Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat 27 Persönlichkeiten den Verdienstorden des Landes verliehen. Drei davon kommen aus dem Kreis Freudenstadt.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat am Freitag im Neuen Schloss in Stuttgart 27 Persönlichkeiten – davon drei aus dem Kreis Freudenstadt – mit dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Das berichtet das Staatsministerium in einer Mitteilung.
In seiner Rede ehrte Kretschmann die Bürger: „Sie sind Menschen, die in unserer Gesellschaft herausragen, weil sie sich einsetzen, die Initiative ergreifen, Besonderes leisten im Ehrenamt oder im Beruf. Sie gehen mit neuen Ideen und Mut voran, inspirieren und motivieren andere und kümmern sich um ihre Mitmenschen. Sie sind damit Vorbilder für andere.“
Kretschmann würdigte die Bedeutung engagierter Bürger als Kitt, der die Gesellschaft zusammenhalte: „Menschen, die ihr Können, ihre Zeit und Arbeit zum Nutzen aller investieren, die nicht nur an sich und den persönlichen Erfolg denken, sondern die für das Füreinander und das Miteinander stehen, sind eine der tragenden Säulen unseres Gemeinwesens.“
Um das Gemeinwesen verdient gemacht
In seiner Laudatio richtete er den Blick weiter auf das demokratische Gemeinwesen und den fundamentalen Zusammenhang von Freiheit und Verantwortung. Die Ausgezeichneten seien lebendige Beispiele für diese Verbindung: „Auf den verschiedensten Feldern im Staat, in der Gesellschaft, in der Wirtschaft haben sie mehr als nur ihre Pflicht getan: sich eingebracht, mitgearbeitet und mitgestaltet. In der Politik, in Parteien, in Unternehmen, in Wissenschaft und Forschung, in Vereinen, Verbänden und Initiativen, in Stiftungen und Genossenschaften, in Musik, Kunst und Kultur, im Sport oder den Kirchen, aber auch einfach als Einzelperson.“ Kretschmann dankte den Geehrten: „Mit ihren Leistungen, ihren Begabungen und ihrer Persönlichkeit, mit ihrem Berufsethos und ihrem Amtsverständnis haben sie sich um unser Gemeinwesen, um Baden-Württemberg verdient gemacht.“
Klaus Michael Rückert Klaus Michael Rückert, so Kretschmann, habe von 1999 bis 2025 in verschiedenen Positionen kommunalpolitische Verantwortung übernommen. Zunächst als Beigeordneter in Weil der Stadt, dann als Bürgermeister in Baden-Baden, als Regierungsvizepräsident und schließlich 15 Jahre lang als Landrat des Landkreises Freudenstadt.
Dabei habe er stets den Ausgleich zwischen den verschiedenen Interessen der Menschen im Blick gehabt und seinen Fokus auf wichtige Themen wie Wirtschaftsentwicklung, Naturschutz und die Lebensverhältnisse in der Stadt und auf dem Land gerichtet. In seiner Amtszeit als Landrat habe Rückert zahlreiche nachhaltige und zukunftsweisende Akzente gesetzt. Ganz entscheidend habe er als Brückenbauer zur erfolgreichen Einrichtung und Weiterentwicklung des Nationalparks Schwarzwald beigetragen. Daneben habe sich Rückert ehrenamtlich für diejenigen engagiert, die Unterstützung brauchen, etwa im Vorstand der Stiftung Eigen-Sinn für Kinder in schwierigen Lebenslagen. Er beendete im September 2025 seinen Dienst als Landrat, um sich zum Diakon ausbilden zu lassen.
Kurt und Wolfgang Schmalz Die Unternehmer Kurt und Wolfgang Schmalz prägten nicht nur Baden-Württembergs wirtschaftliche Landschaft nachhaltig, sondern wirkten auch mit ihrem weitreichenden sozialen und ökologischen Engagement bis über die Grenzen des Nordschwarzwalds hinaus, so der Ministerpräsident.
Unternehmensziel Nachhaltigkeit
Gemeinsam hätten sie das von ihrem Großvater als Rasierklingenfabrik gegründete Familienunternehmen, die J. Schmalz GmbH, zu einem weltweit führenden Spezialisten für Vakuumtechnologie entwickelt. Einen besonderen Fokus hätten sie dabei auf ökologische Nachhaltigkeit durch den Einsatz von Solarenergie, Windkraft und regenerativen Energieträgern gelegt. Das Unternehmensziel Nachhaltigkeit werde dabei als steter Einklang von Ökonomie, Ökologie und sozialer Verantwortung verstanden und durch den Beitritt zum Klimabündnis Baden-Württemberg bekräftigt.
Kurt Schmalz gilt als Hauptinitiator des Campus Schwarzwald in Freudenstadt und ist Vorstand des Vereins Hochschulcampus Nordschwarzwald. Seit knapp 20 Jahren wirkt er ehrenamtlich als Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald und engagiert sich bundesweit in der Deutschen Industrie- und Handelskammer. Auch für die Diakonie Dornstetten, Glatten, Schopfloch setzt er sich ein.
Gründer und Vorstand der Schmalz-Stiftung
Diplom-Ingenieur Wolfgang Schmalz war viele Jahre Mitglied im Beirat der Landesregierung für nachhaltige Entwicklung und wirkte im Projekt „Dialog über die Zukunft Deutschlands“ von Bundeskanzlerin a.D. Angela Merkel sowie in der Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit aktiv mit. Gemeinsam mit seiner Frau Esther ist er Gründer und Vorstand der Schmalz-Stiftung, die zahlreiche Projekte wie die Errichtung einer Photovoltaikanlage in Namibia fördert. Darüber hinaus setzt sich Wolfgang Schmalz als Fluglehrer und Prüfer für den Segelflugsport ein.
„Diese Auszeichnung ist eine große Ehre und macht uns sehr stolz“, ließen Kurt und Wolfgang Schmalz nach der Verleihung mitteilen. „Als Familienunternehmer ist die Firma Schmalz unser Lebenswerk. Wir sind glücklich, seit Jahrzehnten mit Leidenschaft dabei zu sein, und freuen uns sehr über die Würdigung dieser Arbeit.“