Nicht so hoch und weniger dicht: Für den geänderten Bebauungsplan für das Wohngebiet „Hutmatt II“ startet der formelle Beteiligungsprozess.
Das Baugebiet „Hutmatt II“ geht in eine neue Runde. Mit dem jüngsten Gemeinderatsbeschluss sollen der geänderte Bebauungsplan und damit einhergehend der Flächennutzungsplan nach einer frühzeitigen Beteiligung erneut öffentlich ausgelegt werden.
Bei vier beziehungsweise fünf Enthaltungen aus den Reihen der SPD-Fraktion wurden diese beiden Tagesordnungspunkte im Gemeinderat mehrheitlich beschlossen.
Einzelheiten zu den bisher eingegangenen Stellungnahmen der Behörden und der Öffentlichkeit hatte in der Sitzung zuvor Birthe Fischer von der Stadtbau Lörrach erläutert. So war das Baugebiet, dass sich an die bestehende Siedlung „Hutmatt I“ anschließen soll, von vielen Anwohnern – gerade auch im Vergleich - als zu massiv in der Bauweise empfunden worden.
Wohnraumbedarf ist groß
Andererseits ist eine verdichtete Bebauung in diesem Bereich ausdrücklich erwünscht, um einen Beitrag zur Deckung des Wohnraumbedarfs in der Region zu leisten, wie es heißt. Dieser Bedarf, so die Annahme, werde mit der Fertigstellung des Kreisklinikums weiter steigen.
Als Kompromiss wurden die ursprünglichen Pläne nun noch einmal überarbeitet und die Vollgeschosse von vier auf drei begrenzt. Dachgeschosse soll es keine geben. Für eine bessere verkehrliche Sicherheit wurde zudem verstärkt auf Sichtdreiecke geachtet. Die Anzahl der Stellplätze orientiert sich an der ortsüblichen Satzung.
Insgesamt sind in dem Gebiet 100 bis 110 neue Wohneinheiten in sieben Mehrfamilien- und 18 Reihenhäusern, aufgeteilt auf drei Gebäude, geplant. Auch die Kommunale Wohnbaugesellschaft ist an der Entwicklung des Gebiets beteiligt.
Die Ausweisung der Grünflächen für Ausgleichsmaßnahmen sowie ein Spielplatz im Westen des Plangebiets erfordern zudem eine Änderung des Flächennutzungsplans, die jedoch im Parallelverfahren durchgeführt werden kann.
Fest steht nun auch, dass die erforderliche Baustraße keine Dauerlösung sein kann. Denn sie führt mitten durch eine Mähwiese in einem Flora-Fauna-Habitat (FFH). Solche FFH-Gebiete sollen dabei helfen, die Lebensräume geschützter Arten miteinander zu verbinden.
Verlust von landwirtschaftlich genutzten Flächen
Derzeit werden vielversprechende Gespräche mit dem Landratsamt hinsichtlich einer Ausnahmeregelung für die Bauphase geführt. Danach jedoch muss die Straße wieder zurückgebaut werden. Nicht verhindern lässt sich der Verlust von landwirtschaftlichen Flächen, wie sie der Fachbereich Landwirtschaft und Naturschutz beim Landratsamt kritisiert hatte.
Den laut einer Verkehrsuntersuchung überschrittenen Lärmwerten könnte mit einem Vorziehen des Ortsschilds begegnet werden. Auch hatte die Aufsichtsbehörde schalltechnische Bedenken wegen des geplanten Spielplatzes geäußert, der offenbar fälschlicherweise als Bolzplatz eingeordnet worden war. Tatsächlich soll es sich lediglich um einen Spielplatz mit Altersbeschränkung handeln, der näher an die Wohnbebauung heranreichen darf.
Nach Maßnahmen gegen die Gefahr einer Überschwemmung bei Starkregenereignissen in dem Gebiet erkundigte sich Rudolf Steck (SPD). Bürgermeister Gunther Braun zufolge soll das Wasser durch Gräben beim Friedhof abgefangen und um das Gebiet herumgeleitet werden.
Spielplatz von Jugendlichen „zweckentfremdet“
Wie man Jugendliche davon abhalten könne, den „altersbeschränkten“ Spielplatz zu nutzen, wollte Tim Scheer (Bündnis) wissen. Dies sei tatsächlich nicht möglich, erklärte Fischer. Wie zu erfahren war, geht es in dem Gebiet auch um den Erhalt einer Wiese für Traditionsveranstaltungen, etwa am 1. Mai.
Paul Füchsel (SPD) störte sich daran, sein Einverständnis für den Bau einer Bestandsstraße gegeben zu haben und nicht für eine Baustraße, die wieder verschwinden muss. Auch kritisierte er, dass sich die Gemeinde in dem Gebiet bereits vom sozialen Wohnungsbau verabschiedet habe. Der Bürgermeister verwies auf immerhin zwei Grundstücke in der Hand der Gemeinde, auf denen günstiger Wohnraum entstehen soll.