Trigema-Chef aus Burladingen: Wolfgang Grupp – „gedacht, dass ich nicht mehr wichtig bin“

Ex-Trigema-Chef Wolfgang Grupp
Bernd Weißbrod/dpaNach seinem Suizidversuch im Sommer 2025 äußert sich Ex-Trigema-Chef Wolfgang Grupp nun in einem Interview mit der „Wirtschaftswoche“ zu den Gründen.
Nach der Übergabe seines Unternehmens an seine Kinder Wolfgang Grupp junior und Bonita Grupp habe er vor einer Leere gestanden, sagte er demnach. „Ich habe gedacht, dass ich nicht mehr gebraucht werde, beziehungsweise dass ich nicht mehr wichtig bin.“
In den Jahren zuvor hatte Grupp immer wieder vom Gegenteil gesprochen. Beispielsweise im Interview mit unserer Redaktion im Jahr 2022: „Das Schönste im Leben ist es, von anderen das Gefühl zu bekommen, noch gebraucht zu werden.“
Immer wieder habe er darüber nachgedacht, nicht mehr „der gravierende Entscheider“ zu sein. Das habe ihn nachts beschäftigt. „Ich konnte nicht schlafen“, sagt Grupp.
Wolfgang Grupp bereut Kurzschlussreaktion
Der Suizidversuch sei „eine Kurzschlussreaktion“ gewesen. Er bereue diese und betont, dass er dies „sicherlich nicht wiederholen würde“.
In seiner Heimatstadt Burladingen tritt Grupp längst wieder öffentlich auf. Auch dass er Großvater sei – Bonita Grupp wurde vor wenigen Wochen Mutter –, genießt der frühere Trigema-Chef demnach. Der „Wirtschaftswoche“ sagte er weiter: „Meine Tochter wohnt im Nebenhaus, und ich sehe mein Enkelkind jeden Tag.“
Anmerkung der Redaktion
In der Regel berichten wir nicht über Selbsttötungen - es sei denn, die Tat erfährt durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Suizidgedanken sind häufig eine Folge psychischer Erkrankungen. Wer Hilfe sucht, auch als Angehöriger, findet sie bei der Telefonseelsorge unter 0800/1110111 oder 0800/1110222 und unter www.telefonseelsorge.de. Eine Liste mit Hilfsangeboten findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention: www.suizidprophylaxe.de