Der Gemeinderat stimmten nicht nur einer Konzeptvergabe nach dem Erbbaurechtsmodell für die Villa Junghans zu, sondern suchte auch nach Wegen zum Umgang mit der Schadstoffbelastung.
Die Villa Junghans ist zur Zeit Dauergast in den Gremien. In der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres sollte es in erster Linie um eine „Konzeptvergabe im Erbbaurecht“ zur Villa Junghans gehen. Wie auch schon im Verwaltungsausschuss stellte Wirtschaftsförderer Ralf Heinzelmann das Erbschaftspachtmodell zur Vermarktung an mögliche Investoren vor.
Bei einem strafferen Zeitplan könne man dem Verwaltungsvorschlag zustimmen, erklärte Thomas Brantner (CDU), unterstützt von seinem Fraktionskollegen Clemens Maurer: 2026 müsse darüber entschieden werden. Auch Udo Neudeck (Freie/Neue Liste) forderte, man müsse „so schnell wie möglich zu Potte kommen“. Mehrheitlich stimmte der Gemeinderat schließlich für den Verwaltungsvorschlag, bis zur Sommerpause eine Konzeptvergabe nach dem Erbbaurechtsmodell auszuarbeiten und umzusetzen. Nur Volker Liebermann (ÖDP) enthielt sich und Emil Rode (Freie/Neue Liste) stimmte mit Nein.
Thema Schadstoffe
Viel mehr Zeit in der Aussprache als die Konzeptvergabe nahmen die Themen Schadstoffe in der Villa Junghans und möglicher Vandalismus ein. Zum letzteren Punkt konnte Fachbereichsleiter Matthias Rehfuß berichten, dass zur Sicherung der Villa die Videoüberwachung installiert sei und seit dem 11. Dezember funktioniere
Zu den Schadstoffen erklärte Hannes Steim (CDU), dass er die Messwerte in Frage stelle. Im Gebäude sei zwei Jahre lang nicht geputzt und gereinigt worden. Man solle den Mieter dort wohnen lassen und den Mietvertrag verlängern, man könne froh sein, dass jemand drin sei und aufpasse.
Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr erwiderte, man habe den Mieter nicht aufgefordert, sofort auszuziehen, sondern „zeitnah“. Darüber sei auch in nicht öffentlicher Sitzung gesprochen werden, die Stadt habe nicht überreagiert.
Wichtige Messungen
Udo Neudeck (Freie/Neue Liste) meinte, der Gemeinderat habe die Verwaltung beauftragt zu prüfen, ob wieder ein Restaurant eröffnet werden könne, worauf dann das ganze Haus auf Schadstoffe untersucht wurde: „Wir möchten vorher gefragt werden, bevor etwas gemacht wird.“
Auch Dominik Dieterle (CDU) verlangte, bei den Schadstoffmessungen „mit Maß“ vorzugehen und nicht nur an einem Tag zu messen, denn es komme auf Jahresmittelwerte an.
Abteilungsleiter Etienne Seif entgegnete, es habe drei Schadstoffuntersuchungen gegeben und dabei sei überall PCB gemessen worden. (Ein Blick in den Prüfbericht vom 2. Oktober 2025 des Eurofins Institut Jäger GmbH zeigt auf Seite neun sogar, dass 45 Minuten vor den Messungen fünf Minuten lang quer gelüftet wurde.)
Wegen der Schadstofffunde nicht nur in der Villa Junghans, sondern auch im Lichtspielhaus schlug Steim schließlich noch vor, am besten beide Gebäude zu verkaufen, denn „Private“ könnten eine Nutzung der Gebäude wieder hinbekommen.
Entspannung für den Mieter
Für den zur Zeit einzigen Mieter in der Villa Junghans entspannte sich inzwischen die Lage etwas. Man habe diesen mitgeteilt, dass er auf jeden Fall bis Ende Februar 2026 in der Villa Junghans bleiben könne, hatte Eisenlohr die Mitglieder des Gemeinderats kurz vor Weihnachten informiert. Im Januar werde zusammen mit einem Rechtsanwalt eine Art „Haftungsverzichtserklärung“ ausgearbeitet, mit der er auch länger dort wohnen bleiben könne.