Wanderung in Meßstetten: Nebel beeindruckt Polit-Prominenz nicht

Gut besucht war die jüngste Wanderung der CDU-Landtagsfraktion zum Tieringer Hörnle.
WysotzkiEin junger Teilnehmer der Wanderung der CDU-Landtagsfraktion brachte es auf den Punkt: „Viele behaupten, dass ihr eigener Landkreis der schönste ist, aber hier ist es wirklich schön – trotz Nebel.“
Die Wanderung innerhalb des Wandersommers der CDU-Landtagsfraktion führte jüngst zum Tieringer Hörnle. Der Start und die Begrüßung durch Ministerin Nicole Hoffmeister-Kraut fanden bei aufsteigendem Nebel auf dem Wanderparkplatz Stockäcker statt. Dass sie ihre Heimat liebt und mit der Region eng verbunden ist, ließ ihre Begrüßungsrede klar erkennen.
Daher stellte sie ihre Heimat auch in Zahlen vor. In der aktuellen Ausgabe des „Prognos Zukunftsatlas 2025“ liege der Kreis erneut im vorderen Mittelfeld auf Platz 126 unter 400 Landkreisen und kreisfreien Städten Deutschlands. Die Hochschule Albstadt-Sigmaringen biete 33 Studiengänge. Vier Fakultäten gehören zu den besten im Land. Diese kurze Aufzählung war nicht abschließend.
Kaum hatte die Ministerin ihre Begrüßungsrede gehalten, fuhr der Fraktionsvorsitzende Manuel Hagel vor. Seine Begrüßung war kurz und knackig. Es war klar, er wollte wandern. Auch der stellvertretende Ministerpräsident Thomas Strobl befand sich unter den Wanderern und suchte den Dialog mit den Teilnehmern. So auch der Wahlkreisabgeordnete im Bundestag Thomas Bareiß, der ehemalige Fraktionsvorsitzende Guido Wolf, Landrat Günther-Martin Pauli und Meßstettens Bürgermeister Frank Schroft mit Familie.
Bergkopf Hörnle auch im Nebel ein Aussichtsparadies
Die Wanderung wurde auch durch den DRK Ortsverein Tieringen-Hausen, hier die charmanten Damen Anja Lander und Stefanie Hofmann, begleitet. Von der DRK Bergwacht Zollernalb schloss sich Edwin Blessing mit seiner Gattin an.

Vom Nebel ließen sich die Wanderer die Laune nicht verderben: Hier Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut mit dem Fraktionsvorsitzenden Manuel Hagel.
Foto: WysotzkiDer Wanderweg führte vom Parkplatz Stockäcker in einer mystischen anmutenden Nebellandschaft zunächst zur sogenannten Schinderlucke. Die Führung der Wanderschar übernahmen fachkundig und versiert Christoph Eppler und Sebastian Rottler vom Tieringer Kohlraisleverein. Die touristisch interessante „Schinderluke“ bietet bei nebellosem Wetter einen Blick in das Albvorland nach Westen und Norden über das Keuper Bergland bis zum Schwarzwald, aber auch nach Stuttgart. Eine schaurige Sage erzählt von einem sechsspännigem Viehwagen, der hier geschunden eine Lücke riss.

Heimspiel hatte Meßstettens Bürgermeister Frank Schroft (rechts). Auch Landrat Günther-Martin Pauli wandert gern durch den Zollernalbkreis.
Foto: WysotzkiAm Naturschutzgebiet Hülenbuchwiesen auf dem Hörnle erklärte Christoph Eppler das 1984 vom Regierungspräsidium Tübingen zum Naturschutzgebiet erklärte Gebiet. Der breite Bergkopf Hörnle, der hoch über dem Eyachtal und dem Albtrauf thront, war auch im Nebel ein Aussichtsparadies. Mit 956 Meter Höhe ist der markante Steilabfall in der südwestdeutschen Schichtstufenlandschaft ein touristischer Höhepunkt.
Die Hülenbuchwiesen sind ein kulturhistorisches Relikt einer ehemals extensiven Landwirtschaft. Die Tieringer Bauernschaft mähte einmal im Jahr diese Magerwiesen für den Bestand ihres Viehs ab. Durch die weite Entfernung vom Dorf selbst entfiel jegliche Art der Düngung. Hecke und Gehölinseln dienten zur Gewinnung des benötigten Brennholzbedarfs. Durch diese Art der Nutzung stellte sich eine besondere Tier- und Pflanzengemeinschaft ein. Charakteristisch hierfür sind das Kohlraisle, eine kleine Traubenhyazinthe, die Teufelskralle oder die Wiesenschlüsselblume. Die auch noch heute bestehende Kulturraumpflege zeigt deutlich die Arbeit des Heimatvereins Kohlraisle im Ehrenamt auf.
Heimatverein wartet mit Überraschung auf
Eine Überraschung erwartete zusätzlich die Wanderer: Der Heimatverein hatte dort eine Pausenstation mit Getränken, Brezeln, Bierstängeln und Fitnessriegeln eingerichtet. Gestärkt wurde der weitere Gang des Fußmarsches angenommen. Die Exkursion in die heimatliche Welt fand ihren Abschuss in der Höhengaststätte Berghütte.