Wärmenetz in Meßstetten
: Wie Region und Klima profitieren

Regionale Biomasse stand im Fokus bei der Wärmeexkursion im Interkommunalen Industrie- und Gewerbepark Zollernalb – und in Obernheim.
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(red/pm)
Oberndorf
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Von vielen Rohren umgeben: Exkursionsteilnehmer lernen auf dem Meßstetter IIGP-Gelände die Funktionsweise einer Hackschnitzel-Heizanlage kennen.

Energieagentur Zollernalb / Michael Rottmeier

Die Wärmewende ist in vollem Gange – aber wie sehen moderne Wärmenetze in der Praxis aus?

Die Exkursionsreihe „Wegweiser Wärmenetze“ – eine gemeinsame Veranstaltung der Energieagentur Zollernalb und des Zweckverbands Interkommunaler Industrie- und Gewerbepark Zollernalb (IIGP) – will mit innovativen Projekten zeigen, wie nachhaltige Wärmeversorgung funktioniert.

Bei der zweiten Etappe waren der IIGP in Meßstetten und die Gemeinde Obernheim Gastgeber. Der Schwerpunkt lag auf regionaler Biomasse.

Auf dem IIGP-Gelände in Meßstetten stand die mobile Holzhackschnitzelanlage im Fokus. Die beiden Container, Ende 2023 in Betrieb genommen, versorgen laut einer Pressemitteilung des IIGP weite Teile des früheren Kasernengeländes, einschließlich des Ankunftszentrums Ukraine, das nicht mehr in Betrieb ist, mit CO-neutraler Wärme. Eingesetzt werden Hackschnitzel aus Sturm- und Restholz aus der direkten Umgebung.

Die ehemalige Kaserne hatte die Bundeswehr zuerst mit Kohle, später mit Heizöl und Erdgas beheizt. Heute werden Holzhackschnitzel im ehemaligen Kohlenbunker gelagert. „Mit der Umstellung auf regionale Biomasse konnte nicht nur der CO2-Ausstoß deutlich reduziert, sondern auch die regionale Wertschöpfung gestärkt werden”, so IIGP-Geschäftsführerin Heike Bartenbach.

Einblick in besondere Technik

Die Teilnehmer erhielten Einblick in Technik und besondere Anforderungen dieser Form der Wärmeerzeugung. Denn anders als bei Gas oder Öl erfordert der Einsatz von Biomasse ein Gespür für Brennstoffqualität, Feuchte, Temperatursteuerung und präzise Abstimmung auf das Netz, wie die Betreiber der Anlagen im IIGP und in Obernheim ausführten.

Biomasse aus der Region hat Potenzial

Zweite Station war die neue und moderne Heizzentrale in Obernheim, die Grundschule, Mehrzweckhalle samt Schwimmbad und Feuerwehrhaus versorgt. Auch dort zeigte sich: Regionale Biomasse hat nicht nur Klimaschutzpotenzial, sondern auch wirtschaftliche Vorteile: Die Heizkosten sind gesunken. Auch dort kommt das Holz aus nächster Umgebung und die Wertschöpfung bleibt bei örtlichen Dienstleistern.

Die gute Resonanz der Veranstaltung und der intensive Austausch unter den Teilnehmern zeigte: der Bedarf an zukunftsfähigen, kommunalen Wärmelösungen ist groß und der Erfahrungsaustausch wertvoll. Die Region geht mit gutem Beispiel voran.

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