Waldheim Tailfingen
: Die erste Freizeit endet mit einem überraschenden Besuch

„Klein, aber wichtig“ – das schöne Motto hat der ersten Waldheim-Freizeit viel Raum gegeben, um damit zu spielen.
Von
Karina Eyrich
Oberndorf
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Herzig: Filea (Carina Neumann) und Birgit Bech winken den Kindern zum Abschied zu.

Karina Eyrich

„Zum letzten Mal als Waldheim-Kind im Gottesdienst!“ Carina Neumann, die Co-Leiterin der ersten Waldheim-Freizeit, klatscht ab an der Tür zur Pauluskirche. Jene, die da an ihr vorbeiziehen und „High Five“ geben, sind freilich keine Kinder mehr – sie sind schon richtig groß. Dennoch haben auch sie die Botschaft ihrer letzten Waldheim-Freizeit mitgenommen: „Klein, aber wichtig!“ Es kommt nicht immer auf die Größe an.

Einer ist alles andere als klein, aber trotzdem wichtig: „Groß ist unser Gott“ singen die Kinder aus rund 200 Kehlen, unterstützt von rund 60 Mitarbeitern um Carina Neumann und Birgit Bech, die – gute Traditionen soll man beibehalten – den Gottesdienst zelebriert und mit den Kindern einen Psalm betet, dessen Worte sich in den vergangenen zwei Wochen, zum Glück für Kinder und Betreuer, einmal mehr bewahrheitet hat: „Gott behütet mich auf allen Wegen, heute und immer. Gott schläft nicht, er ist bei mir wir mein Schatten und hält mich an der Hand. Tag und Nacht steht er mir zur Seite.“

Lauthals singen Kinder und Betreuer zum Abschied der ersten Waldheim-Freizeit in Tailfingen.

Foto: Karina Eyrich

Das soll auch im Urlaub so sein, wünscht Birgit Bech den Kindern, dankbar für „zwei wunderschöne Wochen, in denen wir neue Freunde kennenlernen und alte Freunde wiedertreffen durften“. Von der Gemeinschaft, die diese segensreiche Einrichtung der evangelischen Kirchengemeinde prägt, können die Kinder nie genug bekommen und singen lauthals „Immer mehr“, beklatschen sich danach selbst – und die Eltern, Geschwister und Großeltern auf den Emporen der großen Kirche klatschen mit.

Filea muss unbedingt wiederkommen

„Das Tollste“ sei für viele Kinder freilich die Erzählstunde gewesen, weiß Birgit Bech, in der es um Samuel ging und um den kleinen Schafhirten David, der später Israels größter König werden sollte. Plötzlich ein fröhliches Kreischen: Filea ist wieder da! Der kleine Stern, der es zur „Beauftragten für den Menschenplaneten“ gebracht hat, war in den vergangenen Tagen plötzlich verschwunden, und alle Kinder haben sich schon gefragt, wo sie geblieben ist, sagt Birgit Bech, die sich noch gut an Fileas erste Besuche im Waldheim vor fünf Jahren erinnern kann.

Und natürlich geht Filea nicht, ohne sich zu verabschieden, ist noch einmal zurückgekommen, „weil ich Euch vermisst habe“, wie sie betont. Soll sie nächstes Jahr wiederkommen? „Jaaaaaaaaaa!“ schreien die Kinder, ohrenbetäubend laut. Das niedliche Alter Ego von Carina Neumann kommt gut an, und auch ihr haben die Geschichten der täglichen Erzählstunden Mut gemacht, dass aus etwas Kleinem etwas Großes werden kann.

„Richtig wichtig: Jemand, der Dir sagt ‚Ich hab’ Dich lieb!‘“

Oft seien es die kleinen Dinge, die richtig wichtig seien im Leben, fasst Birgit Bech noch einmal zusammen: „eine Hand, die einen hält, ein offenes Ohr, jemand, der an einen glaubt und einem sagt ‚Ich hab’ Dich lieb!‘“ Die Kinder ermuntert sie: „Vergesst die kleinen Dinge nicht im Leben. Erfreut Euch daran und verschenkt sie.“ Dann gebe es „Zehntausend Gründe“, Danke zu sagen. Das gleichnamige Lied gehört zu den wahren Waldheim-Klassikern, und zum letzten Mal singt die Gruppe eins es mit. Für sie heißt es nun Abschied nehmen von der Zeit als Waldheim-Kinder, und wie es Tradition hat, sprechen sie die Fürbitten, beten „für alle Kinder, denen es nicht so gut geht wie uns“, für die Kranken, für alle Hungernden und für den Frieden in der Welt.

Gibt den Ton an: die Waldheim-Band

Foto: Karina Eyrich

Aber auch das Danken vergessen sie nicht: für ihre Familien und für die schöne Zeit im Waldheim – jetzt kommt doch Wehmut auf, ehe das letzte Lied „Gott, Dein guter Segen“ die Wände des mächtigen Gotteshauses fast zum Wackeln bringt und Birgit Bech den Kindern einen irischen Reisesegen für den Urlaub spendet. In der nächsten Woche folgt die zweite Waldheim-Freizeit – und nächstes Jahr der 70. Geburtstag der Ferienfreizeit.

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