Die Stadt hofft auf Förderungen für die Sanierung der Schwenninger Helios-Arena – und konnte nun auch Vizekanzler Lars Klingbeil davon überzeugen, welche Bedeutung die Maßnahme hat.
3500 Anträge für die Sport-Milliarde des Bundes liegen im zuständigen Ministerium auf dem Schreibtisch – und für die 3,4 Millionen Euro teure Sanierung der Helios-Arena hofft die Stadt gemeinsam mit der Kunsteisbahn GmbH auf Förderungen aus dem Sondervermögen. So soll die Heimspielstätte der Wild Wings gerettet werden.
„Ich habe bei der Vorbereitung schon gedacht: okay, professionelle Mannschaft – warum wurde da jetzt beantragt?“, gibt Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) im Rahmen seines Besuchs in der Heimspielstätte der Wild Wings zu. Doch der Bundesminister der Finanzen, der auf Einladung der SPD-Bundestagsabgeordneten Dery Türk-Nachbaur kam, konnte sich bei seinem rund zweistündigen Besuch am Bauchenberg davon überzeugen: Hinter der Helios-Arena steckt deutlich mehr als „nur“ die Schwenninger Profimannschaft.
Das machte auch Gregor Gülpen deutlich: „Die Wild Wings machen sieben Prozent der Eiszeiten aus.“ Rund 50 000 Besucher des öffentlichen Eislaufs, unzählige Hobbymannschaften aus der gesamten Region, Eiskunstläufer, die Nachwuchsspieler des SERC, Schüler und viele Sportler mehr profitieren von der Eishalle. Und sowohl die Wild Wings als auch der Sport verbinden die Stadt. SPD-Landtagskandidat Nicola Schurr – selbst Eishockeyfan – betont: „Selbst die Villinger kommen hier rüber.“
Klingbeil zeigte sich deshalb positiv überrascht von der Vielfalt, wie das künstliche Eis genutzt wird. Und: Der Stellenwert des Sports in der Gesellschaft rechtfertige, dass der Bund hier kräftig zuschießt, um marode Sportstätten zu sanieren. Das bringe nicht nur den örtlichen Handwerksbetrieben Aufträge, sondern sorge auch dafür, „dass die nächste Generation Sport machen kann“. Und: „Der Sport ist keine Nebensache in der Gesellschaft, sondern sozialer Kitt.“
Eiskunstlauf, Schüler und ein Trikot der Wild Wings
Die Verantwortlichen – allen voran KEB-Geschäftsführer Gregor Gülpen, aber auch Wild Wings-Geschäftsführer Stefan Wagner – boten alles auf, um Klingbeil von der Bedeutung der Arena zu überzeugen: Junge Eiskunstläuferinnen, darunter eine Landesmeisterin, schlugen Pirouetten, eine Schulklasse der Bickebergschule drehte im Rahmen des Sportunterrichts auf Bahn 2 ihre Kreise, und Profis der Wild Wings ließen es sich nicht nehmen, dem 47-jährigen Minister ein unterschriebenes Trikot zu übergeben. Es soll gar in seinem Büro neben einem original unterschriebenen Trikot von Franz Beckenbauer einen Platz finden.
Bevor der nahbare Vizekanzler eine Runde auf der Eismaschine fahren durfte, erfolgte die symbolische Überreichung des Antrags – direkt mit Kugelschreiber, um die Unterschrift darunter zu setzen. Da dürfte das mit der Förderung doch klar gehen – oder? Klingbeil dämpfte die Erwartungen: „Entscheiden wird dies der Haushalt des Bundestags“, so der Minister.
Keine Alternative zur Sanierung
Egal, ob Geld vom Bund fließt oder nicht – Gülpen machte am Rande des Termins mit Blick auf die Sanierung der Betonpiste deutlich: „Wir haben keine Alternative.“ So muss die KEB auch vertragliche Verpflichtungen erfüllen, um den Wild Wings den Spielbetrieb zu ermöglichen. Eine nun veröffentlichte Stellungnahme eines Ingenieurbüros ging erstmals näher auf die Ursachen der mittlerweile massiven Schäden ein.
Diese resultieren aus einem jahrzehntelangen Zusammenspiel verschiedener Faktoren: Materialermüdung, Frosteinwirkungen auf den Baugrund, Setzungen durch inhomogene Auffüllungen und die Starrheit der Rohrleitungen.
Auch die ganzjährige Nutzung der Eisfläche als Sommereis, die dieses Jahr erstmals auf Bahn 1 umgesetzt wurde, verkürzt demnach die Regenerationsphasen des Untergrunds und trägt zu den Belastungen bei.
Nach der Wild Wings-Saison soll die Sanierung beginnen und bis zum Herbst abgeschlossen sein. „Der Zeitplan ist straff“, betont Gülpen.