Asiatische Tigermücke: Gibt es bald Denguefieber und Zikavirus im Zollernalbkreis?

In Südeuropa ist die gefährliche Krankheiten übertragende Asiatische Tigermücke schon länger heimisch.
Ennio Leanza/KEYSTONE/dpaIm vergangenen Jahr wurde erstmals eine Asiatische Tigermücke im Zollernalbkreis nachgewiesen – konkret in der Gemeinde Bitz. Weitere Funde im Landkreis sind laut Landratsamt bislang nicht bekannt. Dennoch rufen Experten und Behörden zur Wachsamkeit auf.
Die Behörde geht bislang von einen Einzelfund aus. „Der erste bestätigte Tigermückenfund im Zollernalbkreis wurde im vergangenen Herbst am Ende der Mückensaison aus Bitz gemeldet. Gefunden wurde ein einziges Tier“, teilte die Pressestelle des Landratsamtes mit.
Die Asiatische Tigermücke stammt ursprünglich aus Südostasien und ist weltweit auf dem Vormarsch. „Sie wurde von dort durch den globalen Warenhandel weltweit verschleppt“, erklärt Xenia Augsten von der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS).
Tigermücke taucht erstmals 1990 in Europa auf
In Europa tauchte sie erstmals vor über 45 Jahren auf. In Altreifenladung wurde Wasser mittransportiert, in das Mückeneier abgelegt worden waren. Inzwischen ist sie auch in Deutschland angekommen.
Mildere Winter und heiße Sommer begünstigen eine Ausbreitung auch in unseren Breitengraden. Der Klimawandel habe ihr erst ermöglicht, sich dauerhaft in Deutschland zu etablieren, erklärt Xenia Augsten. Ihre Eier überstehen Temperaturen von bis zu minus zehn Grad, was eine Überwinterung in gemäßigten Klimazonen möglich macht.
Mücke kann Denguefieber und Zikavirus übertragen
Medizinisch relevant wird die Tigermücke durch ihre Fähigkeit, sogenannte Arboviren zu übertragen. Zu diesen Viren gehören die Erreger des Denguefiebers, Chikungunyafiebers und des Zika-Virus. Falls Symptome auftreten – viele bleiben ohne Symptome – sind es häufig Grippe-ähnliche Symptome.
Wichtig dabei ist, dass eine Mücke diese exotischen Krankheiten nur übertragen kann, wenn sie zuvor einen infizierten Reiserückkehrer gestochen hat. Für eine Übertragung dieser tropischen Viren durch die Asiatische Tigermücke brauche es aber hohe Tagesmitteltemperaturen. „In der Regel von über 20 Grad“, heißt es aus dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg.
Zollernalbkreis ist weniger gefährdet
Da der Zollernalbkreis im Vergleich zu vielen andere Regionen etwas kühler sei, verringere sich die Wahrscheinlichkeit einer Ansiedelung, teilt das Ministerium mit. Es sei aber nicht auszuschließen, dass die Mücken vor allem im städtischen Bereich mit wärmeren Mikroklima heimisch werden könnten.
Eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit besteht trotz des ersten Nachweises derzeit nicht. „Bislang ist noch kein Fall einer Krankheitsübertragung durch Tigermücken in Deutschland bekannt geworden“, betont das Landratsamt. Die Behörden sehen sich gewappnet – setzen aber auch auf die Mithilfe der Bevölkerung.
Brutstätten entfernen oder verhindern
Die effektivste und nachhaltigste Tigermückenprävention sei, die möglichen Brutstätten zu beseitigen beziehungsweise zu verhindern. Das Landesgesundheitsamt hat hierzu eine Informationsbroschüre veröffentlicht, die die wichtigsten Maßnahmen vorstellt. Die KABS-Expertin schlägt vor, etwa einmal die Woche Blumentopfuntersetzer und Vogeltränken komplett zu leeren und Regentonnen lückenlose abzudecken.
Wer glaubt eine Tigermücke entdeckt zu haben, soll sich bei der Kommune des Fundortes und an das Gesundheitsamt Zollernalbkreis melden. Ob es sich um eine Tigermücke handelt, kann die KABS mittels Einsendung von Fotos oder Exemplaren „verdächtiger“ Stechmücken bestimmen.