Burladinger Stadtplanung
: Die Investoren klopfen schon an

Das ehemalige Medard-Heim-Gelände in der Josengasse soll nach dem Abriss ein völlig neues Gesicht bekommen. Wie das aussehen soll, darüber sprachen wir mit Bürgermeister Davide Licht.
Von
Erika Rapthel-Kieser
Oberndorf
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Die Bagger haben sich inzwischen bis in die Josengasse vorgearbeitet und reißen jetzt die Vorderfront der alten Textilfabrik ab.

Rapthel-Kieser

Die Nebengebäude, die zur alten Textilfabrik gehörten, sind alle schon weg. In den nächsten Tagen werden die Mitarbeiter der Firma Schotter-Teufel mit ihren Baggern und Abrissmaschinen sich wohl von der Schäfergasse in die Josengasse vorgearbeitet haben – und das Gesicht dieses innerstädtischen Quartiers in Top-Lage damit nachhaltig verändern.

Ob Abriss oder Erhaltung, das wurde vom Gemeinderat und einigen Fachleuten – auch mit Blick auf Nachhaltigkeit – noch einmal genau geprüft. Letztlich blieb es dabei, die alte Textilfabrik aus dem Weg zu räumen und radikal Platz für etwas Neues zu machen.

Mehrstöckiger Wohnungsbau liegt im Trend

„Wir sind uns einig, dass dieser unansehnlichen Wand des Hauptgebäudes, die die Josengasse ja irgendwie auch absperrt und verengt, etwas offenes, luftigeres folgen soll“, umreißt der Burladinger Bürgermeister Davide Licht, wie sich die Stadtplaner zumindest optisch die Stirnseite des Areals künftig vorstellen.

Von der Sozialstation gegenüber wird der Abriss beobachtet. Die Senioren-Einrichtung hat schon Interesse an Räumen im neuen Projekt angemeldet.

Foto: Rapthel-Kieser

Gemeinsam denken Gemeinderat und Stadtverwaltung vor allem an neuen Wohnraum der da entstehen soll. Für junge und alte Menschen, ein „intergenerativer Wohnraum“, wie Licht es formuliert, möglichst barrierefrei, mit genügend Grünfläche. Und der Stadtchef erinnert daran, dass die Sozialstation ja schon nach Erweiterungsmöglichkeiten sucht.

Mehrstöckiger Wohnungsbau liege im Trend, ist Licht überzeugt, denn angesichts der galoppierenden Kosten im Bausektor, ist das klassische Eigenheim nicht mehr für alle so einfach erschwinglich und das Appartement in einem mehrgeschossigen Bau eine kostengünstigere Alternative die immer mehr Beachtung findet. Und ja, der eine oder andere Investor hat auch schon vorsichtig nachgefragt und Interesse bekundet oder zumindest nach den Konditionen gefragt.

Denn die Nähe zur Sozialstation, die Bushaltestelle direkt vor dem Haus aber auch zum schön angelegten Fehlatopf – all das wertet das Quartier jetzt schon auf und würde wohl so manchem gut in das Konzept passen. Ob und wer dort etwas neu baut, das hängt aber vor allem von den Baukosten ab. Aber auch von den Details, an denen das Bauamt jetzt gerade feilt. „Die wollen wir dann zeitnah dem Gemeinderat vorlegen, auf jeden Fall noch in diesem Jahr“, sagt Davide Licht.

Es liegt an Kosten und Konditionen

Der Stadtchef hat nach Jahren des Sondierens, Diskutierens und Planens allen Grund zur Freude. Denn: Nach und nach tut sich etwas bei einer ganzen Reihe der Burladinger Textilbrachen. Burladingen ist dabei, die innerstädtischen Flächen mit Wohnungen gut zu verdichten.

Für das Gelände der Spedition Barth am Burladinger Ortsausgang stehen die Planungen, die im Gemeinderat schon ausgiebig diskutiert wurden. Die einstige Interjerseyfabrik an der Fehla beim Schlössle ist ebenfalls ein Anliegen der Stadtplaner und auf dem 7 000 Quadratmeter großen Gelände der ehemaligen Ritterfabrik in Gauselfingens Gauzolfstraße baut der österreichische Investor Riva-Home gerade in vier Gebäuden 32 Wohnungen ein. Die sollen bis zum Jahresende 2025 schon bezugsfertig sein.

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