In Enzklösterle wird frisch gekocht
: Die Kinder sollen Spaß am Essen haben

„Spinat ist außen vor!“ Bei der Schulkindbetreuung in Enzklösterle wird seit Jahresbeginn wieder frisch gekocht. Das kommt bei den Kindern gut an – und die Mitarbeiter passen das Angebot regelmäßig an die Vorlieben an. Davon können aber nicht nur die Grundschüler profitieren – auch andere dürften mitessen.
Von
Bernd Mutschler
Oberndorf
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Marion Zimmermann (von links), Nicolette Kern und Vanessa Kern kochen für Schulkinder und Externe.

Bernd Mutschler

In der Küche der Festhalle herrscht Hochbetrieb. Gleich drei Mitarbeiterinnen schnippeln und kochen um die Wette, um das Essen für die Schulkindbetreuung in Enzklösterle zu kochen. Doch das ist nicht immer so. Normal sei immer nur eine Frau hier in der Küche, erzählt Nicolette Kern, unter deren Regie die Essen für die Grundschüler seit Januar wieder frisch in der Festhalle gekocht werden. Für den Pressetermin sind alle gekommen, „dann kann ich reden und das Essen wird trotzdem rechtzeitig fertig“, sagt Kern lachend.

Davor bekam die Schulkindbetreuung das Essen von einem externen Anbieter. Das kam aber bei den Schülern nicht sonderlich gut an, zudem habe Kern, die auch den Adventure-Golfpark inklusive Gastronomie betreibt, errechnet, dass man „mit selber kochen billiger“ sei als wenn das Essen von einer Fremdfirma komme.

Viel flexibler Und man ist wohl auch flexibler. „Was nicht gut ankommt, machen wir nicht mehr“, sagt Kern. Ein Gericht ist dabei sogar komplett tabu: „Spinat ist außen vor!“ Ihr – und dem Team mit Vanessa Kern und Marion Zimmermann – sei wichtig, „dass Kinder Spaß am Essen haben“. Deshalb achten die drei darauf, „dass wir abwechslungsreiches Essen anbieten“.

Internationale Woche

Aktuell war jetzt etwa „Internationale Woche“. Da gab es Gnocchi, Gyros mit Pommes, Cevapcici – und beim Pressetermin stand Chinesisch auf der Speisekarte: gebratene Ente und Nudeln mit Gemüse aus dem Wok. Dazu gab es einen schwäbischen Klassiker: Maultaschen mit Bratensoße und Kartoffelsalat.

Wert legt Nicolette Kern darauf, dass so viel wie möglich hausgemacht wird. Dazu zählen auch die Maultaschen. Davon machte sie zusammen mit Zimmermann an einem Morgen im Februar gleich 280 Stück auf Vorrat – und die warten jetzt, schonend eingefroren und so haltbar gemacht, auf ihren Einsatz. „Das reicht bis zu den Sommerferien“, ist Kern überzeugt.

Die Bauhofmitarbeiter freuen sich auf ihr Essen.

Foto: Bernd Mutschler

Mehr Essen nötig

Das hängt auch damit zusammen, dass die Anzahl der täglichen Essen noch ausbaufähig ist. Und das, obwohl nicht nur Schulkinder hier für fünf Euro essen können, sondern auch die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung. Nach Anmeldung wird das Essen auch zum Abholen für Jedermann (für sechs Euro) angeboten. Regelmäßig nutzen die Bauhofmitarbeiter dieses Angebot. Wenn es zeitlich passt, kommen die zwei bis drei Mal pro Woche zum Essen in die Festhalle.

23 Kinder in Betreuung An diesem Tag sind es insgesamt 14 Essen, davon fünf Externe. Die anderen gehen an die Grundschüler, die die Schulkindbetreuung „Heidelbärchen“ besuchen. Das sind insgesamt 23 Kinder, die entweder an fünf oder an drei Tagen in der Betreuung sind, die von 11 bis 15 Uhr geöffnet ist.

Jaqueline Bredenhagen hilft bei Experimenten.

Foto: Bernd Mutschler

In dieser Zeit machen sie hier ihre Hausaufgaben, können in Puppen- oder Bauecke oder am Kaufladen spielen und am Experimentetisch forschen. Ganz neu gestartet ist jetzt das Ameisenprojekt, bei dem eine Kolonie beim Wachsen beobachtet werden soll und die Kinder bis zu den Sommerferien alles zur Ameise lernen.

Flexible Buchung

Die betreuten Kinder müssen aber nicht zwingend essen. Das kann flexibel bis einen Tag vorher um 15 Uhr gebucht werden, auch telefonisch oder sogar per WhatsApp.

Leicht rückläufig „Um die 20 Personen wäre unser idealer Schnitt“, sagt Nicolette Kern. Den, das gibt sie zu, erreiche man aber nicht immer. Dabei sei das frisch gekochte Essen gut angelaufen. „Im Februar war es richtig gut“, mittlerweile sei es etwas rückläufig. Woran das genau liegt, kann sie nicht sagen. Gerade für Ältere sei es eventuell schwierig, das Essen in der Festhalle abzuholen. Vor Ort dürfe man das für Externe nicht anbieten, „sonst wäre das ja ein gastronomischer Betrieb“.

Den Kindern schmecke es auf jeden Fall deutlich besser als vorher, bestätigt auch Jaqueline Bredenhagen, die Leiterin der „Heidelbärchen“. Vor allem, wenn es Schnitzel mit Pommes gibt. Oder Pfannkuchen. Die könnten jede Woche auf der Karte stehen, erzählt Kern schmunzelnd. Wichtig sei es, so zu kalkulieren, dass man mit den Kosten hinkomme. Deshalb könne es natürlich nicht jeden Tag Fleisch geben – vor allem von Geflügel und Rind.

Gemeinderat schaut auf Kosten

Und dass die Kosten passen, sei wichtig. Denn der Gemeinderat nimmt das Pilotprojekt, das zunächst bis zu den Sommerferien läuft, noch einmal genau unter die Lupe.

Bredenhagen bedauert etwas, dass auch die Personalkosten in die Essenskosten hineingerechnet werden. Deshalb müsse man seit diesem Jahr auch fünf Euro von den Schülern verlangen. Das habe drei Essen pro Tag gekostet. Ziel sei es, möglichst wieder auf vier Euro pro Essen zu kommen. Das dürfte angesichts steigender Preise, auch bei den Lebensmitteln, allerdings schwierig werden. Deshalb hoffen Bredenhagen, Kern und alle Mitarbeiter, dass das Essen besser angenommen wir, sodass die Kalkulation dann passt.

Wer es ausprobieren möchte, kann das gleich nächste Woche machen. Da gibt es dann zum Beispiel Spaghetti mit Tomatensoße, Putenschnitzel mit Kroketten oder auch Kaiserschmarrn.

Auch für Auswärtige Ab dem kommenden Schuljahr könnte das Mittagessen – und die Schulkindbetreuung – aber vielleicht deutlich mehr ausgelastet werden. Im Hinblick auf die anstehende Gesetzesänderung gibt es nämlich Überlegungen, das Angebot auch den Schülern aus Besenfeld und Simmersfeld zu machen. Denn bis zu 30 Kilometer Entfernung seien für das verpflichtende Betreuungsangebot laut Gesetz zumutbar und nicht alle Gemeinden können oder wollen eine solche Betreuung anbieten.

Gut möglich, dass Nicolette Kern mit ihrem Team also bald für deutlich mehr Esser kochen darf.

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