Waldheim Tailfingen
: Hoher Besuch beim Elternfest

Zu Fuß konnten zwei Ehrengäste am Mittwoch auf das Feriengelände am Braunhardsberg kommen, während einer diesmal von viel weiter her anreisen musste. Sie alle erlebten ein internationales Elternfest mit besonders originellem Programm – und mit mancher versteckten Botschaft an die Erwachsenen.
Von
Karina Eyrich
Oberndorf
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Viel Grund zum Jubeln hatten die Kinder beim zweiten Elternfest auf dem Waldheim Tailfingen.

Karina Eyrich

Die griechischen Götter sind richtig sauer. Die Menschen glotzen nur noch auf ihr Smartphone und vergessen darüber ganz, dass es sie auch noch gibt. Der Show-Beitrag von Gruppe sechs beim Elternfest der zweiten Freizeit rund um das Waldheim in Tailfingen war einer der originellsten, wobei das Niveau in Sachen Einfallsreichtum der Kinder diesmal besonders hoch war.

So schimpften Göttervater Zeus und seine Truppe auf die Menschen, die das Meer verschmutzten, nur noch Cheeseburger und Chicken Nuggets in sich hineinstopften, anstatt frische Früchte und gesundes Brot zu essen, und den Jägern, die nicht mehr von Hand jagen, hetzen sie die Wölfe auf den Hals.

Wie aus dem grünen Frosch ein roter wird

Herausragend war am Mittwochnachmittag auch der Auftritt der Waldheim-Kobolde von Gruppe sechs: Das kleine Volk ist in Irland am Ende eines Regenbogens entstanden und beglückt das ganze Land mit seinem Tanz, in Glücksklee-Grün gewandet. Da jubelte zwar nicht das ganze Land, doch die Familien der rund 160 Kinder waren total aus dem Häuschen und klatschten im flotten Rhythmus mit.

Besonders mitreißend war beim Elternfest der Tanz der irischen Waldheim-Kobolde – und die Zuschauer ziemlich begeistert.

Foto: Eyrich

„Was hassen U-Boot-Besatzungen? Den Tag der offenen Tür!“ war nur einer der Witze, welche die Kinder der Gruppe vier vor ägyptischer Kulisse, Kamel inklusive, servierten. Wobei nicht alle Schenkelklopfer vegan waren: „Was ist grün und wird auf Knopfdruck rot? Ein Frosch im Mixer!“ Schade, dass die „Waldheim-Zwerge“ in der letzten Woche der insgesamt vierwöchigen Freizeiten nicht mehr da waren.

So fiel der Gruppe zehn als den Jüngsten die Aufgabe zu, mit einem drolligen Auftritt die vor Freude strahlenden Zuschauer noch mehr zum Schmunzeln zu bringen: Als Cheerleader feuerten sie die das spanische Fußball-Nationalteam der Herren – bekanntlich frischgebackene Europameister – an. Nur den falschen Pokal hatten sie der Elf in die Hand gedrückt – der goldene Cup aus Plastik war der Weltpokal.

Pfarrer Gottfried Engele war bester Laune.

Foto: Eyrich

Das tat der Stimmung freilich nicht den geringsten Abbruch, zumal Gruppe neun das australische Team bei besonderen Olympischen Spielen – in diesem Jahr Thema der beiden Freizeiten – antreten ließ: tierischen.

Tierische Unikate gibt es down under ja genug, und so wetteiferten die Koalabären im Bambuswettessen, die Schlangen im Synchronschlängeln und die Kängurus – natürlich – im Hüpfen.

Das taten auch die Limbo-Tänzer der Gruppe drei, die im Land ihrer Wahl, Marokko, unter der Limbo-Stange durchtanzten, bis sie einfach zu niedrig war. Dann halt obendrüber!

Limbo tanzen? Für die Wahldheim-Kinder eine ihrer leichtesten Übungen.

Foto: Eyrich

Ein voller Erfolg war das Ikea-Rätsel, mit dem Gruppe zwei in Schweden das Publikum herausforderte. Welches der drei Möbelstücke trägt den vorgezeigten, zuweilen doch recht seltsamen Namen? Die Zuschauer wussten es in jedem einzelnen Fall.

Gruppe acht zelebrierte den brasilianischen Karneval mit kunterbuntem Kopfschmuck – die Kinder waren fleißig in der Bastelstunde – und Gruppe sieben ließ in Island zwei Haie abwechselnd „zehn kleine Fische“ jagen und fressen. Das war auch nicht vegan! Aber cool, frech und ziemlich witzig.

Den schwungvollen Schlusspunkt setze Gruppe eins in Mexiko, die Kakteen gebastelt und mit Alpakas im Wald gespielt hat, mit ihrem mitreißenden Tanz, den einzustudieren offenbar auch noch viel Zeit geblieben war.

Oberbürgermeister Roland Tralmer überließ seiner Frau Kristina ganz gentlemanlike den Sitzplatz – und stärkte ihr den Rücken.

Foto: Eyrich

Wenig Zeit, weil viel zu tun, hat bekanntlich Oberbürgermeister Roland Tralmer, der mit seiner Frau Kristina seit 2023 am Braunhardsberg lebt und zwar anschließend noch ins Rathaus musste, aber doch bis zum Schluss blieb und freudestrahlend mitklatschte. Wobei er Albstadts First Lady beim ersten Besuch einer solchen auf dem Waldheim den Rücken deckte und ihr ganz gentlemanlike einen der begehrten Sitzplätze überließ.

Dass die Tralmers nun Tailfinger seien, freute Pfarrer Gottfried Engele, den Tralmer freilich gleich korrigierte: „Wir sind alle Albstädter!“ rief er aus, dankte den Eltern für ihr Vertrauen in die Waldheim-Crew, lobte deren Einsatz und freute sich, dass mit der Spende der Stadt zwei Fußballtore und Sitzkissen – und somit etwas Sinnvolles – angeschafft worden sei.

Das Rathaus-Team hat geliefert

„Auch die Bestellung ausreichend guten Wetters“ habe sein Rathaus-Team hingekriegt, fügte er grinsend hinzu. Und so schien die Sonne auf die Jubilare des Waldheim-Sommers, die zusammen 105 Tafeln Schokolade – eine für jedes Jahr – kassierten: Tia Banzhaf ist seit fünf Jahren dabei, Florian Faiß, Svenja Gonser, Verena Lohr, Sonja Frey – vormals Sauter – und Co-Leiterin Carolin Hopf seit zehn Jahren.

Sie moderierte den Nachmittag zusammen mit Leiter Sebastian Genz, der seine 20. Saison absolviert, doch Jörg Hoss, den alle nur Percy nennen, schoss mit 30 Einsätzen den Vogel ab und freute sich wie ein kleines Kind über den Jubel der Ferienkinder, als er seine Zahlen-Luftballons schwenkte.

Nur einer stand diesmal nicht auf der Bühne: Pfarrer Christoph Fischer war als Zuschauer aus seinem neuen Wirkungsort Gäufelden-Nebringen gekommen. Waldheim macht einfach süchtig.

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