Stambulant auch in Meßstetten: Gutes Signal – nun müssen Union und SPD liefern

BeneVit-Chef Kaspar Pfister hofft, dass die neue Bundesregierung das Stambulante Pflegekonzept zügig gesetzlich verankert.
/Jens BoesenbergDie Koalitions-Arbeitsgruppe „Gesundheit und Pflege“ hat in ihrem Ergebnispapier das Versorgungsmodell Stambulant aufgegriffen. Damit ist aus Sicht des Pflegeunternehmens BeneVit ein wichtiger Schritt getan, um das Stambulant-Konzept bundesweit als Regelleistung möglich zu machen.
Entscheidend sei nun, dass das Konzept von der neuen Bundesregierung zügig gesetzlich verankert wird, damit es in der Praxis umgesetzt werden kann.
„Die Krise in der Altenpflege spitzt sich weiter zu“, warnt Pfister
„Die Zeit drängt, denn die Krise in der Altenpflege spitzt sich weiter zu. Bewährte, innovative Versorgungsmodelle wie Stambulant können einen wichtigen Beitrag leisten, um die vorhandene Versorgungslücke zu schließen“, erklärt Kaspar Pfister, geschäftsführender Gesellschafter von BeneVit.
Das Unternehmen setzt das Stambulant-Konzept in einer Einrichtung im badischen Wyhl am Kaiserstuhl seit mittlerweile fast neun Jahren um – und plant selbiges auch in Meßstetten.
Darüber hinaus fordert Pfister einen grundsätzlichen Perspektivwechsel in der Altenpflege: „Aktuell gibt es mehr Geld, wenn sich der Allgemeinzustand des Pflegebedürftigen verschlechtert und der Pflegegrad steigt. Wir brauchen das Gegenteil: Altenpflege mit mehr Fokus auf Erhalt von Selbstständigkeit, Teilhabe und Lebensqualität – darum muss es gehen“, betont er.
Ein „Mitmach-Pflegeheim“, das Beteiligte entlasten soll
Das Stambulant-Konzept beschreibt BeneVit zufolge ein „Mitmach-Pflegeheim“, bei dem Bewohner und Angehörige mit einbezogen werden – letztere können zum Beispiel Aufgaben wie die Zimmerreinigung übernehmen. Dadurch können die Angehörigen mehr Zeit mit den Bewohnern verbringen und sollen dabei auch den Eigenbetrag um bis zu 1000 Euro pro Monat senken können.
So schaffe das Konzept auch Flexibilität, denn Fachpersonal werde nur dort eingesetzt, wo es wirklich gebraucht wird. Das entlaste die Fachkräfte und ermögliche Kostensenkungen für Kassen, Kommunen und Bewohner.