Grandiose 750-Jahr-Feier: Thomas Bolkart wäre stolz auf seine Margrethausener – das sind die Bilder

In Dirndln und Lederhosen haben die Margrethausener und ihre Gäste am Samstag die Dirndlknacker-Party gefeiert.
Karina EyrichDas muss man Alex Merth lassen: Wenn er als „Capt’n Knallermann“ auf der Bühne steht und einmal losgelassen ist, dann geht die Stimmung ab wie Schmidts Katze.
Partyhit reihte sich an Partyhit, und spätestens als er seinen „Kapitän der Liebe“ sang, war das Publikum am Samstagabend beim Jubiläum „750 Jahre Margrethausen“ außer Rand und Band, standen viele auf den Bänken und sangen lauthals mit. Andere schunkelten ausgelassen, und alle waren in Nullkommanix auf Betriebstemperatur, die ersten T-Shirts nassgeschwitzt.

Die Sonne lachte beim ökumenischen Festgottesdienst im Klostergarten.
Foto: Karina EyrichSo war das Festzelt schon voll, als die „Dirndlknacker“ loslegten mit Hits, die alle mitsingen konnten von Nena bis S.T.S.. Toll war zudem der Anblick: Vor allem junge Frauen hatten sich in Schale geworfen, trugen Dirndl aus edel schimmernden Stoffen und passenden Schmuck. Stramme Burschen zeigten Bein in Krachledernen – und hatten so etwas mehr Komfort, als sie auf dem Boden sitzenden im Takt der Musik eine Mischung aus Polonaise und Bob-Fahren zelebrierten.
Für die Helfer war das Festzelt der reinste Hindernisparcours
Zu bedauern waren einzig die Helfer, die mit dem Servieren der Getränke kaum hinterherkamen und sich zudem zwischen den dicht gedrängten Gästen durchzwängen und dabei aufpassen mussten, dass sie nicht über Kabelkanäle und Unebenheiten stolperten – das Festzelt stand auf dem Friedhofsparkplatz.

Beim Gottesdienst: Thilo Hess, Hans-Georg Keppler, Markus Gneiting und Manu Sebastian (von links)
Foto: Karina EyrichDurchatmen konnten die Margrethausener und ihre Gäste dann am Sonntag beim ökumenischen Gottesdienst bei idealem Wetter im Klostergarten, den der katholische Pater Manu Sebastian mit seinen evangelischen Kollegen Markus Gneiting aus Pfeffingen und Thilo Hess aus Laufen zelebrierte und den der Chor „Effata“ unter der Leitung von Martin Wäschle wunderschön gestaltete.

Der Chor Effata unter der Leitung von Martin Wäschle sang wunderschön.
Foto: Karina EyrichUnter dem Kreuz vor einem Apfelbaum blickte Gneiting in seiner Predigt nicht nur auf die Geschichte des Dorfes, die von Arbeit und Mühe, aber auch von Hoffnung geprägt gewesen sei, in der sich die Menschen immer wieder neu ausgerichtet hätten, sondern er richtete den Blick auch in die Zukunft: „Ich wünsche mir, dass Margrethausen ein Ort bleibt, der offen für Neues ist, aber seine Wurzeln nicht vergisst“, betonte Gneiting.

Ein evangelischer Pfarrer predigte im katholischen Klosterdorf: Markus Gneiting fand die richtigen Worte.
Foto: Karina EyrichEin Höhepunkt nach den Fürbitten, in dem der Pfeffinger Kirchengemeinderatsvorsitzende Hans-Georg Keppler um Frieden bat, war ein Lied aus Pater Manus indischer Heimat, in dem es um Frieden geht und das im grünen Garten meditative Wirkung entfaltete.

Ein Modell des Klosters haben die Männer vom Dienststagsstammtisch wieder restauriert.
Foto: Karina EyrichDie Kinder feierten ihre Kinderkirche im Klosterhof, wo über das ganze Wochenende fünf historische Dorfführungen starteten. Im Festzelt unterhielten am Sonntag die Laizer Musikanten, die Hartheimer Oldies und die Lauchertmusikanten Melchingen, während die Gäste es sich beim reichhaltigen Getränke- und Speiseangebot gutgehen ließen und die Geselligkeit genossen. Durchweg waren lobende Worte für die Organisation und das so gut funktionierende Helferteam zu vernehmen.

Die Laizer Musikanten spielten zum Festauftakt am Sonntag.
Foto: Karina EyrichVor dem Zelt war ein kleiner Vergnügungspark mit Karussell, Bungee-Trampolin, Wurfstand, Crêpes- und Softeis-Ständen aufgebaut, der vor allem Kinder anlockte. Das Klostermodell, das die Männer des Dienstagsstammtisches restauriert hatten, war zu bestaunen, und eine laufenden Bilderschau erinnerte an den im Juli verstorbenen Ortsvorsteher Thomas Bolkart, der das Jubiläum noch maßgeblich geplant hatte. Er wäre stolz gewesen auf sein Margrethausen, das bei diesem Fest beispiellosen Zusammenhalt demonstriert hat.