Nach 27 Jahren bei der Stadt VS ist Schluss: Dieter Kleinhans, Leiter des Amts für Gebäudewirtschaft und Hochbau, geht in den Ruhestand. Ein Rückblick auf Macher und Mensch.
Seinen Schreibtisch geräumt hat der diplomierte Architekt, der 1999 zur Stadt VS gekommen ist und seit 2008 das neu gegründete Amt für Gebäudewirtschaft und Hochbau geleitet und aufgebaut hat, bereits im vergangenen Sommer, lagen doch vor seinem offiziellen letzten Arbeitstag Ende Januar noch einige wohl verdiente Urlaubs- und Gleitzeittage.
Doch nicht zuletzt weil er signalisiert hatte, bei Fragen weiterhin zur Verfügung zu stehen, hat Dieter Kleinhans weiterhin gedanklich „mittendrin gesteckt“ – vor allem wenn es in den letzten Gremiumssitzungen um Projekte ging, die er als GHO-Amtsleiter angestoßen hatte, erzählt er im Gespräch mit unserer Redaktion.
Emotionaler Abschied
Zurückgekehrt mitten ins Geschehen ist der Oberbaldinger, der im Sommer 67 Jahre alt wird, vor Kurzem, als er von Verwaltung und Gemeinderat im Zuge einer Ratssitzung verabschiedet wurde. In den – teils sehr emotionalen – Redebeiträgen von Oberbürgermeister Roth, dem GHO-Abteilungsleiter Martin Kimmich und von Hauptamtsleiter Joachim Wöhrle ist nicht nur sein herausragendes Engagement bei zahlreichen Bauprojekten zum Wohle von Stadt und Bürgern sowie die Zugkraft, die aus diesem Amt entstanden ist, gewürdigt worden.
Große Wertschätzung
Es ist vor allem auch der Mensch Dieter Kleinhans hinter dem Amtsleiter hervorgetreten, der als Führungskraft den Mitarbeitern auf Augenhöhe begegnet sei, sie motivieren konnte und für sie stets ein offenes Ohr hatte, sowohl für berufliche als auch für private Belange. „Die Wertschätzung meiner Mitarbeiter war mir das Oberste“, sagt er.
So habe er ihnen auf der einen Seite stets freie Hand gelassen, auf der anderen Seite sei dem Amtsleiter aber auch wichtig gewesen, in den jeweiligen Projekten selber drinzustecken und zu wissen, „wo wir stehen“. Dass er alle GHO-Mitarbeiter als Dank zu einem Abschiedsabend in die Zehntscheuer eingeladen hat, war dem Amtsleiter ein großes Anliegen.
Am Ende der beruflichen Laufbahn überwiegen Erfüllung und Dankbarkeit, doch der Weg dahin sei nicht immer einfach gewesen, betont Kleinhans rückblickend. Rund 250 Gebäude, Brunnen und Denkmäler sowie 40 Spielfelder sind es aktuell, die das GHO verantwortet und teils saniert oder komplett neu gebaut hat.
Viele Millionen-Projekte
Unter Regie des scheidenden Leiters sind unter anderem der Bau der Neckarhalle, des Krematoriums oder der Feuerwehr, die Erweiterung der Gartenschule, die Brandschutz‑ und Sanierungsmaßnahmen an der Klosterring‑ und der Sprachheilschule sowie an der Friedensschule realisiert oder die Verwaltungszusammenführung am Oberen Brühl vorbereitet worden.
Die größte Herausforderung dabei? „Werte schaffen, aber immer unter den Bedingungen, die einem vorliegen“, sagt er. Und diese Bedingungen seien nicht immer einfach gewesen, ebenso wenig, wie allen Involvierten gerecht zu werden – egal ob den zuständigen Architekten, betroffenen Schulleitern oder Eltern, überhaupt den Bürgern.
Immer Lösung parat
Nicht zu vergessen: der Gemeinderat, mit dem es manchmal ein Kampf gewesen sei, der ihn auch psychisch gefordert habe. Das Ziel: Vor allem mit den letztendlichen Nutzern eine Lösung zu finden. „Dann kriegen wir das hin“: Diesen Leitspruch habe Dieter Kleinhans stets ernst genommen.
Als einen „Ritt auf der Rasierklinge“ bezeichnet er das wohl leidigste Thema, die Kostenberechnung eines Projekts – es also „so abzuschätzen, dass es passt“. Gemäß seines Anspruchs, ein Projekt sauber aufzustellen, habe sich der Amtsleiter bei der Planung manchmal mehr Zeit gewünscht, um die Zahlen verlässlich nennen zu können – manche Projekte benötigten nun einmal einen längeren Vorlauf.
Zwei Sanierungen stechen heraus
Auf die Frage nach dem schwierigsten – aber letztendlich zugleich erfolgreichsten – Projekt nennt Dieter Kleinhans zum einen die kurzfristig notwendig gewordene Schadstoffsanierung des Hoptbühl-Gymnasiums zwischen 2003 und 2005, für die er noch als Projektleiter im Dienst war.
Prägend in jeglicher Hinsicht sei auch die Generalsanierung des Gymnasiums am Deutenberg gewesen, bei der die Kosten immer wieder gestiegen waren, letztendlich mit den zuständigen Architekten aber ein guter Kompromiss gefunden werden konnte und das Endergebnis noch heute immer wieder gelobt wird.
„Ich habe mich immer den Dingen gestellt“, sagt der Oberbaldinger, der keinen Hehl daraus macht, dass nicht immer alles glatt lief und es stets Kritiker und Gegner gab. „Aber dafür hat man’s ja auch gemacht.“
Kommunikation und Teamarbeit
Wichtig sei ihm gewesen, dass „die Leute miteinander reden“ – sowohl in Bezug auf die Zusammenarbeit mit anderen Ämtern und Akteuren als auch im Team an sich. So sieht er das GHO mit seinen mehr als 200 Mitarbeitern – Ingenieure, Architekten, Bauzeichner oder Fachleute der Technischen Gebäudeausrüstung – viel mehr als „großes Ingenieurbüro“ an. „Ich wäre gerne in den Oberen Brühl gezogen“, sagt Dieter Kleinhans in diesem Zusammenhang mit einem Schmunzeln: Unter seiner Federführung wurde nämlich das künftige GHO am Standort Villingen als transparentes Großraumbüro mit offenen Türen geplant.
Doch in Zukunft wird der Weg den 66-Jährigen weniger in den Oberen Brühl führen, sondern eher in Oberbaldingen und Umgebung bleiben. Hier hat er von nun an mehr Zeit für die Familie – Ende vergangenen Jahres ist er zum ersten Mal Großvater geworden –, für den Sport oder die Fasnet. Und auch wenn er weiß, dass ihm die Gespräche mit den vielen liebgewonnenen Mitarbeitern und Wegbegleitern in der Verwaltung fehlen werden, ist Dieter Kleinhans gleichzeitig klar, dass es jetzt Zeit ist, loszulassen – „und das ist auch gut so“.