Bürgermeisterwahl in Dautmergen: Jürgen Seng gewinnt mit nur elf Stimmen Vorsprung

Um Jürgen Seng, seine Frau Julia und die drei gemeinsamen Kinder schart sich der Dautmerger Gemeinderat.
MarschalJürgen Seng heißt der neue ehrenamtliche Bürgermeister von Dautmergen. Der 44-jährige Polizist hat sich mit einem Vorsprung von elf Stimmen gegen seinen Gegenkandidaten Tobias Peter durchgesetzt.
Auf Seng entfielen133 der Stimmen, auf Peter 122. In Prozent: der neue Schultes erhielt 51,5 Prozent aller Stimmen, Peter 47,3 Prozent.
Eine Vielzahl an Dautmerger wollten noch am Wahlabend wissen, wer nun künftig im Rathaus der zweitkleinsten Gemeinde des Zollernalbkreises sitzen wird. Kurz nachdem das Wahllokal geschlossen hat, fanden sich immer mehr Dautmerger am Bürgerhaus ein, aber auch Bürgermeister aus den Nachbargemeinden, um ihren künftigen Kollegen willkommen zu heißen.

Jürgen Seng ist 44 Jahre alt, hauptberuflich Polizist und wohnt in Rangendingen.
Foto: MarschalGut eine halbe Stunde später bat der erste Bürgermeisterstellvertreter Tobias Wager die Schar in den Bürgersaal, um das Ergebnis zu verkünden – und machte es dabei recht spannend. Schließlich war im Vorfeld nicht abzusehen, wer die Wahl für sich entscheiden wird. Sowohl Seng als auch Peter waren in den vergangenen Wochen im Ort präsent und zeigten, dass sie wirkliches Interesse an den Menschen in der Schlichemgemeinde haben. Dass auch die Dautmerger ein gesteigertes Interesse an ihrem neuen Schultes haben, zeigte nicht zuletzt, die lange Schlange der Menschen, die Seng zum Wahltriumph gratulieren wollten.
„Ich habe nicht damit gerechnet“
„Ich habe nicht damit gerechnet, weil ich die Situation schwer einschätzen konnte, aber natürlich gehofft“, sagt der Polizist, der mit seiner Frau Julia und seinen drei Kindern nach Dautmergen gekommen ist. Und dennoch war er vorbereitet und richtete ein paar Worte an die Dautmerger.
Im Sportheim wird gefeiert
„Ich will ein Bürgermeister für alle sein – für diejenigen, die mich gewählt haben und auch für diejenigen, die sich anders entschieden haben. Wir alle wollen eine Gemeinde, die lebenswert ist“, sagte der 44-Jährige. Er sehe die großen Aufgaben, die auf ihn und die Gemeinde zukommen und bedankte sich nicht nur bei den Helfern im Wahlkampf und bei seiner Familie, sondern bei allen Mutmachern. „Lasst uns die Gemeinde mit Mut, Offenheit und Herz gestalten.“
Die gewonnene Wahl feierte der Neu-Bürgermeister gemeinsam mit den Dautmergern im Sportheim – „die Rechnung geht auf mich“!

Tobias Peter (hier mit seiner Frau Maike) lieferte sich mit Jürgen Seng ein knappes Rennen.
Foto: MarschalTobias Peter war derweil die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Gerne wäre er in dem Dorf, in dem sein Vater aufgewachsen ist, Bürgermeister geworden. Doch auf ihn warten neue Aufgaben: Im Februar wird er zum dritten Mal Vater.
Hohe Wahlbeteiligung
Bei Bürgermeisterwahlen hat Dautmergen meist eine konstant hohe Wahlbeteiligung. In den Jahren 2011 und 2019 lag sie jeweils bei 66 Prozent, diesmal waren es sogar 68 Prozent. 383 Dautmerger waren wahlberechtigt, wovon 262 ihre Stimme abgegeben haben. Drei davon – 1,2 Prozent – wurden als ungültig gewertet.
Jetzt beginnt das Einarbeiten
Eigentlich hätte Dautmergen erst in zwei Jahren einen neuen Schultes gewählt. Doch der bisherige Amtsinhaber Hans Joachim Lippus legte sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nach 14 Jahren vorzeitig nieder. Seither leiten die Bürgermeisterstellvertreter Tobias Wager und Christine Banholzer die Verwaltung. Jürgen Seng will sich in den nächsten Wochen bis zur Amtseinsetzung in seine neuen Aufgaben einarbeiten.