Ferienspiele Winterlingen
: Wilde Hühner treffen brave Hennen – nicht nur in fantastischer Bücherwelt

Zaubertränke brauen, Feuer spucken und wie kleine Drachen fliegen: Bei den Ferienspielen Winterlingen tauchen die Kinder ein in „fantastische Bücherwelten“.
Von
Karina Eyrich
Oberndorf
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Die Vorschüler reisen bei den Winterlinger Ferienspielen durch die Welt des kleinen Drachen Kokosnuss, speien Feuer und basteln Drachenflügel.

Karina Eyrich

Eine ganze Woche lang tauchen 72 Ferienkinder – die Winterlinger Ferienspiele sind fast ausgebucht; 80 Plätze gibt es – in „fabelhafte Bücherwelten“ ein: mit Harry Potter, Pippi Langstrumpf, die in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag feiert, und den „Minions“, die eigentlich Protagonisten von Zeichentrickfilmen sind, wie Jennifer Wingerter und Carolin Praster vom Team des erzbischöflichen Kinderheims Haus Nazareth einräumen. Aber die kleinen dicken gelben Kerlchen sind eben sehr beliebt bei den Kindern. Also: Rein ins Programm.

Die Vorschüler beschäftigen sich mit dem kleinen Drachen Kokosnuss, batiken T-Shirts in feuerroter Farbe und basteln Drachenflügel in der Grund- und Werkrealschule, während sich die beiden Gruppen in Harthausen in „Die wilden Kerle“ und „Die wilden Hühner“ verwandeln.

Feuerakrobat kommt zum Highlight-Nachmittag

Zusammen mit den weiteren Hauptamtlichen Marisa Beck und Bettina Faust sowie 13 ehrenamtlichen Gruppenleitern begleiten die beiden die Kinder durch eine kunterbunte Woche, die am Mittwoch ihren ersten großen Höhepunkt haben wird: am „Highlight-Nachmittag“. Dann besucht ein Feuerakrobat vom „Circus of Fire“ das Fest auf dem Grundschulgelände, wo ein Jahrmarkt mit Popcorn-, Süßigkeiten-, Cocktail- und Waffelstand aufgebaut ist, wo die Kinder Perlenarmbänder basteln und auf eine Torwand schießen dürfen. Außerdem bekommen sie Besuch vom prominentesten Winterlinger, Kinderbuchautor Manfred Mai, der in seinem Leben schon viele fantastische Bücherwelten erschaffen hat.

Zum Abschluss mit den Eltern grillen

In den Gruppen basteln die Kinder – je nach Motto – Zauberstäbe und brauen Zaubertränke wie bei Harry Potter, Brillen für die Minions, denen sie auch Bananenmuffins backen, und sie üben für ihre Auftritte beim Elterngrillabend am Freitag, mit dem die Ferienspiele enden. Vorher, am Freitagmittag, erkunden sie bei einer Dorfrallye ihre Heimatgemeinde.

Kein Ausflug mehr – weil er für manche zu teuer wäre

Ausflüge wie früher, etwa in den Wild- und Freizeitpark Allensbach, stehen nicht mehr auf dem Programm – aus Kostengründen. „Darüber hatten wie eine lange Diskussion und haben uns schweren Herzens davon verabschiedet“, erklären Wingerter und Praster. Die Eintrittspreise seien auf das Dreifache des früheren Wertes gestiegen, „und wir wollten die Preise für die Eltern nicht so teuer machen.“ Das berge die Gefahr, dass manche sich das nicht mehr leisten könnten und ihre Kinder dann auf die Ferienspiele verzichten müssten.

Beim Batiken von T-Shirts ist Farbe im Spiel – da sind Handschuhe empfehlenswert.

Foto: Karina Eyrich

Das Budget, das die Gemeinde Winterlingen für die Ferienspiele zur Verfügung stellen, um etwa Bastelmaterial zu kaufen, sei ordentlich, betonen die beiden. „Da können wir uns wirklich nicht beschweren.“

Die Kinder haben sich am schnellsten von Corona erholt

Dass die Ferienkinder – sie sind im Alter zwischen sechs und elf Jahren – zu Hochzeiten der Coronavirus-Pandemie in den Kindergarten oder die Grundschule gekommen sind, merken die Fachfrauen ihnen nicht mehr an. „Davon haben sie sich viel schneller erholt als Erwachsene und Jugendliche“, haben sie festgestellt.

Außerdem dürfen sie sich bei den Ferienspielen ja auch richtig schön austoben. Die „wilden Kerle“ zum Beispiel auf dem Fußballplatz. Und die „wilden Hühner“? Sie besuchen den früheren Referatsleiter des Hauses Nazareth, Dietmar Abt, der in seinem großen Garten in Harthausen Hühner züchtet. Das kann ja heiter werden, wenn lauter „wilde Hühner“ auf brave Haustiere und fleißige Eierlieferantinnen treffen. Dann lachen in jedem Fall die Hühner.

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