Freude in Burladingen: Ingeborg Schmidt verschenkt ihr Haus

Bürgermeister Davide Licht, die Stuttgarter Medizinerin Ingeborg Schmidt, Melchingens Ortsvorsteher Horst Lamparth und der Vorsitzende des Vereins „Bürger helfen Bürger“ Karl-Moritz Kraus, überreichen ein Buch über Melchingen.
Erika Rapthel-Kieser„Sie sehen lauter glückliche Gesichter hier und sie sind der Grund“, begrüßte der Bürgermeister von Burladingen, Davide Licht, die Suttgarter Medizinerin Ingeborg Schmidt am Tisch des kleinen Sitzungssaales des Rathauses. Dort war eine kleine Gruppe rund um Schmidt zusammen gekommen.
Der Vorsitzende des Vereins „Bürger helfen Bürger“, der Stadtchef, die Vertreter der Regionalzeitungen und schließlich der Melchinger Ortsvorsteher Horst Lamparth. Denn Ingeborg Schmidt hat ihr Haus in der Melchinger Mittelhofstraße der Stadt Burladingen geschenkt.
Ein Haus, in dem es sich „immer gut leben ließ“
Vor Jahrzehnten hatte das Haus dem jetzigen Ortsvorsteher Horst Lamparth gehört, der hatte es verkauft, dann kam es in die Familie von Ingeborg Schmidt. Ihre Schwiegermutter und deren Bruder hatten dort zuletzt gewohnt. Beide sind sehr alt geworden. „Es war immer ein Haus, in dem es sich gut leben ließ“, erinnerte Horst Lamparth nun an die Geschichte des großen zweistöckigen Gebäudes und an die Geschichte der Bewohner. Er hatte auch die Schenkungsurkunde dabei.
Und Lamparth erzählte, dass das Gebäude, nachdem es die Stadt für die Summe von 200 000 Euro verkauft hatte, nun wieder an eine Familie gegangen sei. Neuer Besitzer ist jetzt ein Paar, dass selber schon Oma und Opa ist, dessen Enkel öfter vorbei kämen und das das Haus jetzt energetisch umbaue. Es bleibe also Wohnraum für alt und jung. Und von der Verkaufssumme verbleiben 50 000 Euro in Melchingen.
Der Ort will dafür eine Stätte schaffen, an der in würdiger Weise an die Schenkung erinnert wird. Die Stuttgarterin Ingeborg Schmidt hatte nach dem Tod ihres Mannes das Haus als Ferienhaus und Rückzugsort genutzt. Sie war so oft da gewesen und so gut ins Dorfleben integriert, dass sie es bis zur Laiendarstellerin am Theater Lindenhof beim großen Open-Air-Projekt „Auf offener Lichtung“ brachte und schließlich machte man sie auch zur Wanderführerin.
Vorher, so sagte sie, hatte sie sich gar nicht ausgekannt in der Gegend, jetzt wisse sie um die landschaftlichen Kleinode, die Heiden, die Lichtungen und die Kornbühl-Kapelle. „Ich fühl mich als Melchinger Bürger,“ sagt sie nun.
Und sie erzählte, nachdem Licht und Karl-Moritz Kraus sie gefragt hatten, ein wenig aus ihrem Leben. Sie habe Medizin studiert und sei dann Medizinalbeamtin im Dienste des Staates geworden. Ihre Ausbildung, so erläuterte sie, habe ja viele Steuermittel gekostet und sie sei immer dankbar gewesen für diese Chancen. Mit der Schenkung des Hauses wolle sie nun der Allgemeinheit wieder etwas zurück geben.
Licht: Bürgermobil ist auf viele Jahre hin gesichert
Die Stuttgarter Bürgerin, die inzwischen selber in einer Seniorenresidenz in der Landeshauptstadt wohnt, hatte nur einen Wunsch an ihre großzügige Spende geknüpft. Das Geld soll für die Senioren der Stadt Burladingen eingesetzt werden. Und da hatten Licht, Lamparth und Kraus gleich ein richtiges Projekt ausgesucht: Das Bürgermobil, das zusammen von der Stadt und dem Verein „Bürger helfen Bürger“ betrieben wird. „Das ist jetzt auf viele Jahre in die Zukunft gesichert, dank ihrer Spende“, betonte Davide Licht und bedankte sich auch im Namen des Gemeinderates.
Und Karl-Moritz Kraus berichtete von Zuschüssen für Ausflüge und Garten-Grillfeste mit den Senioren, von Geld für Geragogik-Projekte, Kinoabende für die alten Leute und so manchem Seniorennachmittag zusammen mit dem Forum Älterwerden. „Wir werden das Geld verantwortungsbewusst einsetzen“, versprach er. Bürgermeister Davide Licht kündigte an, dass es einen Empfang geben werde, bei der sich Ingeborg Schmidt in das Goldene Buch der Stadt eintragen soll. „Mit allen protokollarischen Ehren“, fügte er hinzu.