Waldheim-Elternfest in Tailfingen: „Gruß nach Ebingen: Ihr seid mega-wertvoll!“

Vermeintlich kleine Leute können ganz schön große Sprünge machen, wie die Waldheim-Kinder in Tailfingen beweisen.
Karina Eyrich„Klein, aber wichtig“: Wie vielseitig das Motto der Ferienfreizeiten 2025 im Waldheim Tailfingen ist, macht das Elternfest der ersten Freizeit deutlich. Schon die Zwerge, die Vier- und Fünfjährigen wissen, dass Bienen – wenngleich manchmal lästig – ganz wichtig sind für die Bestäubung von Pflanzen und damit für Menschen. Mit einem putzigen Tanz zu einem Bienen-Song feiern sie die kleinen Helfer und haben dafür „richtig lange durchgehalten“, lobt Leiterin Birgit Bech, die mit ihrer Co-Leiterin Carina Neumann das schwungvolle Elternfest moderiert. Denn normalerweise blieben sie nur bis 14 Uhr.
Dabei ist es heute besonders heiß. Doch die vielen Bäume und Sonnensegel beschützen die Geschwister, Eltern und Großeltern – zahlreich wie immer erschienen – vor der Sonne. Mit ihr strahlen alle um die Wette, als die Gruppen, teils zu fetziger Musik, präsentieren, was ihnen dazu eingefallen ist in den täglichen Gruppenstunden. Gruppe zwei hat sich Gedanken gemacht, was kleine Worte anrichten respektive wie gut sie tun können.
„Passt auf, was Ihr tut: Vielleicht ändert Ihr die Welt – oder den Verlauf eines Baseballspiels!“
Gruppe vier führt – besonders originell – den Schmetterlingseffekt vor: Welche großen Folgen kann eine kleine Handlung haben? Die Mahnung dazu: „Passt auf, was Ihr tut: Vielleicht ändert Ihr die Welt – oder den Verlauf eines Baseballspiels!“ Den Tanz zum Effekt führen die Schmetterlinge der Gruppe acht auf, zusammen mit niedlichen Blümchen, ehe Gruppe neun sich den kleinen Regenwürmen widmet, die die Erde auflockern, und Gruppe drei zeigt, wie kleine Dinge Großes bewirken. Ein Schwamm beim Abspülen etwa oder das Klopapier auf dem stillen Örtchen, versteckt hinter einer Wand mit Waldheim-Graffiti.
Mindestens genau so viel Spaß macht Gruppe 6a, die statt Obst Schokolade von der Oma bekommt – heimlich natürlich. Extra-Applaus erntet Gruppe 7a, weil sie eindrucksvoll beweist, wie wichtig jeder Einzelne ist: Die Kinder formieren sich zu einer Pyramide – ganz schön stark.
Gruppe 6b demonstriert mit einem Flashmob, wie ein kleiner Rhythmus alle ansteckt. Einen Vorgeschmack auf das riesige Fußball-Darts-Spiel, an dem am Ende auch die Eltern ihre Treffsicherheit testen dürfen, gibt Gruppe eins, doch es ist Gruppe fünf, die den Extra-Punkt für die poetischste Aufführung bekommt: Bei verletzenden Worten geht ihr großes Herz ein wie eine Primel – und entfaltet sich bei stärkenden und netten Komplimenten zu seiner ganzen Schönheit. Welch ein schönes Bild!
Der Abschluss war ein Tanz der Gruppe 7b zum Lied „This Is Me“, doch das Elternfest ging danach noch lange weiter bei Kaffee, vielen selbst gebackenen Kuchen und vor allem kalten Getränken – angesichts der Hitze die reinste Wohltat, wie die Gesichter verrieten.
Warum bitteschön sollte Pfarrer Hartmann denn eigentlich nicht mehr wachsen?
Ein golden glitzerndes Tattoo wird übrigens in den nächsten Tagen verraten, wer in der Waldheim-Freizeit dabei ist, denn solche – in Form eines glitzernden Herzens – verteilte Pfarrer Johannes Hartmann, den Birgit Bech in Anspielung auf das Motto „klein, aber wichtig“ ankündigte als einen, der nicht mehr größer werde.
Woher sie denn das wissen wollte, fragte Hartmann, gespielt pikiert, und rief dann den Kindern zu: „Du bist mega-wertvoll! Das wollen wir als evangelische Kirche Euch sagen. In Richtung Ebingen, wo das Waldheim heuer 70 Jahre alt wird, schickte Hartmann einen Jubiläumsgruß: „Wir winken rüber nach Ebingen: Ihr seid mega-wertvoll!“ Dasselbe gelte für das Leitungs-Duo und die vielen Betreuer – und für Sandra Conrad, die alle Verwaltungsarbeit im Vorfeld erledigt habe: „Mega wertvoll!“
Das Tattoo, das er allen schenkte, solle allen Kindern sagen: „Du bist wertvoll und geliebt, auch wenn Du es nicht immer spürst.“
Schon Martin Luther, so verrät das Träger-Kärtchen, habe sich vor 500 Jahren eine Notiz geschrieben, um diese Botschaft nie zu vergessen: „Ich bin es wert, dass Gott mich geschaffen hat, dass Jesus alles aus dem Weg räumt, was zwischen mir und Gott steht, und dass Gott mir in allen Schwierigkeiten beisteht.“