Waldheim Tailfingen: Der Andrang wächst weiter - In acht Minuten war alles ausgebucht

Carina Neumann und Birgit Bech leiten die erste Waldheim-Freizeit der 69. Saison in Tailfingen, die im Regen startete.
Karina EyrichAcht Minuten hat es im März gedauert, bis die beiden Waldheim-Freizeiten in Tailfingen ausgebucht waren. Leiterin Birgit Bech weiß, dass die Ferienfreizeiten auf dem Braunhartsberg nicht nur ein Vergnügen für die Kinder sind, sondern auch wichtig für die Eltern, die nicht so lange Urlaub haben wie ihre Kinder Schulferien.
„Das Waldheim stirbt auf jeden Fall nicht aus“, sagt sie lachend – das zeigt auch die Zahl der Jüngsten ab vier Jahren: 23 „Waldheim-Zwerge“ sind diesmal dabei. Täglich, aber nur bis 14 Uhr, nach dem Mittagessen. „Sonst sind es doch sehr lange Tage“, erklärt die Leiterin, die auch im Brotberuf als Diakonin und Jugendreferentin sowie als Mutter viel Erfahrung mit Kindern jedes Alters hat – und am ersten Morgen schon ein Mädchen trösten musste, das Heimweh hatte. Ein weiteres Kind leidet an Übelkeit, eines hat verschlafen, und so geht es gleich drunter und drüber. Für das Team ist das freilich kein Problem.

Regentag Dunkelbunt: Die beiden weiteren Künstlernamen des Malers Friedensreich Hundertwasser passten zum Montag im Waldheim Tailfingen
Foto: Karina EyrichObwohl Birgit Bech diesmal ihr Co-Leiter abgeht: Olaf Ronsdorf zieht – wirklich nur ausnahmsweise – den Familienurlaub vor, denn sein Jüngster macht nächstes Jahr Abi, und wer weiß, ob er dann nochmal mit der Familie verreisen will. Einen besseren Ersatz als Carina Neumann hätte sich Birgit Bech allerdings nicht wünschen können: Die Co-Leiterin des Kinder- und Jugendbüros Albstadt ist nicht nur Profi, wenn es um die Betreuung von Kindern und Jugendlichen geht, sondern längst eingespieltes Mitglied im Team des Waldheims Tailfingen, zu dem in der ersten Freizeit 224 Kinder gehören, um die sich 60 Mitarbeiter inklusive Küchenteam und Materialwarte kümmern.
Neu: der WhatsApp-Kanal für die Eltern und Neuigkeiten auf Instagram
Neumanns Erfahrung macht sich schon an der Wand im Eingangsbereich bemerkbar: Übersichtlich ist dort der Tagesablauf mit der jeweiligen Aktivität zur jeweiligen Uhrzeit abgebildet. Schilder weisen den Weg zu den Gruppen, und so finden sich nicht nur die Kinder schnell zurecht, sondern auch die Eltern und andere Besucher, etwa beim Elternfest am Nachmittag des 13. August. Für sie gibt es außerdem einen neuen WhatsApp-Kanal, und auch der Instagram-Auftritt wird runderneuert: „Es lohnt sich, digital die Augen nach uns offen zu halten“, verspricht Birgit Bech.

Übersicht ist die halbe Miete: Ein Plan im Eingangsbereich zeigt jetzt den Tagesablauf.
Foto: Karina Eyrich„Beim Elternfest wollen wir den Fokus auf die vermeintlich kleinen Dinge des Lebens legen“, sagt Birgit Bech, denn das Motto der Freizeit lautet „Klein, aber wichtig“. Biblisches Thema ist die Geschichte von Samuel, den seine bis dato kinderlose Mutter im hohen Alter gebar und ihn dann in Gottes Hände – symbolisch in die eines Priesters – gelegt hat. Und der dann noch ganz wichtig wurde, wie Bech andeutet. Mehr verrät sie noch nicht – die Kinder sollen die Geschichte ja täglich in der Erzählstunde hören, die stets einen „Cliffhanger“ hat, so dass alle gespannt sind, wie es morgen weiter geht.
Im Jubiläumsjahr sollen die Wände wackeln
Wie es nächstes Jahr weiter geht, steht schon fest: „Dann feiern wir 70-jähriges Bestehen und dann reißen wir die Hütte ab!“, sagt die Leiterin lachend mit Blick auf die Jubiläums-Aktivitäten. Am Montag waren allerdings erst einmal „Indoor“-Aktivitäten angesagt: „Ein Start im Regen ist wirklich hart, das fühlt sich gar nicht nach Ferien an“, meint sie, blickt aber nur gespielt betrübt drein: „Wir haben ein so tolles Team und eine tolle Jumi-Gruppe“, sagt sie mit Blick auf die Jugendmitarbeiter, die nächstes Jahr eine Gruppe leiten dürfen.
Nur mehr Platz wäre vonnöten: „Unsere Ältesten sind Jahrgang 2010/11, das waren kleine Jahrgänge. Nun kommen die geburtenstarken.“ 2026 sind die 70. Waldheim-Freizeiten dann vielleicht noch schneller ausgebucht als in acht Minuten.