Baustelle in Albstadt: Unzählige Beschwerden – Ärger über B463 Umleitung in Lautlingen

Nur „frei bis Lautlingen“: Das interessiert derzeit nur wenige Auto- und Lkw-Fahrer auf der B 463 in Fahrtrichtung Balingen.
KistnerDie gute Nachricht vorweg: Die Bauarbeiten auf der B 463 in der Lautlinger Ortsdurchfahrt zwischen der Vorderen Gasse und der Höristraße sollen bis Ende Oktober abgeschlossen sein, zeitgleich jene an der Brücke über den Meßstetter Talbach. Das hat Jürgen Grauer, Bauleiter des Gesamtprojekts Tunnelsanierung, Eyachbrückenneubau und B-463-Sanierung, dem Albstädter Gemeinderat am Donnerstagabend mitgeteilt.
Heißt auch: Mit Abschluss der Arbeiten kann die Umleitung für Autofahrer aus Richtung Albstadt nach Balingen über Margrethausen, Pfeffingen, Zillhausen, Stockenhausen und Dürrwangen aufgehoben werden. Wobei Grauer in einem Nebensatz das offensichtliche aussprach: „Die große Umleitung über die Albstädter und Balinger Stadtteile wird ja ohnehin nicht so rege genutzt.“ Dass sich Auto- und auch Lkw-Fahrer nicht an die ausgeschilderte Umleitung halten und den Hinweis „Anlieger frei“ an der Einfahrt in die Lautlinger Falkenstraße gewollt ignorieren, daran könne er nichts ändern, erklärte Grauer weiter.
Dass die innerörtliche Umleitung in Lautlingen, die eigentlich nur aus Balinger Richtung für den Durchgangsverkehr geöffnet ist, aber durchaus die Gemüter erhitzt, zeigte sich in der anschließenden Diskussion im Gremium. FDP-Stadtrat Frank Otterbach, der gleichzeitig im Lautlinger Ortschaftsrat vertreten ist, beklagte das „enorme Gefährdungspotenzial“, das derzeit – vor allem für Senioren und Kinder – in der Falkenstraße herrsche. Es sei quasi unmöglich, die Straße bei dem hohem Verkehrsaufkommen zu überqueren.
B463-Umleitung sorgt für Diskussion im Gemeinderat
Otterbach wollte daher von Grauer wissen, ob die Straßenschilder samt Schranke mit dem Hinweis „Anlieger frei“ nicht „unüberwindbarer“ gemacht werden könnten. Grauer entgegnete, dass dies schon möglich sei, dann aber auch Anwohner nicht mehr vor ihre Haustüre gelangen würden. Letztlich sei es eine Sache der Kontrolle, um der Problematik zu begegnen.
Kontrolle rund um die Uhr nicht leistbar
Das weiß auch Oberbürgermeister Roland Tralmer. Wie viele Beschwerden von Anwohner bezüglich der missachteten Umleitung bei der Stadt eingingen, das gehe – auf schwäbisch gesagt – auf keine Kuhhaut. Polizei und Ordnungsdienst täten ihr Möglichstes, um Verkehrssünder zu bestrafen; eine Kontrolle rund um die Uhr sei aber nicht leistbar. Tralmer appellierte alle Verkehrsteilnehmer an den gesunden Menschenverstand. „Man kann es der Bürgerschaft zumuten, die Umleitung für diesen begrenzten Zeitraum in Kauf zu nehmen.“ Der Albstädter Oberbürgermeister sagte aber auch: „Die Anwohner, die nun leiden, haben es nach Abschluss der Sanierungsarbeiten in der Ortsdurchfahrt gut.“
CDU-Gemeinderat Alexander Korn, Chef des gleichnamigen Recycling-Firma, warb hingegen um Verständnis für so manchen Lkw-Fahrer, der ebenfalls die Anlieger-Route der Umleitung vorzieht: „Auf der Straße wird auch Geld verdient.“
Eyachbrücke ist Grauers „Sorgenkind“
Bauleiter Jürgen Grauer blickte in seinem Baustellenbericht auch auf den Laufener Tunnel sowie die Eyachbrücke. Die Tunnelsanierung liege im Zeitplan, Ende Januar/Anfang Februar soll dieser wieder für den Verkehr freigegeben werden. Dann beginne der sogenannte „Einfahrbetrieb“. „In den ersten vier Wochen wird es zu technischen Störungen kommen, der Tunnel muss feinjustiert werden.“ Zu kurzfristigen Tunnelsperrungen werde es daher kommen; die Umleitungsschilder in Laufen bleiben daher vorerst bestehen.
Grauers „Sorgenkind“ hingegen sei die Eyachbrücke. Bis die dortigen Bauarbeiten abgeschlossen werden, dürfte es September 2026 werden. Der Einbau der Brücke soll dann zeitgleich mit der Sanierung der Fahrbahndecke zwischen Lautlingen und Laufen erfolgen; eine halbseitige Sperrung der B 463 und die große Umleitung über die Albstädter und Balinger Dörfer wird für circa vier Monate wieder kommen. Eine Vollsperrung der B 463, so Grauer optimistisch, soll aber vermieden werden.
