Bürgermeisterwahl: Was Kandidat Tobias Peter mit Dautmergen verbindet

Tobias Peters Großeltern stammen aus Dautmergen. Nun will der 36-Jährige Bürgermeister der Schlichemgemeinde werden.
PeterBisher verbindet Tobias Peter mit Dautmergen vor allem viele Kindheitserinnerungen. Seine Großeltern Reinhold und Klara Peter betrieben den Peter Imbiss und den Edeka. Jeden Samstagvormittag verbrachte er als Bub in dem Dorf an der Schlichem. Heute ist Peter 36 Jahre alt und kandidiert als ehrenamtlicher Bürgermeister von Dautmergen.
Einige Bürger kennt er bereits – und mit denen der 461 Einwohner, die er noch nicht kennt, möchte er spätestens bis zur Bürgermeisterwahl am Sonntag, 21. September, mindestens einmal persönlich gesprochen haben. Deswegen ist er derzeit viel im Ort unterwegs, besucht Veranstaltungen und macht Haustürbesuche.
„Der Zusammenhalt ist der Wahnsinn“
Ich mag das familiäre Umfeld Dautmergens“, sagt der Weilstetter. Jeder kennt und hilft jedem, zudem sei das Dorf ein kleines Idyll mit Menschen, die nicht nur freundlich sind, sondern auch offen und ehrlich . „Der Zusammenhalt ist der Wahnsinn“, schwärmt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Viele Bürger engagieren sich ehrenamtlich, damit der Ort lebendig bleibt – eine Sache, die Peter als potenzieller Bürgermeister neben dem Vereinsleben fördern und unterstützen möchte.
Peter ist sich bewusst, dass er im Falle eines Wahlsieges in große Fußstapfen treten wird. Hans Joachim Lippus hat in den 14 Jahren, in denen er Bürgermeister von Dautmergen war, vieles vorangetrieben. „Ich möchte Bewährtes erhalten, aber auch neue Ideen einbringen“, erklärt Peter. Die Digitalisierung im Rathaus möchte er beispielsweise vorantreiben, so dass manche Behördengänge auch digital erledigt werden können.
Einblick in den GVV
Erfahrung mit kommunaler Software hat Peter zumindest – schließlich war er als Vertriebsleiter für die Einführung der Software des GVV Oberes Schlichemtal verantwortlich. In diesem beruflichen Abschnitt habe er nicht nur Einblicke in den GVV erhalten, sondern auch in nahezu jedes Rathaus in Baden-Württemberg.
Weiter vorantreiben möchte er auch die innerörtliche Entwicklung, die Lippus bereits angestoßen hat, um in dem Dorf auch Mietwohnungen anbieten zu können.
Erfahrung in der Verwaltung
Dass er als möglicher Neu-Bürgermeister eine vollkommen neue Verwaltung aufbauen muss, davor ist Peter nicht bange. Er ist gelernter Verwaltungsfachangestellter und mit Anfang 20 die Ortschaftsverwaltungen in Trillfingen und Weildorf geleitet. Das „Allrounder-Dasein“ eines Bürgermeisters in einer kleinen Gemeinde reizt Peter. „Man hat vieles selbst in der Hand und durchläuft alle Prozesse“, meint er. Außerdem sei man in einer kleinen Gemeinde nahe dran am Bürger, man erfahre, was die Menschen brauchen und könne sich intensiver austauschen.
Dozent an Verwaltungsschule
Auch wenn Peter beruflich in der Immobilienbranche tätig ist – die Verwaltungsarbeit lässt ihn nicht los. Nebenberuflich bildet er als Dozent an der Verwaltungsschule Zollernalbkreis Beamten für den mittleren Dienst aus und hat dadurch auch einen guten Draht zum Landratsamt.
Bereits bevor er seine Bewerbung im Dautmerger Rathaus abgegeben hat, habe er von seinem Arbeitgeber die Zusage bekommen, im Falle eines Wahlerfolgs flexibel arbeiten zu können, um nach Bedarf Termine für die Gemeinde wahrnehmen zu können.
Das dritte Kind ist unterwegs
Unterstützung erhält der Weilstetter auch von seiner Familie: Seine Frau Maike ermutigte ihn zur Kandidatur, auch wenn im Frühjahr das dritte Kind des Paares zur Welt kommt.
Für sein einstiges Hobby, Fußballspielen, habe er jetzt schon keine Zeit mehr, doch er sieht sich auch außerhalb des Fußballplatzes als Teamplayer: „Der Bürgermeister hat eine Stimme – der Gemeinderat entscheidet“, meint Peter.