Hauptfigur und war – ebenfalls ein Schimpanse. ​

Zuerst ein neues Outfit​ für den Trigema-Affen

Wolfgang und Bonita Grupp übernahmen 2024 die Geschäftsführung von Trigema und natürlich auch „ihren“ Charly. Nach über 30 Jahren Dienstzeit ließen sie ihm jedoch ein neues Äußeres (Outfit) angedeihen. Der Schnatterich, der zuvor in Hemd und Krawatte auftrat, betritt die digitalen Bühnen inzwischen „cool“, stylisch und oft mit Sonnenbrille.

​Zudem fiel die Entscheidung, Charly – als einen der verdienstvollsten Firmenangehörigen und beinahe schon Familienmitglied – in die Familiengalerie im Großraumbüro am Stammsitz Burladingen aufzunehmen. ​

Dort blickten bisher Wolfgang Grupp senior, seine Frau Elisabeth sowie Grupps Großeltern Firmen-Mitbegründer Josef Mayer und seine Frau Änne den Besuchern entgegen. Dazwischen Bonita und Wolfgang Grupp.​

Trigema-Auftrag an Hanna Bastian​

Die Eltern wurden von einem Künstler porträtiert, der einst Bundeskanzler Konrad Adenauer auf Leinwand verewigt

hatte. Bonita und Wolfgang Grupp entschieden sich hingegen dafür, ein einheimischer Künstler soll Charly malen. Ihre Anfrage richteten sie an Hanna Bastian, Mitglied der Künstlergruppe „burladinger maler“. Womit die Grupps einmal mehr „Standorttreue“ bewiesen.​ „Als ich gehört habe, dass es um ein Portrait ging, bin ich zuerst erschrocken“, erzählt die Grafik-Designerin. „Ich habe gesagt, das können andere aus unserer Gruppe viel besser. Aber als ich erfahren habe, dass es um Charly ging, wollte ich das unbedingt machen.“​

Der Auftrag war bei ihr gut aufgehoben. Hanna Bastian ist für ihre leicht oder stark humoristischen Tiermalereien bekannt und hatte mit vielen dieser Bilder in vergangenen Jahrzehnten großen Erfolg.​

Offener Kragenknopf​

20 Stunden arbeitete sie nach einer Fotovorlage vom „neuen“ Charly an dem Bild. Auf dem 75 auf 60 Zentimeter großen Ölgemälde ist der Schimpanse würdevoll in Jackett, mit Weste und Hemd dargestellt. Das gehört sich wohl so – in einer Ahnengalerie, die herausragender Unternehmer und Geschäftsleute zeigt. Eine Krawatte trägt er allerdings nicht und sein oberster Hemdknopf steht leger offen. ​

Es fehlte noch ein passender, Rahmen. Den schuf die Vergoldermeisterin und Restauratorin Sylvia Reh, München. ​

Die Arbeit darf nicht unterschätzt werden. „Ein Rahmen ist nicht bloß das Drumherum um ein Bild, er gibt ihm das passende Gepräge und verleiht ihm erst die richtige Wirkung“, sagt Hanna Bastian.​

Doku im Internet abrufbar​

Platziert wurde Charly bereits zu Wochenbeginn. Inzwischen dürfen Fans und Öffentlichkeit nicht bloß einen Blick erhaschen, sondern können den Entstehungsprozess des Bildes wie auch den des Rahmens auf YouTube und anderen Internet-Kanälen Schritt für Schritt erleben und nachvollziehen. Am Freitag, 22. Mai, wurde das Video freigeschaltet. Die Klickzahlen gingen umgehend in Rekordhöhe. ​

„Viel schöner als wir“​

Hängen nunmehr sieben Familienportraits im Trigema-Großraumbüro? Nein, es sind nur fünf. Bonita und Wolfgang Grupp räumten ihre Plätze in der Mitte der Galerie zugunsten von Charly. „Der ist doch auch viel schöner als wir“, flachste der Geschäftsführer. ​

Die Antwort auf die Frage, wo sein Bildnis und das seiner Schwester künftig aufbewahrt werden, ließen er und Bonita Grupp sich jedoch nicht entlocken.​

Immer mit einem humoristischen Anklang

Der Affe
 In den Spots der 1990er-Jahre wurde Charly von einem echten Schimpansen dargestellt. Inzwischen wird die Figur im Computer und mit KI geschaffen. Und während er früher in der Figur eines Nachrichtensprechers an der Seite von Firmenchef Wolfgang Grupp über die Bildschirme flimmerte, tritt er inzwischen als modebewusster und cooler Influencer auf. Weiterhin verkörpert Charly jedoch die Trigema-Werte: 100 Prozent made in Germany, Nachhaltigkeit und Standorttreue.​

Die Künstlerin
 Hanna Bastian, 53, ist Grafikdesignerin. Die „burladinger maler“, der sie als Mitglied angehört, bestehen als Künstlergruppe seit 1978. Mit ihren Weihnachtsausstellungen und anderen Aktionen haben sie sich als ein zentrales Kulturmerkmal im Leben der Stadt etabliert. Von vielen anderen unterscheidet sich die Gruppe durch ihr unverkrampftes Selbstverständnis und eine offene, lockere Herangehensweise an Kunst. Das trug den „malern“ auch bei Ausstellungen im Ausland immer wieder Sympathien ein. Hanna Bastian malt unterschiedliche Sujets, immer wieder aber Tiere mit humoristischem Anklang. ​

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