Onstmettinger Albverein zur Fusion mit Tailfingen
: Die Braut bringt Geld mit – aber keine Manpower

Vor einer Fusion mit der Ortsgruppe Tailfingen will der Schwäbische Albverein (SAV), Ortsgruppe Onstmettingen, erst einmal die Details klären.
Von
Horst Schweizer
Oberndorf
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Die Onstmettinger Mitglieder des Schwäbischen Albvereins stimmten für Fusionsgespräche mit der Ortsgruppe Tailfingen.

Horst Schweizer

Erst im Herbst soll sich klären, ob die SAV-Ortsgruppe Onstmettingen bereit ist, mit der Ortsgruppe Tailfingen zu fusionieren, die bei der jüngsten Hauptversammlung keine Kandidaten für die Ämter mehr gefunden hatte – und nun auf Brautschau ist. Erst wollen die Onstmettinger mit den Nachbarn alle Details abstimmen.

Bei der sehr gut besuchen Hauptversammlung, die Vorsitzender Norbert Kühn leitete, ging Gauobmann Josef Ungar auf den überall einsetzenden Mitgliederschwund – auch im Zollerngau – ein. „Im Vorfeld haben die Ausschüsse in Tailfingen und Onstmettingen beraten, dass sie fusionieren wollen, Tailfingen hat bereits mehrheitlich bei fünf Enthaltungen zugestimmt“, so Ungar. Eine gemeinsame Satzung müsse ausgearbeitet, ein Name für die ab 1. Januar 2026 gemeinsame Ortsgruppe gefunden werden. „Onstmettingen ist der Bräutigam, Tailfingen die Braut, die auch ein entsprechendes finanzielles Brautgeschenk mitbringt“, so Ungar.

Er wollte die Mitglieder über eine Fusion abstimmen lassen, doch dazu kam es aber nicht, weil Uwe Reuß „einen von unserem Ausschuss beschlossenen Gegenantrag“ einbrachte, zunächst Fusionsverhandlungen aufzunehmen. Im zweiten Schritt solle dann eine Fusionsvereinbarung geschlossen werden. „Wanderwege oder Bänkle, wer macht das dann alles, wenn wir jetzt schon personelle Probleme damit haben?“ fragte Ina Buk. Der Tailfinger Vorsitzende Walter Buschbacher, dort auch Wegewart, erklärte, dass er, selbst knapp 80 Jahre alt, im Vorjahr dafür 85 Stunden aufgewendet habe. Er werde in Tailfingen die Aufgabe weiter wahrnehmen.

Schriftführerin Birgit Arnold-Sessler gab zu bedenken, dass im Fall einer Fusion die zu betreuende Fläche größer und die Wanderwege doppelt so lang würden, Onstmettingen habe selbst über 90 Bänke. „Ich sehe die Gefahr, dass wir uns übernehmen“, sagte sie.

Dieter Boss: Wir machen schon so viel – wir brauchen auch die Basis dafür

Beisitzer Dieter Boss pflichtete ihr bei: „Wir organisieren zwei Höhlenfeste, spielen Theater, haben die Ochsenscheuer, machen Holz, wir brauchen eine Basis. Wie geht es weiter, wer ist bereit, Verantwortung zu übernehmen?“. Bei der Hauptversammlung in Tailfingen sei niemand mehr bereit gewesen, ein Amt zu übernehmen. Dazu Walter Buschbacher: „Wir haben keine Manpower mehr, wir bringen nur Geld.“ Auf Vorschlag von Stadt- und Ortschaftsrat Uli Metzer benötigt Onstmettingen ein Mandat, um Gespräche zu führen.

Die Mitglieder ermächtigten daher – bei drei Gegenstimmen – Vorstand und Ausschuss, „eine Fusionsvereinbarung mit der Ortsgruppe Tailfingen auszuarbeiten“. Beide Ortsgruppen müssen nach den Verhandlungen, vermutlich im Herbst, außerordentliche Mitgliederversammlungen abhalten. Gebe es dort Zustimmung zu einer Fusion, müsste die neue Ortsgruppe in einer weiteren „Außerordentlichen“ eine komplette Führungsmannschaft von Vorstand, Ausschuss und Fachwarten wählen.

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